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Neue Synagoge

Berlin, Neue Synagoge Die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte gehört zu den bemerkenswertesten Bauwerken der Stadt. Heute dient sie als jüdisches Kultur- und Dokumentationszentrum.
Für die rasant anwachsende jüdische Gemeinde Berlins wurde die in unmittelbarer Nähe zum Hackeschen Markt gelegene Synagoge bald zu klein und so wurde der Bau einer weiteren Synagoge unumgänglich.
Da ein ausgeschriebener Architekten-Wettbewerb zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis führte, übernahm der Vorsitzende der Wettbewerbskommission und Mitglied der preußischen Akademie der Künste, Eduard Knoblauch, selbst die Planung für den Bau des jüdischen Gotteshauses.
Dabei ließ sich Knoblauch von der Alhambra in Granada inspirieren und so weist die Neue Synagoge auch deutliche maurisch-byzantinische Stilelemente auf. Der heute nicht mehr existierende Gebetssaal bot Platz für rund 3000 Gläubige.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. Mai 1859.

Als während der Bauphase Knoblauch schwer erkrankte, übernahm Hofbaurat Friedrich August Stüler, ein Freund Knoblauchs, die Bauleitung.
Am 5. September 1866, dem jüdischen Neujahrsfest (25. Elul 5626) wurde die Synagoge eingeweiht. Auch der damalige preußische Ministerpräsident und spätere Reichskanzler Otto von Bismarck nahm an dieser Zeremonie teil.
Das jüdische Gotteshaus wurde ebenso bewundert wie kritisiert. Für liberale Juden war dieser Bau zu fremdartig und daher nicht integrationsfördernd, auf Antisemiten wirkte er provokant.
Dazu kam, dass sich die Gemeinde wegen des Gottesdienstes, der im Neuen Ritus abgehalten wurde, schon bald in zwei Lager spaltete - das reformorientierte und das konservative. Die endgültige Trennung der beiden Gruppen wurde 1872 vollzogen.

Während der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 legte die SA auch in der Neuen Synagoge Feuer.
Wahrscheinlich wäre das Gotteshaus bis auf die Grundmauern niedergebrannt, wäre es nicht im letzten Moment vom Reviervorsteher Wilhelm Krützfeld gerettet worden, der sich mutig gegen die Brandstifter stellte und die Feuerwehr alarmierte.
Eine Gedenktafel erinnert heute an sein couragiertes Einschreiten.
Krützfeld wurde danach mehrmals versetzt und schied 1940 schließlich vorzeitig aus dem Polizeidienst aus.
Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er dann wieder in den Polizeidienst ein und leitete die Inspektion Mitte im sowjetischen Sektor.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Synagoge zunächst als Uniformlager der Wehrmacht zweckentfremdet und bei britischen Luftangriffen am 23. November 1943 schwer beschädigt.
1958 wurden die Ruine abgerissen. Nur die Straßenfront blieb als Mahnmal gegen Krieg und Faschismus, erhalten.
Die 1988 gegründete Stiftung "Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum" machte es sich zur Aufgabe, die Neue Synagoge wiederaufzubauen und ein Zentrum jüdischer Kultur zu schaffen.

Das Gebäude wurde im Dezember 1994 der Stiftung übergeben. Es wurde nicht wieder zur Synagoge geweiht, enthält aber einen Gebets- und Andachtsraum. Außerdem informiert eine ständige Ausstellung unter dem Titel: "Tuet auf die Pforten" über jüdisches Leben in Berlin.
Der Bibelvers (Jesaja 26/2) wurde in hebräischer Sprache über dem Eingang der Synagoge angebracht.

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