Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Schloss Köpenick

Berlin, Schloss Köpenick Das auf dem nördlichen Teil der Dahmeinsel gelegene Schloss Köpenick im gleichnamigen Berliner Ortsteil wurde im Auftrag von Kurfürst Friedrich III nach Plänen des niederländischen Baumeisters Rutger von Langfeld in den Jahren 1677 bis 1681 im holländischen Barock umgebaut.

Der Vorgängerbau war ein 1585 im Renaissancestil errichtetes Jagdschloss, für das Kurfürst Joachim II eine spätmittelalterliche Burg abreißen ließ. Die erste Burg, die an dieser Stelle stand, stammte aus dem Frühmittelalter und wurde von den Slawen erbaut, die sich in Köpenick angesiedelt hatten.
Als der Kurfürst bei einer Wolfsjagd zusammenbrach, reichte ihm sein Kämmerer Lippold Ben Chluch einen Trunk, doch Joachim II starb. Nun wurde Lippold des Giftmordes beschuldigt, der Folter unterzogen und später auf besonders grausame Weise hingerichtet. Per Gesetz wurden alle Juden aus Berlin und Brandenburg vertrieben.

Im Jahr 1631 nahm König Gustav Adolf von Schweden im Schloss Quartier. Seine Versuche allerdings, Kurfürst Georg Wilhelm zur Teilnahme am Dreißigjährigen Krieg zu bewegen, blieben erfolglos.
Nach dem Krieg veranlasste der spätere König Friedrich I einen Ausbau des Schlosses. Johann Arnold Nering errichtete 1684 den Wirtschaftsflügel, das Hoftor und die Schlosskirche. Die beiden Torhäuser wurden erst in den Jahren 1804 bis 1806 fertiggestellt.
Hier verbrachte Friedrich vier glückliche Jahre mit seiner Ehefrau Elisabeth Henriette, bis diese im Alter von nur 21 Jahren an den Pocken erkrankte und starb. Seine zweite Ehefrau Sophie Charlotte gefiel es auf der Schlossinsel nicht und so geriet das Schloss fast in Vergessenheit bis hier im Oktober 1730 das Kriegsgerichtsverfahren gegen den achtzehnjährigen Kronprinzen und späteren König Friedrich II, dessen Freund und Vebündeten Leutnant Hans Hermann von Katte und den Leibpagen und Vertrauten Peter Karl Christoph von Keith stattfand. Der Soldatenkönig forderte den Tod für seinen Sohn, was aber die Proteste der europäischen Fürsten verhinderten. Katte wurde in Küstrin in Anwesenheit des Kronprinzen geköpft, Keith war schon zuvor die Flucht nach England gelungen.
Berlin, Schloss Köpenick
Bis zu ihrem Tod im Jahr 1782 nutzte Henriette von Brandenburg-Schwedt, eine Enkelin des Großen Kurfürsten, das Schloss als Domizil. Zwischen 1830 und 1848 diente der Schlosskeller als Gefängnis für politische Häftlinge. Auch der Dichter Fritz Reuter wurde hier eingekerkert.

In der Schlosskirche gründeten Niederländer und Deutsche 1684 gemeinsam eine reformierte Gemeinde. Diese war nicht nur Zufluchtsort für unzählige Hugenotten, die nach dem Edikt von Potsdam aus Frankreich nach Berlin und Brandenburg strömten sondern auch für Gegner der NS-Kirchenpolitik, die aus ihren Gemeinden ausgeschlossen worden waren. Der hier wirkende Pfarrer Georg Ratsch gewährte ihnen und auch den Verfolgten der Köpenicker Blutwoche Schutz und Unterschlupf.

Seit 1963 beherbergt das Schloss ein Kunstgewerbemuseum. Eines der Prunkstücke ist das Große Silberbuffet aus dem Rittersaal des Berliner Stadtschlosses.
1994 begannen umfangreiche Restaurierungsarbeiten. Am 27. Mai 2004 wurde das Schloss wiedereröffnet. Es dient heute als Dependance des Kunstgewerbemuseums am Kulturforum in Berlin-Mitte.
Der einst barocke Schlossgarten ist heutzutage ein Landschaftspark ohne historisches Vorbild. Im Schlosshof finden während der Sommermonate Veranstaltungen und Konzerte statt.

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