Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Parochialkirche

Berlin, Parochialkirche Im Klosterviertel, der historischen Mitte der Stadt, steht die nach Plänen von Johann Arnold Nering im Barockstil erbaute Parochialkirche. Sie ist die älteste Kirche der reformierten Gemeinde in Berlin.
Nachdem Kurfürst Johann Sigismund 1613 zum Calvinismus übergetreten war, entstand in der Doppelstadt Berlin-Cölln eine reformierte Gemeinde.
Am 15. August 1695 legte Kurfürst Friedrich III den Grundstein für die erste reformierte Kirche der Stadt. Entworfen wurde sie von Johann Arnold Nering, der neben Andreas Schlüter der bekannteste Barock-Baumeister Berlins war. Da Nering jedoch zwei Monate nach der Grundsteinlegung verstarb, übernahm sein ehemaliger Mitarbeiter und Nachfolger im Amt des Hofbaumeisters Martin Grünberg die Bauleitung. Dieser richtete sich zwar nach den Plänen seines Vorgängers, setzte aber auf einen billigeren und weniger aufwendigen Kirchenbau.

Als am 27. September 1698 das fast vollendete Dachgewölbe in sich zusammenbrach, musste wiederum neu geplant werden. Dieses Mal wurde auch Andreas Schlüter in die Planungen einbezogen.
Während die Kirche am 8. Juli 1703 in Anwesenheit des preußischen Königspaares geweiht wurde, konnte der Turm erst am 24. April 1714 fertiggestellt werden. Sein Glockenspiel erklang zum ersten Mal am 1. Januar 1715.
Als man feststellen musste, dass die aus Berlin stammenden Glocken von minderer Qualität waren, entschloss sich die Gemeinde, neue Glocken bei dem Amsterdamer Uhrmachermeister Johann Albert de Grave, gießen zu lassen.
Nun erhielt die Parochialkirche ein Carillon mit 37 Glocken, das weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt wurde.
Im Jahr 1732 erhielt die Kirche eine Orgel von Joachim Wagner.

Obwohl die Parochialkirche am 24. Mai 1944 durch einen Bombenangriff zerstört wurde, fanden in der Ruine auch noch in den Nachkriegsjahren Gottesdienste statt, der letzte erfolgte am 20. August 1961.
Aus demselben Jahr stammt auch das von Fritz Kühn aus Schrott angefertigte Eisenkreuz, das im Altarraum der Kirche hängt.
Zunächst wurde das Gebäude für Ausstellungen und Konzerte genutzt, ab 1970 diente es als Möbellager.
Berlin, Parochialkirche, Schrottkreuz
Ab 1991 erfolgte eine vorsichtige Sanierung der Kirche. Allerdings fehlte für den Wiederaufbau der Turmspitze und des Glockenspiels das Geld. Spendensammlungen sollen die Rekonstruktion des Turmes, deren Kosten auf 3 Millionen Euro geschätzt werden, ermöglichen.
Eine Rekonstruktion der Kirche ist nicht vorgesehen. Man hat sich bei der Sanierung des Innenraums nur auf das Nötigste beschränkt. Die Wände sind unverputzt und die Decke zum Dachstuhl bleibt offen.
Heute finden in dem Gebäude Theateraufführungen, Konzerte und Ausstellungen statt.

Der Friedhof gehört zu den ältesten heute noch erhaltenen Friedhöfen Berlins. Er wurde von König Friedrich I und seiner Ehefrau Charlotte 1705 eingeweiht.
Die ersten Begräbnisse erfolgten 1706, die letzten 1854.
Der Straßenverbreiterung von 1862 fiel ein Teil des Friedhofs zum Opfer.

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