Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Neues Museum

Berlin, Neues Museum Das zwischen 1843 und 1855 errichtete Neue Museum auf der Museumsiunsel in Berlin-Mitte gilt als Hauptwerk des Architekten Friedrich August Stüler und gehört seit 1999 zum Weltkulturerbe Berliner Museumsinsel.
König Friedrich Wilhelm IV hatte eine Vision: er wollte im Norden der Spreeinsel eine Stätte für Wissenschaft und Kunst entstehen lassen.
Zu dem von Karl Friedrich Schinkel erbauten Alten Museum, dessen Räume für die Sammlungen zu klein geworden waren, sollten sich weitere Museen gesellen. Am 8. März 1841 erhielt Hofbaurat Friedrich August Stüler den Auftrag für die Planung eines Gebäudeensembles.
Stüler präsentierte dem Bauherrn den Entwurf für ein Gebäudekomplex aus drei Museen. Der Preußenkönig entschied sich zunächst für den Bau von nur einem Gebäude und so konnten die Bautätigkeiten bereits am 19. Juni 1841 beginnen.

Es entstand ein spätklassizistisches Gebäude, das heute zu den bedeutendsten Museumsbauten des 19. Jahrhunderts zählt und als Meilenstein der modernen Architektur gilt. Zum ersten Mal wurden bei einem preußischen Monumentalbau tragfähige Eisenkonstruktionen verwendet.
Da unter dem Museum eine 30 Meter dicke Torf- und Sumpfschicht - der sogenannte Kolk - verlief, war das Einrammen der Pfähle besonders schwierig. Aber während beim Bau des Alten Museums noch 15 Arbeiter einen Tag lang damit beschäftigt waren, einen einziges Pfahl in der Erde zu befestigen, kam beim Bau des Neuen Museums erstmals eine 5 PS starke Dampfmaschine zum Einsatz.
Die Holzpfähle wurden nach dem Einrammen in 35 bis 40 Meter Tiefe mit einem Holzrost fundamentiert.
Allerdings konnten beim Neuen Museum nicht alle 2344 Pfähle befestigt werden, so dass eine schwimmende Pfahlgründung entstand, die das Museum schon während seiner Entstehung absacken ließ und nur mit einer Eisenkonstruktion stabilisiert werden konnte.
Neu war aber auch die Idee, die Innenräume unterschiedlich und in Bezug auf ihre jeweiligen Exponate zu gestalten. Diese Konzeption wurde beim Bau des Märkischen Museums nachempfunden.
Die Kolonnaden, die die Alte Nationalgalerie und das Neue Museum verbinden, stammen ebenfalls von Friedrich August Stüler.

Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg fristete das Museum jahrzehntelang sein Dasein als Ruine, bis es endlich im Jahre 2003 unter der Leitung des britischen Stararchitekten David Chipperfield von Grund auf restauriert und wiederhergestellt wurde. Die Kosten für diese Baumaßnahmen beliefen sich auf etwa 295 Millionen Euro.
Am 21. September 2007 konnte das Richtfest am Neuen Museum gefeiert werden, am 5. März 2009 erfolgte die feierliche Schlüsselübergabe und am 16. Oktober 2009 erfolgte schließlich die Wiedereröffnung.

Das Ägyptische Museum wartet hier mit seiner Papyrussammlung auf sowie der Amarna-Sammlung und der Büste der Nofretete, ein Geschenk des Mäzens James Simon an Berlin. Zu sehen sind hier auch der Berliner "Grüne Kopf", eine ägyptische Büste aus der Zeit um etwa 500 v. Chr. und drei Opferkammern aus dem Alten Reich (2700-2200 v. Chr.).

Aber auch das Museum für Vor- und Frühgeschichte verfügt über ganz besondere Schätze: so u.a. der Berliner Goldhut, ein Artefakt aus der Bronzezeit, der Schädel des Neandertalers von Le Moustier und der verlorengeglaubte Schädel von Combe Capelle.
Auch die Troja-Sammlung von Heinrich Schliemann und eine Kopie des Goldschatzes des Priamos, der sich immer noch als Kriegsbeute in Russland befindet.
Das älteste Exponat ist ein 700.000 Jahre alter Faustkeil der Altsteinzeit, das jüngste ein Stück Stacheldraht der Berliner Mauer.

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