Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Victoria von Großbritannien und Irland

Victoria von Großbritannien und Irland wurde am 21. November 1840 im Buckingham Palace in London geboren und starb am 5. August 1901 in Schloss Friedrichshof in Kronberg (Taunus).
Sie war das erstgeborene von insgesamt neun Kindern von Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819-1861) und Königin Victoria von Großbritannien (1819-1901) und als Ehefrau von Friedrich III aus dem Hause Hohenzollern für 99 Tage deutsche Kaiserin.

Ihre Mutter, Queen Victoria, hatte am 10. Februar 1840 ihre große Liebe, den gleichaltrigen deutschen Cousin Albert geheiratet. Schon im November desselben Jahres kam Vicky, wie sie genannt wurde, als erstes Kind aus dieser leidenschaftlichen und insgesamt glücklichen Beziehung zur Welt. Vicky bekam noch vier Brüder und vier Schwestern.
Queen Victoria, die Großmutter Europas, hasste es, immer wieder schwanger zu sein. Säuglingen konnte sie ohnehin nichts Liebenswertes abgewinnen und so lehnte sie es strikt ab, ihre Kinder nach der Geburt selbst zu stillen.
Das Verhältnis der Kinder zu ihrer überaus strengen und egozentrischen Mutter war konfliktbeladen. Ausgleich schaffte der Vater, der sich ganz besonders der Erziehung seiner ältesten Tochter annahm.

Vicky war erst 10 Jahre alt, als sie dem preußischen Kronprinzen in London zum ersten Mal begegnete. Sieben Jahre später, am 25. Januar 1858, heiratete das Paar in der Kapelle des St. James' Palace in London.
Es war eine Liebesheirat und die Ehe wurde trotz diverser Affären des Kronprinzen glücklich. Acht Kinder gingen aus ihr hervor, von denen aber nur sechs das Erwachsenenalter erreichten.

Auf Grund des schlechten Zustandes des Berliner Stadtschlosses, verbrachten die Eheleute die Sommermonate meist in Potsdam, den Rest des Jahres in ihrer Residenz, dem Kronprinzenpalais in Berlin. Hier kam auch Kronprinz Wilhelm zur Welt. Die Geburt war überaus schwierig, so dass man nicht nur um das Leben des Kindes sondern auch um das Leben der Mutter fürchten musste.
Der linke Arm des Säuglings wurde bei der Geburt dermaßen geschädigt, dass dieser verkümmert blieb und um rund 15 Zentimeter kürzer war als der rechte.
Zudem wird angenommen, dass der Kronprinz auf Grund mangelnder Sauerstoffversorgung während der Geburt Schäden des Nervensystems erlitt.

Victoria war der Gedanke, ein behindertes Kind zur Welt gebracht zu haben, fast unerträglich. "Sein Arm verdirbt mir jede Freude und jeden Stolz, den ich an ihm haben sollte" klagte sie in einem Brief an ihre Mutter. Der kleine Wilhelm musste sich völlig unsinnigen, qualvollen und erfolglosen Behandlungen unterziehen. Zudem wurde der Kronprinz vom Vater mit großer Strenge erzogen.
Wilhelm selbst sprach später von einer "recht unglücklichen Kindheit". Kein Wunder also, dass das Verhältnis des Sohnes zu seinen Eltern problematisch und distanziert war. Sicherlich war es dem Kronprinzen nur ein schwacher Trost, wenigstens der Lieblingsenkel von Queen Victoria zu sein....

Ratgeberin, Vertraute, aber auch Vickys größte Kritikerin war ihre Mutter, mit der sie über 8000 Briefe wechselte. Selbst noch aus der Ferne versuchte die besitzergreifende Mutter, ihre Tochter zu dominieren. Als Victoria ihrer Mutter von ihrer zweiten Schwangerschaft berichtete, kommentierte diese: "Über diese schreckliche Nachricht haben wir uns fürchterlich aufgeregt....".
Als sie von Vicky erfuhr, dass diese ihre Babys selbst stillte, verglich sie sie mit einer Kuh.....
Nach einem Treppensturz der schwangeren Vicky, bei dem diese sich einen Knöchel verstaucht hatte, giftete die Mutter nur herzlos: "Ich fürchte, dass Du wie sooft übertreibst! Andere, die Dich nicht kennen, glauben noch, dass Du wirklich krank seist, was Du aber nicht bist...".
Aber auch Eifersucht auf ihre Tochter trieb Queen Victoria an. Als Preußenkönig König Wilhelm I am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Schloss Versailles zum deutschen Kaiser gekrönt wurde und somit auch ihre Tochter eines Tages deutsche Kaiserin sein würde, ließ sich Queen Victoria im Parlament am 1. Mai 1876 zur Kaiserin von Indien ernennen.

Die hochintelligente und sprachbegabte Victoria war allem Neuen aufgeschlossen. Sie interessierte sich für die Evolutionstheorie von Charles Darwin ebenso wie für die aufrührerische Schrift "Das Kapital" von Karl Marx, den sie auch persönlich kennenlernte.
Sie interessierte sich für Kunst, Philosophie und die Emanzipation der Frau. Ihr reges Engagement im sozialen Bereich umfasste sowohl die Gründung von Heimstätten für Arbeiter als auch die Verbesserung für deren Wohnverhältnisse. Victoria war aktiv in der Krankenpflege und gründete Lazarette.
Außerdem förderte sie nach Kräften Kunst und Wissenschaft.
Für Preußen wollte Victoria eine konstitutionelle Monarchie nach englischem Vorbild. Liberale Kreise hofften auf die Einflussnahme der Prinzessin, allerdings machte sie sich damit die Konservativen des Landes zu Gegnern, allen voran Otto von Bismarck.
Da Diplomatie und Geduld nicht zu den Stärken der Prinzessin gehörten, brachte sie dies in immer größere Konflikte mit ihren politischen Gegnern.

Friedrich enttäuschte die in ihn gesetzten Hoffnungen durch seine zögerliche Haltung, Reformen durchzuführen und die verpasste Chance, im Jahre 1862 den Thron zu besteigen, als sein Vater Wilhelm I an Abdankung dachte. Auch Victorias dringlichen Appelle an ihren Ehemann konnten diesen nicht dazu bewegen, die Geschicke des Landes in seine Hände zu nehmen. Stattdessen ermutigte er seinen Vater zum Weiterregieren.
Als Friedrich dann endlich Kaiser wurde, blieb ihm keine Zeit mehr, die politischen Verhältnisse in seinem Lande zu liberalisieren, denn nur 99 Tage nach seiner Krönung starb Friedrich III an Kehlkopfkrebs.
Sein Sohn und Nachfolger Wilhelm II stand einer politischen Erneuerung ablehnend gegenüber.

Nach dem Tod ihres Ehemannes kehrte Victoria dem Preußischen Hof, an dem sie sich niemals wohlfgefühlt hatte, den Rücken und verbrachte die letzten Lebensjahre in Kronberg, wo sie am 5. August 1901 an einem Brustkrebsleiden verstarb.
Beigesetzt wurde sie neben ihrem Ehemann im Mausoleum der Friedenskirche im Schlosspark von Sanssouci.

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