Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Berliner Philharmonie

Berlin, Philharmonie In der Nachbarschaft zur St. Matthäuskirche und der Neuen Nationalgalerie in Berlin-Mitte steht die von Hans Scharoun (1893-1972) erbaute und am 15. Oktober 1963 eröffnete Philharmonie.
Da die alte Philharmonie in der Bernburger Straße in Berlin-Kreuzberg am 30. Januar 1944 bei einem alliierten Luftangriff zerstört wurde, mussten die Berliner Philharmoniker in der Nachkriegszeit zunächst auf Kirchen und Kinos ausweichen.
1956 gewann der Bremer Architekt, Hans Scharoun, den Wettbewerb zum Neubau der Philharmonie, die eigentlich in der Bundesallee in Berlin-Wilmersdorf entstehen sollte. Man entschied sich dann aber doch für den im Zweiten Weltkrieg völlig verwüsteten Klemperplatz in der Nähe des Potsdamer Platzes. Dies war ein Glück für die Philharmonie, denn hier sollte das Solitärgebäude erst richtig zur Geltung kommen.
Die Grundsteinlegung für den knapp 18 Millionen DM teuren Bau erfolgte in Anwesenheit von Herbert von Karajan, der auch die Rede hielt.
Nach nur dreijähriger Bauzeit wurde die Philharmonie am 15. Oktober 1963 im Beisein der Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan, Willy Brandt und Hans Scharoun, der sein Werk als "gebaute Demokratie" verstand, eröffnet.

Der zunächst heftig umstrittene Bau gehört heute zu den Wahrzeichen Berlins.
Als revolutionär galt damals nicht nur die asymmetrische, an ein Zirkuszelt erinnernde Bauweise sondern auch die Aufhebung der altbekannten Anordnung von Bühne und Zuschauerraum. Scharoun, einer der bedeutendsten Vertreter der organischen Architektur, wagte es, die Bühne in der Mitte der Zuschauer anzusiedeln.
Während Karajan sich begeistert von diesem neuartigen Konzept zeigte, sagte sein Kollege, Hans Knappertsbusch, ein geplantes Konzert ab und auch George Szell hatte nichts als Kritik für das Gebäude übrig.
Berlin, Philharmonie Das Orchesterpodium ist der tiefste Punkt des Saales. Von ihm aus steigen die Zuschauerränge terrassenförmig in die Höhe, ähnlich wie in einem Amphitheater. Eine ausgeklügelte Technik sorgt für eine herausragende und auf allen Sitzplätzen gleich gute Akustik.
Das Foyer umschließt den gesamten Konzertsaal. Dieser verfügt über mehrere versenkbare Ebenen. Das Dach besteht aus einem Doppeldach mit einem Hohlraum und Schalldämpfern gegen störende äußere Einflüsse. Eine Lüftungsanlage bewegt rund 150.000 m³ Luft pro Stunde.
Der "Zirkus Karajani", wie die Berliner das Gebäude auch nannten, wurde vom Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan, mit der Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 von Ludwig van Beethoven eröffnet.

Die Philharmonie war der erste Bau des Kulturforums, das in Reichweite des Potsdamer Platzes und damit auch in unmittelbarer Nähe zur Berliner Mauer entstand. Die Grundsteinlegung erfolgte am 19. September 1960. Eigentlich sollte die Philharmonie allen Berlinern gehören, aber nach dem Bau der Mauer stand sie nicht mehr im Stadtzentrum sondern am Stadtrand.

Die heutige Außenfassade aus besonders behandelten Aluminiumblechen erhielt das Konzerthaus in den Jahren 1978 bis 1981.
Der große Saal der Philharmonie bietet Platz für 2440 Zuhörer. Für weitere 1180 Zuhörer ist der Kammermusiksaal konzipiert, der sich neben der Philharmonie befindet und der zwischen 1984 und 1987 ebenfalls nach Plänen des inzwischen verstorbenen Hans Scharoun entstand.
Die Philharmonie wurde mehrmals modernisiert. Heute verfügt sie über modernste Videotechnik, die von rund 100 technischen Mitarbeitern gewartet und überwacht wird.
Die Philharmonie ist das Zuhause der weltweit bekannten und vielfach national und international ausgezeichneten Berliner Philharmoniker, die bereits 1882 im heutigen Berlin-Kreuzberg gegründet wurden und deren Geschichte eng mit Herbert von Karajan verknüpft ist, der 1954 die Nachfolge von Wilhelm Furtwängler antrat und bis 1989, also 35 Jahre, ihr Chefdirigent war.
Weitere Chefdirigenten waren u.a. Sergiu Celibidache und Claudio Abbado. Seit 2002 lenkt der britische Stardirigent Sir Simon Rattle die Geschicke des Hauses.

Die Philharmonie gehört zum Bauensemble des Kulturforums und ist neben dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt das bedeutendste Konzerthaus der Stadt.
Am 20. Mai 2008 kam es auf Grund von Schweißarbeiten zu einem Großbrand, der aber nicht auf den Kammermusiksaal übergreifen konnte und auch nur geringe Schäden in den Innenräumen verursachte. 170 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um das Schlimmste zu verhindern.

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