Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Panzerkonfrontation

Die Panzerkonfrontation am Checkpoint Charlie, durch die der innerstädtische Grenzübergang  traurige Berühmtheit erlangte, war neben der Kubakrise das gefährlichste Ereignis während des Kalten Krieges und brachte die Welt an den Rand einer Katastrophe.
Am 27. Oktober 1961, nur wenige Wochen nach Errichtung der Berliner Mauer, kam es zu einer Konfrontation zwischen amerikanischen und russischen Panzern, die sich 16 Stunden lang schussbereit gegenüber standen.

Der in der Friedrichstraße in Berlin-Mitte gelegene Grenzübergang Checkpoint Charlie war nur allliierten Militärs, Ausländern, Diplomaten, Mitarbeitern der Ständigen Vertretung der BRD in der DDR sowie DDR-Funktionären vorbehalten. Grenzkontrollen gab es nicht.
Ausgelöst wurde der Konflikt, als sich auf Anweisung des DDR-Innenministeriums amerikanische Militär-Angehörige in Zivil am Grenzübergang ausweisen sollten. Dies verstieß gegen die getroffenen Vereinbarungen und eskalierte binnen weniger Tage zu einer schwerwiegenden Krise.
Zunächst ließen die Amerikaner Panzer auffahren und erzwangen mit schwer bewaffneter Militärpolizei freie Grenzpassage.

Am 25. Oktober ließ General Lucius D. Clay am Checkpoint Charlie US-Panzer auffahren, um die Entschlossenheit der Amerikaner zu demonstrieren. Die Briten bekundeten ihre Unterstützung durch das Auffahren von Panzern im Tiergarten.
Nach Verhandlungen zwischen Watson und Solowjew, dem amerikanischen und dem sowjetischen Stadtkommandanten rückten die US-Panzer wieder ab. Doch bereits am darauffolgenden Tag gingen die Provokationen der DDR-Grenzer weiter.

Wieder fuhren amerikanische M48-Kampfpanzer auf. Diesmal rückten auch die Sowjets mit ihren T54-Kampfpanzern zum Checkpoint Charlie vor.
Weitere Panzer standen in den Nebenstraßen. Britische Einheiten warteten am Brandenburger Tor auf den Einsatzbefehl.

Die Verantwortung für diese explosive Situation trug Walter Ulbricht, dessen Provokationen den Sowjets höchst ungelegen kamen, durchkreuzten diese Störfeuer doch Chruschtschows Versuche einer internationalen Entspannungspolitik.
Aber auch Lucius D. Clay spielte mit dem Feuer. Für ihn stand ohnehin fest, dass nur Moskau hinter diesen neuen Schikanen stecken konnte und dass die einzige Sprache, die die Russen verstünden, die Gewalt sei.
Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, hatte Clay kurz zuvor im Grunewald eine Mauer errichten lassen, an der seine Soldaten den Durchbruch der Grenze schon einmal üben konnten.
Chruschtschow, dem dieses Manöver nicht verborgen geblieben war und der annehmen musste, dass die Amerikaner beabsichtigen, die Grenzanlagen niederzuwalzen, versetzte sein Militär in höchste Alarmbereitschaft.

Die ganze Nacht standen sich die feindlichen Lager gegenüber, unversöhnlich und zu allem entschlossen.

Zwischen Moskau und Washington liefen die Drähte heiß.
John F. Kennedy, dem die aggressive Haltung seines Generals missfiel, ließ Chruschtschow wissen, dass er eine Deeskalation der Situation wollte, woraufhin der Kreml-Chef die Panzer abzog. Auch die Amerikaner ließen wenig später ihre Panzer abrücken.
Beide Seiten sahen sich am Ende als Sieger und beide Seiten schlachteten diesen Vorfall propagandistisch aus.

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