Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Zitadelle Spandau

Berlin, Zitadelle Spandau Die Zitadelle in Berlin-Spandau, erbaut in den Jahren 1557 bis 1594 ist eine der bedeutendsten Renaissance-Festungen Europas. Der Juliusturm stammt aus dem Mittelalter.
Der italienische Baumeister Francesco Chiaramella de Gandinoie entwarf die Zitadelle in Spandau und hatte bis 1578 die Bauleitung inne. Danach wurde er von seinem Landsmann, Rochus Graf zu Lynar abgelöst.

Über dem Eingang des Torhauses ist das Wappen Brandenburgs angebracht. Nach der Krönung von Kurfürst Friedrich III zum König Friedrich I im Jahre 1701 wurde der Kurhut Brandenburgs durch die Königskrone ersetzt.
Westlich des Eingangs steht der Palas, das als Wohnhaus genutzt wurde und von dem es mehrere Vorgängerbauten gab. Das heutige Gebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert.
Zur Zitadelle gehören vier Bastionen: "König", "Königin", "Kronprinz" und "Brandenburg".

Bei Ausgrabungen stieß man auf rund 70 mittelalterliche jüdische Grabsteine, die in der Bastion "Königin" untergebracht wurden.
Der älteste Teil der Zitadelle ist der 30 Meter hohe Juliusturm, der Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden sein dürfte.
Er diente als Zufluchtsort, als Verlies und als Aufbewahrungsort des "Reichskriegsschatzes". Hier horteten bis 1918 die Reparationsgelder, die die Franzosen nach dem Ende der Deutschen Einigungskriege (1871) zu zahlen hatten.
Der Zinnenkranz stammt aus dem Jahre 1838 und wurde von Karl Friedrich Schinkel entworfen.

Die prominentesten Häftlinge der Zitadelle waren u.a.
Anna Sydow, die Mätresse des Kurfürsten Joachim II, die nach dem Tod ihres Gönners von dessen Sohn und Nachfolger Johann Georg in den Kerker verbannt wurde, wo sie vier Jahre später verstarb.
1668 wurde Eberhard von Danckelmann, Premierminister und Lehrer von König Friedrich I von seinen Feinden - unter ihnen auch Kurfürstin Sophie Charlotte - gestürzt und inhaftiert. Allerdings wurde ihm die späte Genugtuung von Friedrich Wilhelm I zuteil, der ihn an den Hof zurückberief.
Im selben Jahr der Inhaftierung Danckelmanns ereilte auch Staatsminister und Reichsgraf, Kolbe von Wartenberg, das gleiche Schicksal.
30 Jahre später wurde auch Generalmarinedirektor Benjamin Raule nach dem Tode seines Gönners, Kurfürst Friedrich Wilhelm, in der Zitadelle festgesetzt.
Friedrich Ludwig Jahn, auch bekannt als "Turnvater Jahn", musste von seiner fünfjährigen Haft einen Teil in Spandau absitzen.
Heutzutage dient dieses Gebäude als Aussichtsturm.

Während des Dreißigjährigen Krieges hielten die Schweden die Zitadelle für mehrere Jahre besetzt. 1675 kehrten sie zurück, ihre Belagerung der Zitadelle blieb allerdings erfolglos. Im Juni desselben Jahres wurden sie in der Schlacht bei Fehrbellin aus Brandenburg vertrieben.
Im August 1691 explodierte der Pulverturm auf der Bastion Kronprinz in Folge eines Blitzeinschlages und zerstörte nicht nur zahlreiche umliegende Häuser sondern forderte auch 21 Menschenleben.
Während des Krieges mit Frankreich übergab Major Ernst-Ludwig von Benneckendorf am 25. Oktober 1806 die Zitadelle an Napoleon Bonaparte ohne vorher den Versuch unternommen zu haben, diese zu verteidigen. Für diese kampflose Übergabe wurde der Major von einem preußischen Militärgericht später zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde aber nicht vollstreckt, Benneckendorf wurde nach elf Jahren begnadigt.
Die napoleonischen Truppen hielten die Zitadelle über Jahre besetzt. Während der Befreiungskriege wurde die Festung durch preußische Artillerie schwer beschädigt und musste umfangreich restauriert werden. Der Juliusturm brannte aus und verlor Jahre später seine Mauerkrone. Karl Friedrich Schinkel entwarf schließlich für ihn einen neuen Zinnenkranz.
Am 26. April 1813 zogen sich die Franzosen zurück und übergaben den Preußen unter General von Thümen die Zitadelle Spandau gegen freien Abzug.

In den 1930-er Jahren entstand das "Heeresgasschutzlaboratorium", in dem an der Forschung und Weiterentwicklung von chemischen Kampfstoffen gearbeitet wurde.
1945 besetzten sowjetische Truppen die Zitadelle, 1948 übernahmen die Briten.

Heutzutage finden in der Zitadelle die unterschiedlichsten Kulturveranstaltungen statt. Unter dem Titel "Enthüllt - Berlin und seine Denkmäler" wird es ab 2012 eine Dauerausstellung geben. 26 Standbilder und 40 Büsten aus der ehemaligen Siegesallee - wegen der zahlreichen Skulpturen im Volksmund auch als "Puppenallee" belächelt - werden zur Zeit noch restauriert.
Neben mehreren Ateliers beherbergt die Zitadelle auch eine Kunstschule und ein Puppentheater.
Im ehemaligen Zeughaus befindet sich das Stadtgeschichtliche Museum mit einer Dauerausstellung im Erdgeschoss und Wechselausstellungen im Obergeschoss.
Die Bastion "Kronprinz" bietet umfangreiche Kunstausstellungen.

Die Katakomben der Zitadelle bieten ein wichtiges Winterquartier für über 10.000 Fledermäuse.
Außerdem gibt es Schaugehege mit Nilflughunden und südamerikanischen Brillenblattnasen. Früher waren in der Zitadelle auch Vampirfledermäuse zu Hause. Diese wurden aber schon vor Jahren vom Zoo Berlin übernommen.
Neben dem alljährlichen Fledermausfest gibt es Veranstaltungen, die über das Leben und den Schutz des Kleinsäugers informieren.

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