Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Topographie des Terrors

Berlin, Topographie des Terrors In der Niederkirchner Straße im Stadtteil Kreuzberg, neben dem Martin Gropius-Bau und gegenüber dem Berliner Abgeordnetenhaus, befindet sich das Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors", das am 6. Mai 2010 eröffnet wurde.

Die Berliner Architektin Ursula Wilms entwarf einen verglasten, mit metallenen Lamellen verkleideten, Flachbau, der über eine Nutzfläche von rund 3500 m² verfügt. Im Erdgeschoss befinden sich der Haupteingang und der Ausstellungsraum sowie eine Bibliothek mit mehr als 20.000 Bänden, ein Bildarchiv und Seminarräume sowie ein großes Auditorium für Vorträge und Sonderveranstaltungen.
Im Untergeschoss liegen die Büroräume, Konferenzräume, eine Cafeteria und ein Innenhof mit einem Wasserbecken.
Die Kosten für den Neubau beliefen sich auf rund 20 Millionen Euro.
Die Gestaltung des Geländes übernahm der Aachener Landschaftsarchitekt Heinz W. Hallmann.
Direktor des Dokumentationszentrums ist der Rabbiner Andreas Nachama

Der Neubau wurde so konzipiert, dass von jedem Punkt aus das umliegende Gelände einzusehen ist, denn das Gelände selbst ist ein Exponat. Hier standen die Zentralen der Gestapo, der SS und des Reichssicherheitshauptamts. Von hier aus wurde der Terror geplant, gelenkt und verwaltet.

Während das ehemalige Reichsluftfahrtministerium und heutige Bundesfinanzministerium noch erhalten ist, sind von den Folterzellen der Gestapo in der ehemaligen Prinz-Albrecht-Straße (benannt nach dem jüngsten Sohn von König Friedrich Wilhelm III und Königin Luise) nur noch Kellerfundamente vorhanden. Auch ein Stück der Berliner Mauer ist hier noch anzutreffen.

1987, anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins, wurde die Freilichtausstellung "Topographie des Terrors" aus der Taufe gehoben. Es war ein Provisorium und ein Provisorium sollte es auch bleiben für die nächsten 23 Jahre.
Es folgte eine lange Kette von Fehlplanungen, Bauverzögerungen und politischem Hickhack.
Als der Schweizer Architekt Peter Zumthor 1993 den Zuschlag für einen Neubau erhielt, kam es schließlich zum Fiasko, denn die Baukosten kletterten in astronomische Höhen. Zudem erteilte die Berliner Bauverwaltung Aufträge an bereits schon vorher finanziell angeschlagene Baufirmen, die dann auch nach kurzer Zeit Pleite machten.
Schließlich trennte man sich von dem Architekten, musste ihm allerdings eine vertraglich zugesicherte Abfindung zahlen. Die schon errichteten Treppentürme wurden abgerissen.
15 Millionen Euro wurden so verschwendet, ein jahrelanger Baustopp war die Folge.
Schließlich trat 2004 der Historiker Reinhard Rürup nach fünfzehn Jahren als Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung aus Protest zurück.

Neben der Topographie des Terrors gibt es seit 2006 ein Dokumentations- und Begegnungszentrum zur NS-Zwangsarbeit in Schöneweide, im Bezirk Treptow-Köpenick. Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges NS-Zwangsarbeiterlager, eines von mehr als 3.000, die es einst in der Stadt gab.

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