Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Wilhelm I
(der erste Deutsche Kaiser

Wilhelm I aus dem Hause Hohenzollern wurde am 22. März 1797 in Berlin geboren und starb am 9. März 1888, ebenfalls in Berlin .

Als zweitältester Sohn von Friedrich Wilhelm III (1770-1840) und dessen Ehefrau Luise von Mecklenburg-Strelitz (1776-1810) war er für die Thronfolge eigentlich nicht vorgesehen.
Wilhelm liebte das Militär. Er kämpfte an der Seite seines Vaters in den Befreiungskriegen und brachte es bis zum Rang eines Generalleutnants.
Privat war er nicht ganz so erfolgreich, denn gerne hätte er Prinzessin Elisa Radziwill geheiratet, aber sein Vater war gegen eine solche, für einen preußischen Prinzen nicht standesgemäße Verbindung
So ehelichte Wilhelm 1829 schließlich Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811-1890), deren Schwester Marie bereits mit seinem jüngeren Bruder Carl verheiratet war.
Die Ehe mit der überaus intelligenten, liberal eingestellten und sehr energischen Frau war nicht besonders glücklich. Zwei Kinder gingen aus dieser Ehe hervor: Friedrich Wilhelm, der 1831 geboren wurde und Luise, die 1838 zur Welt kam.

Die unrühmliche Rolle, die der konservative Wilhelm während der Märzrevolution 1848/49 spielte, brachte ihm neben viel Kritik und Empörung auch den Beinamen "Kartätschenprinz" ein.

Als sein Bruder Friedrich Wilhelm IV (1795-1861) auf Grund mehrerer Schlaganfälle nicht mehr in der Lage war, die Regierungsgeschäfte zu leiten, wurde Wilhelm 1858 zunächst Prinzregent und bestieg nach dem Tod seines Bruders am 2. Januar 1861 den preußischen Thron.
Am 18. Oktober 1861 krönte er sich und seine Ehefrau in Königsberg von eigener Hand - so wie einst sein Vorfahre Friedrich I.

Auf Kaiser Wilhelm I wurden vier Attentate verübt.
Am 14. Juli 1861 versuchte der Student Oskar Becker in Baden-Baden, Wilhelm zu töten, verwundete ihn aber nur leicht.
Am 11. Mai 1878 feuerte der Leipziger Klempnergeselle Max Hödel mit einem Revolver mehrere Schüsse auf Wilhelm I ab, der im offenen Wagen die Linden entlangfuhr. Die Kugeln verfehlten allerdings den Monarchen.
Am 2. Juni 1878 schoss Karl Eduard Nobiling, ein junger Landwirt, mit einem Schrotgewehr aus dem Fenster eines Hauses Unter den Linden Nr. 18 und verletzte den Kaiser mit rund 30 Schrotkugeln schwer an Armen, Rücken und Kopf. Dieser überlebte nur dank seines dicken Mantels und seiner Pickelhaube.
Die Verletzungen Wilhelms waren so gravierend, dass sein Sohn Friedrich vorübergehend zum Stellvertreter ernannt werden musste.

Otto von Bismarck, seit dem 23. September 1862 preußischer Ministerpräsident, nutzte das Attentat zu einem politischen Winkelzug, indem er verbreiten ließ, dass der Attentäter Sozialdemokrat gewesen sei. Diese Legendenbildung ermöglichte es ihm, im Reichstag das Sozialistengesetz ("Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie") durchzubringen.
Auch das vierte Attentat im Jahre 1883 in Rüdesheim durch eine Anarchistengruppe um August Reinsdorf mittels Dynamit schlug fehl, da wegen des feuchten Wetters der Zünder versagte.

Durch die Neuwahlen am 6. Dezember 1861 und die damit verbundenen neuen Machtverhältnisse im Parlament begann der Verfassungskonflikt um die Heeresreform. Lieber wollte Wilhelm I abdanken, als seine königlichen Rechte beschneiden zu lassen, doch die Abdankung des Monarchen verhinderte Bismarck. Er stand dem König bei der Durchsetzung der Heeresreform auch gegen Parlamentsmehrheit und öffentliche Meinung beratend und stützend zur Seite.

Der Deutsch-Dänische Krieg von 1864 fiel ebenso zu Gunsten Preußens aus wie der Deutsche Krieg von 1866.
Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 übernahm Wilhelm I den Oberbefehl über die in Frankreich einrückende Armee und leitete sowohl die militärischen Operationen als auch die politischen Verhandlungen über die Gründung des Deutschen Reichs.
Dabei gelang es Wilhelm I auch, Elsass-Lothringen zu annektieren.

Am 18. Januar 1871 wurde Wilhelm I im Spiegelsaal von Versailles zum Deutschen Kaiser ausgerufen. Diesen Titel nahm er allerdings nur widerwillig und nach einer zähen Überzeugungsarbeit von Bismarck an. Wilhelm I widerstrebte es, Preußen in einem deutschen Nationalstaat aufgehen zu lassen, schätzte er doch die Preußenkrone höher ein als die deutsche Kaiserkrone.
Aber schließlich gab er Bismarck nach und auch in der Folgezeit überließ er es Bismarck, die politischen Geschicke des Landes zu lenken.

Mit zunehmendem Alter wurde Wilhelm I liberaler und sein bescheidenes Wesen und seine unermüdliche Pflichterfüllung fanden Zustimmung in der Bevölkerung und steigerten seine Beliebtheit.
Wilhelm I starb am 9. März 1888 im Alten Palais Unter den Linden nur wenige Tage vor Vollendung seines 91. Geburtstags. Beigesetzt wurde er am 16. März im Mausoleum im Park von Schloss Charlottenburg neben seinen Eltern.

Zu Ehren Wilhelms I ließ sein Enkel Kaiser Wilhelm II in Berlin die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche errichten.
Die Stadt Wilhelmshaven wurde nach Wilhelm I benannt.

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