Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Johann Gottfried Schadow

Brandenburger Tor, Quadriga Johann Gottfried Schadow wurde am 20. Mai 1764 in Berlin geboren und starb am 27. Januar 1850, ebenfalls in Berlin.
Er war der bedeutendste Bildhauer des deutschen Klassizismus und Begründer der Berliner Bildhauerschule, aus der Künstler wie Christian Friedrich Tieck und Christian Daniel Rauch hervorgingen.

Jugendjahre
Karriere
Die späten Jahre
Die bekanntesten Werke

Jugendjahre
Johann Gottfried Schadow war der älteste Sohn des aus dem Kreis Teltow stammenden Schneidermeisters Gottfried Schadow und dessen Ehefrau Anna Katharina Nilles, die ebenfalls aus dem Kreis Teltow stammte.
Schadow wuchs mit vier Geschwistern auf.
Den ersten Zeichenunterricht erhielt Schadow bei dem Bildhauer Giovanni Battista Selvino.
Nach dem Besuch des Gymnasiums zum Grauen Kloster wurde Schadow Schüler bei der aus Paris stammenden Miniaturmalerin Marie-Edmée Tassaert. Diese war die Ehefrau des französisch-flämischen Bildhauers Jean Pierre Antoine Tassaert, Leiter der Berliner Hofbildhauerwerkstatt sowie Rektor der Kunstakademie.
Nebenbei studierte Schadow an der Berliner Akademie der Künste.

Als er im Salon von Henriette Herz Marianne Devidels, die Tochter eines jüdischen Juwelenhändlers aus Wien kennenlernte, brannte er mit ihr nach Rom durch, wo er sie am 24. August 1785 heiratete. Zuvor war Schadow zum Katholizismus übergetreten, seine Frau hatte diesen Schritt schon 1779 vollzogen.
Aus der Ehe mit Marianne Devidels gingen zwei Söhne hervor: Karl Zeno Rudolf, der 1786 in Rom geboren wurde und Friedrich Wilhelm, der 1788 in Berlin zur Welt kam.
Nach einem rund zweijährigen Italienaufenthalt kehrte Schadow mit seiner Familie nach Berlin zurück, wo er auch wieder zum Protestantismus konvertierte, was er nicht zuletzt deshalb tat, um in den Staatsdienst aufgenommen zu werden.

Karriere
Zunächst arbeitete Schadow als Porzellanmaler in der Königlichen Porzellanmanufaktur.
Nach dem Tod von Tassaert im Jahr 1788 übernahm Schadow als Nachfolger seines ehemaligen Lehrers nicht nur die Leitung der Hofbildhauerwerkstatt sondern auch das damit verbundene Amt des "Directors aller Sculpturen". Dadurch lernte Schadow den Direktor des Oberhofbauamtes, Carl Gotthard Langhans kennen, mit dem er in den Folgejahren künstlerisch eng zusammenarbeitete.

Als ein Hauptwerk des Frühklassizismus gilt die 1797 fertiggestellte Prinzessinnengruppe, eine von Schadow geschaffene Skulptur der Kronprinzessin Luise und ihrer Schwester Friederike.
Ein anderes herausragendes Werk des Frühklassizismus ist Schadows Grabmal für den Grafen Alexander von der Mark, Sohn von Friedrich Wilhelm II und dessen langjährigen Mätresse Gräfin Lichtenau.
Schadow war auch am Entwurf des Bauschmuckes an der von Langhans erbauten Mohrenkolonnade in Berlin-Mitte beteiligt.
1795 modellierte Schadow die Quadriga für das von Langhans entworfene Brandenburger Tor.

Schadow schuf Bauschmuck, Grabmäler, Denkmäler, Reliefs, Reiterstandbilder, Statuen und Porträtbüsten. Aber er war nicht nur Bildhauer sondern auch Zeichner und Grafiker, der kunsthistorische und theoretische Schriften veröffentlichte.
1805 ließ Schadow sich in der heutigen Schadowstraße 10/11 in Berlin-Mitte auf Staatskosten ein Wohn-, Werkstatt- und Atelierhaus errichten.
Trotz dieser großzügigen Geste von Friedrich Wilhelm III, sank der Stern Schadows am Berliner Hof. Christian Daniel Rauch hieß nun der bevorzugte Künstler des Königspaares, was Schadow mit dem ihm eigenen bissigen Humor kommentierte: "Mein Ruhm ist in Rauch aufgegangen".

1815 wurde Schadow zum Direktor der Akademie der Künste in Berlin berufen.
Im selben Jahr starb seine Frau Marianne. Zwei Jahre später heiratete Schadow Caroline Henriette Rosenstiel. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor, von denen Richard, das erstgeborene Kind, schon wenige Monate nach seiner Geburt starb. 1819 kamen Felix und 1821 Lida zur Welt. Julius, der als letztes Kind geboren wurde, starb im Alter von nur drei Jahren.

1827 wurde Schadow Stadtabgeordneter und drei Jahre später Ehrendoktor der Philosophie an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin.
Im selben Jahr starb auch seine zweite Frau Henriette

Die späten Jahre
1836 wurde ihm zu Ehren die Kleine Wallstraße in Schadowstraße umbenannt.
1838 wurde Schadow der Rote Adlerorden 2. Klasse mit Brillanten verliehen, ihm folgte vier Jahre später der Orden "Pour le mérite", der ihm von Friedrich Wilhelm IV persönlich übergeben wurde. 1844 erhielt Schadow den schwedischen Nordstern-Orden.
Auf Grund eines Augenleidens und der damit verbundenen eingeschränkten Sehfähigkeit ging seine Schaffensperiode langsam zu Ende.

1849 veröffentlichte Schadow seine Memoiren unter dem Titel: "Kunstwerke und Kunstansichten".
Johann Gottfried Schadow starb am 27. Januar 1850 im Alter von 85 Jahren. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, wo auch Schinkel, Rauch und Stüler beerdigt wurden.

Die bekanntesten Werke
Grabmal des Grafen Alexander von der Mark, Alte Nationalgalerie, Berlin-Mitte
Bauschmuck an der Mohrenkolonnade in der Mohrenstraße, Berlin-Mitte
Quadriga, Brandenburger Tor
Prinzessinnengruppe, Alte Nationalgalerie, Berlin-Mitte
Prinzessinnengruppe (Gipsmodell), Friedrichswerdersche Kirche
Bronzestatue von Friedrich II mit seinen Windhunden Alkmene und Hasenfuß, Bodemuseum in Berlin-Mitte
Reliefentwürfe am Schadowhaus in Berlin-Mitte

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