Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Rathaus Schöneberg

Berlin, Rathaus Schöneberg Das Rathaus Schöneberg im Berliner Doppelbezirk Tempelhof-Schöneberg war von 1949 bis 1990 der Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters von Westberlin und Tagungsort des Berliner Abgeordnetenhauses.
Der Rathausvorplatz wurde in den Nachkriegsjahren ein beliebter Kundgebungs- und Versammlungsort.
Nach der Errichtung der Berliner Mauer am 13. August 1961 versammelten sich auf diesem Platz über 800.000 Berliner, um ihrer Wut und ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen.
Hier hielt John F. Kennedy am 26. Juni 1963 seine legendär gewordene Rede: ""All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and therefore, as a free man, I take pride in the words: ich bin ein Berliner!".
Hier fanden die alljährlichen Mai-Kundgebungen statt und von hier gingen am 2. Juni 1967 die Proteste gegen den Schah-Besuch aus, die schließlich zu dem tragischen Tod von Benno Ohnesorg und der Radikalisierung der Studentenbewegung führte.
Ein Tag nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 versammelten sich hier rund 20.000 Menschen, um das Ereignis gemeinsam zu feiern.

Der aus dem Jahre 1874 stammende erste Rathausbau auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz, dem heutigen John-F.-Kennedy-Platz, wurde zwischen 1891 und 1892 durch einen Neubau ersetzt.
Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde das Rathaus nicht wieder originalgetreu aufgebaut.
Seine Bedeutung als politisches Zentrum Westberlins hat das Rathaus Schöneberg seit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten verloren.
Heute befindet sich der Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters im Roten Rathaus und die Parlamentarier tagen wieder im ehemaligen Preußischen Landtag

Jeden Tag um 12 Uhr läutet die Freiheitsglocke vom 70 Meter hohen Rathausturm. Sie ist die größte profane Glocke der Stadt und hat ein tiefes e. Die Inschrift lautet: "That this world under God shall have a new birth of freedom".
Ihre Existenz verdankt sie Lucius D. Clay, der nach dem Ende der Berlin-Blockade in einem "Kreuzzug für die Freiheit" zur Spende für den Guss der Glocke aufrief. Rund 16 Millionen Amerikaner beteiligten sich an dieser Spendenaktion und so konnte die Glocke in England nach dem Vorbild der "Liberty Bell" in Philadelphia gegossen werden, bevor sie eine Reise durch 26 Bundessaaten der USA antrat.
Die Unterschriftenliste der Spender und der Freiheitsschwur befinden sich bis heute im Rathaus.

Der Freiheitsschwur lautet: "Ich schwöre, der Aggression und der Tyrannei Widerstand zu leisten, wo immer sie auf Erden auftreten werden. Ich bin stolz darauf, am Kreuzzug für die Freiheit teilgenommen zu haben. Ich bin stolz darauf, dass ich zur Herstellung der Freiheitsglocke beigetragen und diese Freiheitserklärung unterschrieben habe, dass mein Name nun ein ewiger Bestandteil des Freiheitsschreins in Berlin sein wird, und dass ich mich den Millionen Männern und Frauen in der ganzen Welt angeschlossen habe, denen die Sache der Freiheit heilig ist."

Das Läuten der Freiheitsglocke wurde jeden Sonntag im RIAS übertragen zusammen mit den Worten: "Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde."
Am 24. Oktober 1950 läutete die Berliner Freiheitsglocke zum ersten Mal. General Lucius D. Clay, Bundeskanzler Konrad Adenauer, Oberbürgermeister Ernst Reuter und eine halbe Million Berliner waren gekommen.
Aber auch anlässlich dramatischer Ereignisse läutete die Glocke, so zum Aufstand in der DDR 1953, zum Ungarnaufstand 1956, zum Bau der Mauer 1961 und zum Tode Kennedys 1963.
Am 3. Oktober 1990 verkündete die Freiheitsglocke die Deutsche Einheit und nach dem Anschlag auf das World Trade Center vom 11. September 2001 läutete sie sieben Minuten lang.

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