Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Erwin Planck

Erwin Planck, wurde am 12. März 1893 in Berlin-Charlottenburg geboren und starb am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee. Er war ein Berliner Politiker und NS-Widerstandskämpfer.
Er war das jüngste Kind des Physikers, Nobelpreisträgers und Entdeckers der Quantenphysik, Max Planck und dessen ersten Ehefrau Marie Merck, Tochter aus wohlhabendem Hause. Erwin, der mit seinem älteren Bruder Karl und seinen Zwillingsschwestern Emma und Grete aufwuchs, wurde eine national-konservativ geprägte, preußisch-protestantische Erziehung zuteil, die dazu führte, dass er ein Anhänger der Monarchie war und ein Gegner der Weimarer Republik. Anfangs sympatisierte er auch mit den Nationalsozialisten, lehnte die Judenverfolgung aber vehement ab.

Nach dem frühen Tod der Mutter im Oktober 1909 heiratete der Vater am 14. März 1911 deren 25 Jahre jüngere Nichte Marga von Hoesslin.
Nach dem Abitur schlug Erwin Planck zunächst die Offizierslaufbahn ein. Während er kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges verletzt wurde und in französische Gefangenschaft geriet, fiel sein Bruder Karl im Mai 1916 bei Verdun.
Ab 1920 war Erwin Planck als Ministerialbeamter in der Reichskanzlei tätig. 1923 heiratete er die Medizinstudentin Cornely ("Nelly") Schoeller, jüngste Tochter eines Berliner Bankiers. Die Ehe blieb kinderlos.
1932 wurde Planck Staatssekretär unter Franz von Papen und später unter Kurt von Schleicher, einem engen Freund und Vertrauten.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Planck entlassen und arbeitete fortan in der Privatwirtschaft. Als das Ehepaar Schleicher am 30. Juni 1934 in seiner Villa in Neubabelsberg im Zusammenhang mit dem sogenannten Röhm-Putsch von der SS erschossen wurde und Plancks Bemühungen um Aufklärung des Verbrechens ins Leere liefen, vollzog er, der bis dahin immer den Weg des Kompromisses gesucht und sich so gut wie möglich mit dem Nazi-Regime arrangiert hatte, allmählich eine Kehrtwende in seiner poltischen Gesinnung.
1936 wurde Planck leitender Angestellter des Kölner Otto-Wolff-Konzerns und später in Berlin Leiter und Aufsichtsratmitglied der Deutschen Effecten- und Wechselbank.

Vergeblich versuchten er und seine Mitstreiter wie der Finanzminister Johannes Popitz und Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, den bevorstehenden Krieg zu verhindern, da sie befürchteten, ein Angriff auf Polen könnte in einem Zweiten Weltkrieg enden.
In der Erwartung eines baldigen Sturzes Hitlers entwarfen im Jahr 1940 Planck, Popitz, Ulrich von Hassell und Generaloberst Ludwig Beck ein "Vorläufiges Staatsgrundgesetz". Außerdem beteiligte sich Planck, ein Mitglied der Gruppe um Carl Friedrich Goerdeler, am Attentat vom 20. Juli 1940 auf Adolf Hitler.
Der Umsturzversuch im Führerhauptquartier Wolfsschanze scheiterte kläglich. Die von Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg gelegte Bombe explodierte zwar, verletzte Hitler aber nur leicht.
Der Bendlerblock in Berlin, von wo aus Stauffenberg und seine Mitverschwörer die Macht übernehmen wollten, wurde besetzt. Beck wurde zum Selbstmord gezwungen. Stauffenberg, Olbricht und zwei weitere Beteiligte erschoss man noch in derselben Nacht im Innenhof des Gebäudes. Hunderte von Verdächtigen wurden in den darauffolgenden Monaten festgenommen, über 180 von ihnen zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Erwin Planck wurde am 23. Juli 1944 in seiner Wohnung verhaftet und in das Hauptquartier der Gestapo gebracht, wo er misshandelt und mehrfach gefoltert wurde.
Am 23. Oktober 1944 wurde Erwin Planck in einem Schauprozess vom Volksgerichtshof unter Vorsitz von Roland Freisler wegen Hochverrats zum Tode verurteilt.
Vergeblich flehte der greise Max Planck um das Leben seines Sohnes. Unter Hinweis auf seine Verdienste schrieb er an Hitler:

"Mein Führer! Ich bin zutiefst erschüttert durch die Nachricht, dass mein Sohn Erwin vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt worden ist. Die mir wiederholt von Ihnen, mein Führer, in ehrenvollster Weise zum Ausdruck gebrachte Anerkennung meiner Leistungen im Dienste unseres Vaterlandes berechtigt mich zu dem Vertrauen, dass Sie der Bitte des im siebenundachtzigsten Lebensjahr Stehenden Gehör schenken werden. Als Dank des deutschen Volkes für meine Lebensarbeit, die ein unvergänglicher geistiger Besitz Deutschlands geworden ist, erbitte ich das Leben meines Sohnes."

Auch die Bemühungen des Otto-Wolff-Konzerns, die Todesstrafe in eine Freiheitsstrafe unzuwandeln, blieben erfolglos.
Am 23. Januar 1945 wurde Erwin Planck im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee im Alter von 51 Jahren durch Erhängen hingerichtet. Mit ihm starben an diesem Tag noch zehn weitere Regimegegner, darunter auch Graf Moltke und der frühere württembergische Staatspräsident Eugen Bolz. Max Planck starb am 4.Oktober 1947 im Alter von 89 Jahren und wurde auf dem Stadtfriedhof Göttingen beigesetzt.
Berlin gedenkt des Widerstandkämpfers durch eine Gedenktafel an seiner ehemaligen Schule im Ortsteil Wilmersdorf.

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