Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Nikolaikirche

Berlin, Nikolaikirche Die Nikolaikirche in Berlin-Mitte ist nicht nur die älteste Kirche sondern auch das älteste Bauwerk der Stadt. Das Gotteshaus wurde um 1230 errichtet. Namensgeber ist der Heilige Nikolaus von Myra, ein griechischer Bischof aus dem vierten Jahrhundert und Schutzpatron der Kaufleute und Seefahrer.
Während die Cöllner Altstadt sich rund um die Petrikirche ausdehnte, entwickelte sich Berlin als Handelszentrum rund um den "Olden Markt" und die Nikolaikirche.
Die einst dreischiffige spätromanische Feldsteinbasilika wurde wenige Jahre nach ihrer Errichtung zu einer gotischen Kirche umgebaut, die aber 1348 den Flammen eines verheerenden Stadtbrandes zum Opfer fiel. Über 80 Jahre sollten bis zum Wiederaufbau des Gotteshauses vergehen.

Am 17. Januar 1461 stiftete die Bäcker-Innung, die neben den Tuchmachern, Fleischern und Schuhmachern zu den wohlhabenden Viergewerken gehörte, der Nikolaikirche einen Altar und sorgte zudem für die Besoldung eines Vikars.
Nach der Reformation in Berlin und Brandenburg entstanden in der Kirche rund 150 Erbbegräbnisse für einflussreiche, wohlhabende und angesehene Berliner Bürger. Das letzte Begräbnis fand 1819 statt.
Berlin, Nikolaikirche
In der Mitte des 15. Jahrhunderts erhielt die Nikolaikirche ihr heutiges Langhaus.
Den markanten Doppelturm erhielt die Kirche erst Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Architekten und Stadtbaurat Hermann Blankenstein. Der Konstruktion der Doppeltürme lagen auch Skizzen von Friedrich August Stüler zu Grunde.

An der Kirche wirkten bekannte protestantische Theologen, wie beispielsweise der Pfarrer und Kirchenlied-Dichter Paul Gerhardt oder der Kirchenlied-Komponist Johann Crüger sowie der Propst und Orientalist Andreas Müller. Aber auch der Pietist Philipp Jacob Spener war in der Nikolaikirche tätig.
Zehn Jahre lang war auch Wilhelm Wessel Pfarrer an dieser Kirche. Er war der Vater von Horst Wessel, dem berüchtigten SA-Sturmführer und Verfasser des "Wessel-Liedes"

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche stark zerstört. Jahrzehntelang kümmerte die Ruine vor sich hin, ihr endgültiger Abriss schien unausweichlich. Doch dann beschloss die DDR-Regierung anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins den Wiederaufbau des Nikolaiviertels und damit auch den Wiederaufbau der Nikolaikirche.
Die Kirche wurde - im Gegensatz zum Nikolaiviertel - nach alten Plänen originalgetreu wiederhergestellt. Darüber hinaus erhielt die Kirche ein aus 41 Glocken bestehendes Glockenspiel.

Im Jahre 2008 begann eine umfangreiche, zwei Jahre dauernde Restaurierung, die nicht ohne Überraschungen verlief. So entdeckte man schon verlorengeglaubte Engelsfiguren wieder und im Hinterkopf einer Christusfigur fand man gar eine Stifterurkunde aus dem Jahre 1784. Dort bedankte man sich mit der Stiftung des Kruzifixes für die überwundene Pest-Epidemie.
Am 21. März 2010 wurde die Nikolaikirche wiedereröffnet. Die Kosten für die Restaurierungsarbeiten beliefen sich auf 3,2 Millionen Euro.

Heute gehört das unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Stiftung Stadtmuseum und wird für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Die unter dem Motto "Vom Stadtgrund bis zur Doppelspitze" laufende Dauerausstellung gewährt einen Einblick in die Berliner Stadtgeschichte.
Berlin, Nikolaikirche Zu besichtigen sind u.a. ein Münzschatz, die holzgeschnitzte Kanzel der nur noch als Ruine vorhandenen Franziskaner-Klosterkirche und die Original-Walknochen, die an der historischen Gaststätte "Zur Rippe" auf der Fischerinsel in Berlin-Mitte hingen.

Eng ist die Nikolaikirche mit bedeutenden politischen Ereignissen verbunden: 1539 konvertierte hier der Rat von Berlin und Cölln zum evangelisch-lutherischen Glauben, 1809 - während der Befreiungskriege und der Reformen von Freiherr von Stein - wurde hier die erste Stadtverordnetenversammlung vereidigt und am 11. Januar 1991 fand hier die konstituierende Sitzung des neu gewählten Gesamtberliner Abgeordnetenhauses statt.

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