Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Jagdschloss Grunewald

Berlin, Jagdschloss Grunewald Das älteste, noch erhaltene Schloss Berlins ist das von Kurfürst Joachim II Im Jahr 1542 in Auftrag gegebene und von Caspar Theiss einst im Renaissancestil erbaute Jagdschloss "Zum grünen Wald". Das am Südostufer des Grunewaldsees gelegene Schloss erfuhr im Laufe der Jahrhunderte einige grundlegende bauliche Veränderungen. So ließ Kurfürst Johann Georg Ende des 16. Jahrhunderts das Schloss von Graf Rochus zu Lynar um zwei Eckflügel erweitern.
Kurfürst Friedrich III, der spätere König Friedrich I in Preußen, ließ das Schloss umbauen, sanieren und modernisieren. Auch das Schlossgelände wurde grundlegend verändert.
Mit den Arbeiten betraut wurde der Hofbaumeister Arnold Nering und nach seinem Tod im Jahr 1695 dessen Nachfolger, der Hofbaumeister Martin Grünberg. Als auch Grünberg 1706 verstarb, übernahm Johann Heinrich Behr die Leitung der Bauarbeiten.
Friedrich der Große, sein Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II sowie dessen Sohn Friedrich Wilhelm III fanden keinen Gefallen an der Jagd und so geriet das Schloss fast in Vergessenheit.
Erst die Söhne von Friedrich Wilhelm III, Friedrich Wilhelm IV und Wilhelm I gaben dem Schloss seine einstige Bedeutung zurück.

Ein Teil der Strecke vom Jagdschloss zum Berliner Stadtschloss führte über den heutigen Kurfürstendamm, der Anfang des 16. Jahrhunderts als Knüppeldamm durch sumpfiges Gelände führte und eigens für die kurfürstlichen Reiter und ihre Gäste angelegt wurde. Davon zeugen noch heute einige der Nebenstraßen der Flaniermeile, die nach ehemaligen Kurfürsten benannt wurden.
Erbaut wurde das Schloss einst in der Teltower Heide, dem heutigen Grunewald, der zum Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf gehört, während der an das Schloss angrenzende Grunewaldsee im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf liegt.
Berlin, Jagdschloss Grunewald
Aber was wäre ein Schloss ohne sein Schlossgespenst? Auch im Jagdschloss Grunewald soll es spuken! So rankten sich wilde Gerüchte um eine rätselhafte Wendeltreppe im westlichen Eckflügel. Anna von Sydow, die "schöne Giesserin", langjährige Mätresse von Joachim II, die bis zu ihrem Tod von dessen Sohn und Nachfolger in der Festung Spandau eingekerkert wurde, soll hier des Nachts ihr Unwesen treiben, denn das Volk glaubte, dass die Geliebte hinter der Wand dieser Wendeltreppe lebendig eingemauert wurde.
Auch von einer weißen Frau wird erzählt, einer ehemaligen Hofdame, die in diesem Schloss elendig verhungern musste....
Aber das Jagdschloss Grunewald kann nicht nur mit Spukgeschichten aufwarten sondern auch mit einem handfesten Polit-Skandal, der sich hier im Januar 1891 zugetragen hat - die sogenannte Kotze-Affäre. Es ist die Geschichte einer wilden und tabulosen Sexorgie, die fünfzehn Angehörige des kaiserlichen Hofes hier feierten. Wilhelm II, der unzählige Affären hatte, meist mit teuren Prostituierten, war zwar an jenem verhängnisvollen Sonntagabend nicht im Schloss, dennoch wurde sein Ruf schwer beschädigt und die Moral der Hohenzollern ernsthaft in Frage gestellt.

Heutzutage dient das Schloss als Museum für historische Jagdutensilien.

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