Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Otto Suhr

Otto Suhr wurde am 17. August 1894 in Oldenburg geboren und starb am 30. August 1957 in Berlin.
Vom 11. Januar 1955 bis zu seinem Tod war der SPD-Politiker Regierender Bürgermeister von Berlin.

Otto Suhr stammte aus einem liberalen Elternhaus. Er studierte in Leipzig Volkswirtschaft, Geschichte und Zeitungswissenschaft. Wegen des Ersten Weltkrieges musste Suhr zunächst sein Studium unterbrechen und promovierte 1923 zum Dr. phil.
Otto Suhr, der noch während des Krieges in die SPD eingetreten war, arbeitete zunächst als Pressereferent, danach bekleidete er das Amt eines Arbeitersekretärs beim Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund und danach war er im Ortsvorstand der Stadt Kassel tätig, wo er Philipp Scheidemann (Oberbürgermeister in Kassel von 1919-1925), kennenlernte.
1925 wirke Suhr als Dozent an der Universität in Jena und wurde 1926 Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung beim Allgemeinen freien Angestelltenbund. In den 1930-er Jahren arbeitete Otto Suhr in seiner Eigenschaft als Journalist für mehrere Zeitungsverlage, u.a. für die Berliner Wochenzeitschrift "Blick in die Zeit", die "Frankfurter Zeitung" und das Magazin "Deutscher Volkswirt".
Seinen Wohnsitz hatte Suhr im Berliner Bezirk Wilmersdorf.

Wegen seiner gewerkschaftlichen Aktivitäten und seiner jüdischen Ehefrau Susanne (geb. Pawel) ging Otto Suhr während der Zeit der Nationalsozialisten in den Untergrund. Schutz vor der Gestapo fand er bei der Journalistin und Widerstandskämpferin Herta Zerna (1907-1992), die nicht nur ihm und seiner Frau sondern auch anderen politisch Verfolgten Unterschlupf gewährte.

Nach dem Ende des Krieges wurde Suhr erster Generalsekretär der SPD und später Vorsitzender des Berliner Landesverbandes.
Vehement wehrte er sich gegen den Zusammenschluss der Berliner SPD mit der KP.
1948 war er als Beobachter an dem Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee tätig und gehört somit zu den Vätern des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Außerdem war er an der Ausarbeitung der Westberliner Verfassung von 1950 beteiligt.
Von 1949 bis 1951 war Otto Suhr Mitglied des Bundestages und von 1950 bis 1954 Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses. Außerdem war er Direktor der Deutschen Hochschule für Politik und Honorarprofessor für Theorie der Politik an der Freien Universität Berlin.
Gemeinsam mit Louise Schroeder (1887-1957) gab Suhr die Zeitschrift "Das sozialistische Jahrhundert" heraus.
1954 wurde Otto Suhr mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

1955 wurde Otto Suhr zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt und bezog seinen neuen Amtssitz im Rathaus Schöneberg.
In seine Amtszeit fällt das von ihm konzipierte und für den wirtschaftlichen Aufschwung Westberlins so wichtige Wiederaufbauprogramm, das 1955 vom Bonner Wirtschaftsministerium als "Berliner Aufbauprogramm" verabschiedet wurde.
Sein Amt als Bundesratspräsident, in das er am 19. Juli 1957 gewählt worden war, konnte er jedoch nicht mehr ausüben, da er kurz nach Vollendung seines 63. Geburtstags an den Folgen seiner Leukämieerkrankung in Berlin verstarb.
Sein Nachfolger wurde Willy Brandt.

Seine letzte Ruhe fand Otto Suhr auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf. Dort belegt er ein Ehrengrab des Landes Berlin.
Zum Gedenken an den ehemaligen Regierenden Bürgermeister wurde die Berliner Straße in Berlin-Charlottenburg in Otto-Suhr-Allee umbenannt.
Das Institut für Politikwissenschaft an der Freien Universität in Berlin trägt ebenfalls den Namen Otto Suhr.

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