Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Hans Scharoun

Bernhard Hans Henry Scharoun wurde am 20. September 1893 als Sohn eines Kaufmanns in Bremen geboren und starb am 25. November 1972 in Berlin.
Der Architekt war ein bedeutender Vertreter des organischen Bauens, einer Architektur der Moderne, die keiner Stilrichtung oder Zwängen der Ästhetik unterworfen ist und ein Gebäude allein aus seiner besonderen Funktion, seinem sozialem Umfeld und seiner landschaftlichen Umgebung heraus entstehen lässt.

Die frühen Jahre
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Die letzten Jahren

Die frühen Jahre
Scharoun, der in Bremerhaven aufwuchs, entdeckte seine Liebe zur Architektur schon früh. Bis zu seinem Tod im Jahr 1911 stellte sich der Vater dem Berufswunsch seines Sohnes in den Weg, während die Mutter ihren Sohn heimlich unterstützte.
Nach dem Besuch des Gymnasiums nahm Scharoun sein Studium an der Technischen Hochschule in Charlottenburg auf und arbeitete nebenbei für das Architekturbüro von Paul Kruchen.

Während des Ersten Weltkrieges war Scharoun als Architekt und Bauberater in Ostpreußen tätig und half dort nach Kriegsende beim Wiederaufbau der zerstörten Städte. Zu diesem Zweck gründete er in Insterburg sein erstes Architekturbüro.
Im November 1919 wurde Scharoun Mitglied der von Bruno Taut ins Leben gerufenen Künstlergemeinschaft "Gläserne Kette".

1920 heiratete Scharoun Aenne, die Tochter des befreundeten Architekten Georg Hoffmeyer.
Von 1925 bis 1932 war Scharoun Professor an der Staatlichen Akademie für Kunstgewerbe in Breslau und ab 1926 Mitglied der Architektenvereinigung "Der Ring". Dort lernte er Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe kennen.
1929 wurde Scharoun zusammen mit anderen Architekten mit der städtebaulichen Planung der Wohnsiedlung Siemensstadt in Berlin betraut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg
Während viele seiner Kollegen unter den Nationalsozialisten emigrierten, entschloss sich Scharoun zum Verbleib in Deutschland. Allerdings bekam er keine öffentlichen Aufträge mehr und war daher allein von privaten Bauherren abhängig.

1945 wurde Scharoun von der sowjetischen Militärregierung zum Stadtbaurat und Leiter des Bau- und Wohnungswesen des Magistrats von Groß-Berlin ernannt. Zwei Jahre später verlor Scharoun seinen Posten wieder, wurde aber zum Professor für Städtebau an die Fakultät für Architektur an der Technischen Hochschule Berlin berufen.
Im selben Jahr wurde Scharoun Leiter des Instituts für Bauwesen an der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Berlin. Diese Funktion hatte er bis 1950 inne. Allerdings konnte er seine Vorstellungen für die Neubebauung des zerstörten Berlins bis auf zwei Gebäude in der Karl-Marx-Allee 102/104 und 126/128 im Bezirk Mitte nicht durchsetzen.

Obwohl Scharoun eine ganze Reihe von Architekturwettbewerben gewann, wurden seine Ideen oftmals nicht umgesetzt. Anders verhielt es sich mit der Berliner Philharmonie, die in den Jahren 1956 bis 1963 errichtet wurde. Sie gilt als das Hauptwerk Scharouns und als ein ganz besonders gelungenes Beispiel für organische Architektur.
Entgegen der bis dahin üblichen Bauweise mit einer Bühne, auf der Orchester und Dirigent dem Publikum frontal gegenübertraten, wollte er die Musik in der Berliner Philharmonie buchstäblich in den Mittelpunkt rücken. Deshalb positionierte er die Bühne in die Mitte des Saales und gruppierte die Ränge terrassenförmig um diese herum.
Scharoun erläuterte sein damals revolutionäres Konzept mit folgenden Worten:

"Es ist gewiss kein Zufall, dass Menschen sich heute wie zu alten Zeiten zu einem Kreis zusammenschließen, wenn irgendwo improvisiert Musik erklingt. Dieser ganz natürliche Vorgang, der von der psychologischen wie von der musikalischen Seite her jedem verständlich ist, müsste sich auch in einen Konzertsaal verlegen lassen"

Ähnlich wie die Philharmonie erhielt auch Scharouns einziger Sakralbau eine zeltartige Dachkonstruktion - die 1966 eingeweihte Johanneskirche in Bochum. Der feuergebrannte mehrfarbige Klinkerbau ist auffallend asymmetrisch, keine Wand steht der anderen parallel gegenüber. Als einziger Bauschmuck dienen kleine und sparsam verteilte Fenster. Seit 1997 steht die Kirche unter Denkmalschutz.

Die letzten Jahre
Von 1955 bis 1968 fungierte Scharoun als Präsident der Akademie der Künste in Westberlin und war danach ihr Ehrenpräsident. 1966 wurde er Gründungsmitglied der Paul-Hindemith-Gesellschaft in Berlin.
Am 25. November 1972 starb Hans Scharoun in Berlin im Alter von 79 Jahren. Seine letzte Ruhe fand er in einem Ehrengrab auf dem Waldfriedhof im Berliner Bezirk Zehlendorf.

Die Eröffnung der von ihm entworfenen Staatsbibliothek zu Berlin erlebte Scharoun nicht mehr. Der von ihm geplante Kammermusiksaal und das Musikinstrumentenmuseum am Kulturforum im Berliner Ortsteil Tiergarten wurden unter der Leitung seines ehemaligen Partners und Nachfolgers Edgar Wisniewski fertiggestellt.

Hans Scharoun wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen bedacht:
1959 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz und am 26. Februar 1969 wurde er zum Ehrenbürger von Berlin ernannt. Außerdem war er Ehrendoktor der Technischen Universität Berlin und der Universität in Rom.
Eine Straße in Berlin-Mitte trägt seinen Namen
!984 wurde in Berlin die Scharoun-Gesellschaft gegründet.
Hans Scharoun baute in Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen, Niedersachsen, Bremen und Brandenburg. Das einzige Gebäude, das er außerhalb Deutschlands errichtete, ist die Deutsche Botschaft in Brasilia.

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