Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Spree

Berlin, Spree im Regierungsviertel "Berlin ist aus dem Kahn gebaut" lautet ein uralter Spruch und in der Tat, ohne die Spree wäre die heutige Millionenmetropole nicht denkbar. An ihren Ufern ist Berlin entstanden, sie war die Versorgungsader, die die Menschen mit Nahrungsmitteln, Bau- und Brennmaterialien versorgte, sie war die Kraft, die jahrhundertelang die Mühlen antrieb und damit Handel und Gewerbe zum Blühen brachte. Dank ihrer Existenz konnte aus dem kleinen, unbedeutenden Fischerdorf "Spree-Athen" entstehen, eine glanzvolle Residenzstadt für Kurfürsten, Könige und Kaiser.

Die Spree entstand vor rund 15000 Jahren, als die Gletscher der letzten Eiszeit schmolzen. 352 Kilometer fließt sie vom Oberlausitzer Bergland durch Sachsen und Brandenburg bis sie Berlin erreicht und nach weiteren 46 Kilometern in die Havel mündet..
Drei sächsische Gemeinden beanspruchen den Besitz der Spreequelle für sich: Ebersbach-Spreedorf, Neugersdorf und Walddorf am Kottmar, dem zweithöchsten Berg des Oberlausitzer Berglandes, nahe der tschechischen Grenze.

Bevor die Spree nach Bautzen kommt, wo sie eine Talsperre durchläuft, berührt sie für wenige hundert Meter tschechisches Gebiet.

Brandenburg
Bei Spremberg wird das Wasser der Spree wiederum gestaut. Danach fließt die Spree durch die Lausitz, die Heimat der Sorben, einem slawischen Volk, das im 6. und 7. Jahrhundert aus den Karpaten kam und sich hier am Fluss niederließ. Die damaligen Siedler nannten den Fluss "Sprewja", die Spritzende, Sprudelnde.
Noch heute leben die Sorben hier, haben sich aber über die Jahrhunderte ihre kulturelle Identität erhalten.
Im 17. Jahrhundert kamen auch flämische Tuchmacher in dieses Gebiet und brachten 1679 aus ihrer Heimat Gurkensamen mit. Dies war die Geburtsstunde der "Spreewaldgurke".
Ende des 17. Jahrhunderts wurde hier der letzte Bär erlegt.
Spreewald
Während die Ausbeutung der Lausitz durch den Braunkohletagebau tiefe Narben in die Landschaft geschlagen hat, sind im Spreewald Rückzugs- und Schutzgebiete für Tiere und Pflanzen entstanden.
Die Spree verzweigt sich hier in der Niederlausitz in rund 300 Wasserläufe, wodurch eine einzigartige Niederungs- und Auenlandschaft entstanden ist, die von Fischottern, Kormoranen, Seeadlern, Schwarzstörchen und Kranichen als Lebensraum genutzt wird.
Nördlich von Cottbus - zweitgrößte Stadt Brandenburgs und kulturelles Zentrum der Sorben in der Niederlausitz - entstand das Naturschutzgebiet Biotopverbund Spreeaue, ein rund 635 Hektar großes Naturschutzgebiet. Die Peitzer Teiche im Landkreis Spree-Neiße werden von Wasservögeln als Rast- und Brutplätze genutzt.
Ca. 100 Kilometer südlich von Berlin erstreckt sich das "Biosphärenreservat Spreewald", eine in Mitteleuropa einzigartige Landschaft aus natürlichen und künstlichen Wasserläufen, Feuchtwiesen, Äckern und Auenwäldern, die unter der Schirmherrschaft der UNESCO steht.
Der ca. 300 Hektar große Neuendorfer See, der ebenfalls zum Schutzgebiet "Biosphärenreservat Spreewald" gehört, ist der nördlichste Punkt des Spreewaldes. Hier werden viele der Spreearme wieder miteinander vereint.

Am nordöstlichen Rand des Spreewaldes im Landkreis Dahme-Spreewald fließt die Spree durch den Schwielochsee, den größten natürlichen See Brandenburgs und weiter durch das Berliner Urstromtal in den Dämeritzsee, der zur einen Hälfte auf Brandenburger und zur anderen Hälfte auf Berliner Gebiet liegt.

Berlin
In Berlin-Rahnsdorf im Bezirk Köpenick fließt die Spree in den Müggelsee. Dieser ist mit seinen 7,5 Quadratkilometern der größte See Berlins.
In Höhe der Köpenicker Altstadt fließt die Dahme in die Spree.
Die Strecke, die der Fluss vom Dämeritzsee bis nach Berlin-Köpenick zurücklegt, wird als Müggelspree bezeichnet.

Hinter der in der Friedrichstraße in Berlin-Mitte liegenden Weidendammer Brücke, die aus dem 17. Jahrhundert stammt und somit zu den ältesten Brücken Berlins gehört, floss bis zur Teilung der Stadt ein weiterer Fluss in die Spree - die Panke.
Zwei Spreearme bilden die Spreeinsel, auf der sich u.a. auch die Museumsinsel befindet. Sowohl der Berliner Dom als auch das Bodemuseum und das Pergamonmuseum werden von der Spree gestreift.
Ihr Weg durch Berlin-Mitte führt die Spree auch durch das Regierungsviertel mit dem Marie-Elsabeth-Lüdershaus, dem Reichstag und dem Bundeskanzleramt.
Am Humboldthafen, in der Nähe des Hauptbahnhofs, schlängelt sich die Spree am Großen Tiergarten entlang, vorbei am Schloss Bellevue, mündet schließlich in Spandau in die Havel, fließt durch das Havelland in die Elbe, die dann wiederum in die Nordsee fließt.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Spree in Berlin für die Schifffahrt ausgebaut. Berlin war zu jener Zeit hinter Duisburg die zweitgrößte Binnenhafenstadt Deutschlands.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges fiel der Schlacht um Berlin fast die Hälfte der Spreebrücken zum Opfer.
Während der Teilung der Stadt wurde die Spree zum Grenzfluss. Die DDR nutzte die Spree aber noch immer als Versorgungsader, obwohl dies oft große Umwege bedeutete.
Seit der Wende spielt die Binnenschifffahrt so gut wie keine Rolle mehr. Heutzutage wird die Spree von Freizeitkapitänen genutzt oder von den zahlreichen Ausflugsdampfern, die sowohl Touristen als auch Einheimischen eine andere Perspektive auf Berlin vermitteln.

Aber die Spree hat ein Problem: auf Grund ihres sehr geringen Gefälles liegt ihre Fließgeschwindigkeit bei nur maximal 50 Zentimetern pro Sekunde und in Berlin sind es nur noch neun Zentimeter.
Erstmals wurde im Jahr 2003 beobachtet, dass der Fluss bei Köpenick rückwärts floss.
Außerdem leidet die Spree während der normalerweise zu trockenen Sommermonate unter einer unzureichenden Zufuhr von Frischwasser. Der dadurch entstehende Sauerstoffmangel bedroht das Ökosystem des Flusses.
Um der Spree bei Bedarf Wasser zuführen zu können, wurden Ende 1990 sowohl in Brandenburg als auch in Berlin Speicherseen angelegt.

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