Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Tierpark Berlin

Auf Grund seiner besonderen Geschichte verfügt Berlin neben dem Zoologischen Garten in Berlin-Mitte über eine weitere zoologische Anlage, den Tierpark Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg.
Da durch die Teilung der Stadt während des Kalten Krieges der Berliner Zoo im britischen Sektor lag, benötigte die Hauptstadt der DDR einen eigenen zoologischen Garten. Die Wahl fiel auf den von Peter Joseph Lenné 1821 gestalteten Park des Schlosses Friedrichsfelde.
Am 27. August 1954 beschloss der Berliner Magistrat die Errichtung des Tierparks Friedrichsfelde. Die Grundsteinlegung erfolgte am 30. November 1954. Unter dem Dach des Nationalen Aufbauwerks wurde der Tierpark auch mit der tatkräftigen Unterstützung Hunderter Freiwilliger errichtet. Am 2. Juli 1955 eröffnete DDR-Präsident Wilhelm Pieck den größten und vielleicht auch schönsten Landschaftstiergarten Europas. Rund 30.0000 Besucher wurden am Eröffnungstag gezählt, über 600.000 waren es im ersten Jahr.

Ohne Heinrich Dathe (1910-1991) aber wäre dieser Tierpark in seiner heutigen Form und Ausgestaltung nicht denkbar gewesen. 34 Jahre leitete der Zoologe die Geschicke des Tierparks, der gleichzeitig auch sein Lebenswerk ist. Professor Dr. Dr. Curt Heinrich Dathe genoss in der DDR Kultstatus und hatte sogar seine eigenen Sendungen - den "Tierpark-Teletreff" im Fernsehen und die Radioübertragung "Im Tierpark belauscht". Dathe war nicht nur der bekannteste Tierparkdirektor im Ostblock sondern auch ein hoch geschätzter Kollege und Gesprächspartner im Westen.

Nach dem Fall der Berliner Mauer gab es zunächst Diskussionen über den Sinn und Unsinn von zwei zoologischen Anlagen in nur einer Stadt. Während der damalige Finanzsenator Thilo Sarrazin die Erhaltung des Tierparks Friedrichsfelde in Frage stellte, plädierte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit für dessen Erhalt.
Schließlich wurde der Tierpark erneuert und ausgebaut. Das war eine glückliche Fügung für den Tierpark, aber das traurige Ende seines Direktors, der gerne auch weiterhin die Leitung des Tierparks in seinen fachkundigen Händen gehabt hätte, bald aber gekündigt wurde und kurz darauf verstarb.
Es bleibt zu hoffen, dass sich bald wieder ein ähnlich engagierter und kompetenter Direktor um die Geschicke des Tierparks, der heute zusammen mit dem Berliner Zoo unter einem Dach verwaltet wird, kümmert.

Heute leben rund 10.000 Tiere auf einer Fläche von rund 160 Hektar.
Großzügig geschnittene Tieranlagen, die oft nur durch Wassergräben begrenzt sind, schmiegen sich harmonisch in eine weitgehend naturbelassene Wald-, Wiesen- und Parklandschaft ein. Brunnen, Teiche, ein künstlicher Wasserfall und aus Trümmerhaufen geschaffene Felslandschaften für Gebirgstiere gesellen sich hinzu.
Darüber hinaus gibt es neben einem Kinder- und Streichelzoo auch Anlagen für Reptilien, Affen, Dickhäuter, Giraffen u.v.m.

Eines der Highlights ist das 5300 m² große Alfred-Brehm-Haus, das am 30. Juni 1963 zum 70. Geburtstag von Walter Ulbricht eröffnet wurde. Hier sind sowohl Raubtiere als auch Vögel unter einem Dach untergebracht, was zur damaligen Zeit einmalig war. Einmalig war auch die Fläche des damals größten Tierhauses der Welt.
Im Zentrum des Gebäudes gibt es eine begehbare Tropenhalle mit einer Grundfläche von 1100 m² und einer Höhe von bis zu 18 Metern. Hier sind die für die Tropen typischen Vogel- und Pflanzenarten untergebracht.
Eine Cafeteria lädt zum Verweilen ein.....

Auffallend viele Kunstwerke bereichern den Tierpark Friedrichsfelde, besonders die zahlreichen Tierplastiken gewährleisten den Besuchern einen höchst abwechslungsreichen und kurzweiligen Aufenthalt. Dies ist ganz im Sinne Dathes, der mit diesem Tierpark eine Bildungs-, Kultur- und Erholungsstätte schaffen wollte.
Die Marmorstatue Sprea, die einst vor dem Roten Rathaus stand, fand ebenso im Tierpark Friedrichsfelde eine neue Heimat wie der bronzene Bär aus dem Bärensaal des Alten Stadthauses. Allerdings kehrte der Bär 2001 in sein angestammtes Domizil zurück, während der Tierpark eine Kopie der Plastik erhielt.
Zwei weitere Besonderheiten birgt der Tierpark - eine eingezäunte Begräbnisstätte der Familie von Treskow-Friedrichsfelde und einen Gedenkstein für die Insassen des sogenannten Arbeitserziehungslagers, das die Gestapo in der Wuhlheide betrieb.

Wem die Wege zu lang sind, kann auf die Parkwegebahn zurückgreifen. Diese schafft die Strecke in einer Dreiviertelstunde.
Zum Selbstverständnis der zoologischen Gärten gehört heute neben dem Artenschutz und einer möglichst tiergerechten Haltung auch die Nachzucht bedrohter Tierarten und wenn möglich deren spätere Auswilderung.
Daran beteiligt sich auch der Tierpark Friedrichsfelde ganz intensiv und so kann er auf beachtliche Zuchterfolge zurückblicken.

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