Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Zeughaus

Berlin, Zeughaus Das älteste Gebäude Unter den Linden ist das zwischen 1695-1730 erbaute Zeughaus, das seit 2003 das Deutsche Historische Museum beherbergt.
Am 25. Mai 1695 ließ Kurfürst Friedrich III den Grundstein für das Zeughaus legen, dessen Bau schon sein Vater, der Große Kurfürst angeregt hatte, der aber mangels finanzieller Mittel immer wieder hinausgezögert wurde.

Den Auftrag für den Bau des Zeughauses erhielt zunächst Johann Arnold Nering, der bei seiner Planung auf einen Entwurf des Pariser Hofarchitekten François Blondel zurückgriff, den dieser schon Jahre zuvor angefertigt hatte.
Nach dem frühen und unerwarteten Tod Nerings übernahm Martin Grünberg die Bauleitung, von der er sich aber wenig später wegen Arbeitsüberlastung wieder entbinden ließ.
1698 wurde Andreas Schlüter mit den Arbeiten betraut. Dieser leistete als Bildhauer Hervorragendes - so schuf er u.a. die 22 Köpfe sterbender Krieger im Innenhof und alle Schlußsteine - die Rolle aber, die er als Architekt spielte, war eher unbedeutend.
Als Schlüter an dem Gebäude bautechnische Mängel bemerkte, wurde eine Untersuchung eingeleitet, aber weder diese Untersuchung noch Schlüter konnten verhindern, dass im August 1699 ein Pfeiler des Ostflügels einstürzte.
Der häufige Wechsel der Architekten machte eine Schuldzuweisung unmöglich.

Schlüters Nachfolger wurde Jean de Bodt, der die nötigen Sicherungsmaßnahmen einleitete und die alten Pläne veränderte. 1706 wurde am Hauptportal das Brustbild von König Friedrich I angebracht.
Als Friedrich I 1713 starb, verzögerte sich der Bau abermals um viele Jahre, denn sein Sohn Friedrich Wilhelm I, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den desolaten Staatshaushalt zu sanieren und er tat dies mit einem rigorosen Sparkurs.
So wurde das Zeughaus erst 1730, nach 35-jähriger Bauzeit, fertiggestellt und von der preußischen Armee als Waffenarsenal genutzt, aber es diente auch zur Lagerung von Kriegsbeute.

Die lateinische Inschrift über dem Hauptportal bedeutet: "Den Waffentaten zur Anerkennung, den Feinden zum Schrecken, den Völkern und Bundesgenossen zum Schutz, hat Friedrich I., der erhabene und unbesiegte König der Preußen dies Zeughaus zur Bergung aller Kriegswerkzeuge sowie kriegerischer Beute und Trophäen von Grund aus erbauen lassen im Jahre 1706."

Während des Siebenjährigen Krieges besetzten russische Truppen 1760 Berlin und raubten die Waffen aus dem Zeughaus.
Als Napoléon Bonaparte 1806 in Berlin einmarschierte, tat er es den Russen gleich und das Waffenlager wurde abermals geplündert. Aber Napoleon ging noch weiter: das Zeughaus wurde während der Zeit der Besetzung als Pferdestall und Schmiede zweckentfremdet, wodurch das Gebäude erheblich beschädigt wurde.
Karl Friedrich Schinkel selbst leitete Jahre später die Restaurierungsarbeiten. Für die Instandsetzung der Skulpturen war Johann Gottfried Schadow verantwortlich.
Ab 1831 war die Königliche Waffenkammer auch der Bevölkerung zugänglich.
Berlin, Zeughaus 1848 wurde das Zeughaus abermals gestürmt und ausgeplündert - diesmal von den Revolutionären.
Von 1877-1880 ließ Kaiser Wilhelm I das Zeughaus zur Ruhmeshalle ausbauen.

Während der Nazi-Diktatur wurde das Zeughaus für Propaganda-Ausstellungen genutzt und so blieb es auch noch bis 1944 geöffnet, während alle anderen Museen im Zweiten Weltkrieg geschlossen waren.

Fast wäre das Zeughaus zu einem Schauplatz hoch dramatischer Ereignisse geworden, aber die Geschichte wollte es anders.
Oberst Rudolf von Gersdorf, ein Mitglied des militärischen Widerstandes, hatte für den 21. März 1943 ein Attentat auf Hitler geplant und war bereit, für dieses Ziel sein eigenes Leben zu opfern.
Bei der Eröffnung einer Ausstellung im Zeughaus über den Krieg gegen die Sowjetunion trug er in seiner Manteltasche eine bereits aktivierte Zeitbombe. Aber statt der geplanten 30 Minuten blieb Hitler nur 8 Minuten im Zeughaus, so dass dem verhinderten Attentäter gerade noch genügend Zeit blieb. die Zeitbombe auf der Toilette zu entschärfen.

Das Ende des Zweiten Weltkrieges brachte auch das Ende des Kriegsmuseums. Das Zeughaus wurde wiederaufgebaut und ab 1952 von der DDR als Museum für Deutsche Geschichte genutzt.
Nach der Wende und nach einer mehrjährigen Sanierung wurde das Zeughaus als Deutsches Historisches Museum (DHM) wiedereröffnet.

Deutsches Historisches Museum

Im Jahre 2003 erhielt das Deutsche Historische Museum einen von Ieoh Ming Pei konzipierten Erweiterungsbau (Pei-Bau), der für Sonderausstellungen vorgesehen ist.

Im Zeughaus gibt es wechselnde Ausstellungen, aber auch eine Dauerausstellung, die Vergangenes und Gegenwärtiges der deutschen Geschichte veranschaulicht und politische, soziale und wirtschaftliche Aspekte aufzeigt. Die zeitliche Spanne erstreckt sich hierbei vom 1. Jahrhundert n.Chr. bis in die Gegenwart. Gezeigt werden rund 8.000 Exponate. Die Sammlung erstreckt sich von Alltagskultur (Haushaltsgegenstände, Spielzeug, Religiosa etc.) über eine Bibliothek und ein Bildarchiv (Urkunden, Drucke, Stammbücher, Landkarten etc.) bis hin zum Kunstgewerbe (Filme, Gemälde, Fotos, Plakate etc.) Abgerundet wird das Ganze durch eine Militaria-Sammlung (Rüstungen, Orden, Fahnen, militärische Geräte etc.) und eine Münzsammlung mit rund 80.000 Objekten.

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