Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Moses Mendelssohn

Moses Mendelssohn wurde am 6. September 1729 als Sohn des Gemeindeschreibers Mendel Heymann und seiner Ehefrau Rachel Sara Wahl in Dessau geboren und starb am 4. Januar 1786 in Berlin.
Er war ein bedeutender Schriftsteller, Philosoph und Wegbereiter der Haskala, der jüdischen Aufklärung.

In Dessau besuchte Mendelssohn den Unterricht bei dem angesehenen Gelehrten, Rabbi David Hirschel Fränkel (1707-1762). Als Fränkel in seine Heimatstadt Berlin zurückkehrte, wo er 1943 das Amt eines Oberlandes- und Stadtrabbiners antrat, folgte ihm sein Schüler, um bei ihm seine Talmud-Studien fortzusetzen.
Während Mendelssohn sich zunächst mit dem Abschreiben hebräischer Texte seinen Lebensunterhalt finanzierte, übernahm er 1750 bei dem Seidenwarenfabrikanten Isaak Bernhard die Stelle eines Hauslehrers. Vier Jahre später wurde er Buchhalter der Seidenmanufaktur und nach dem Tod von Bernhard führte Mendelssohn zusammen mit Bernhards Witwe den Betrieb weiter.
Mendelssohn sprach neben jiddisch auch deutsch, hebräisch, aramäisch, lateinisch. französisch, englisch und griechisch.
Er übersetzte die Tora und die Psalmen ins Deutsche.

Moses Mendelssohn gewann nicht gerade durch seine äußere Erscheinung, denn er war klein gewachsen, hatte einen Buckel und neigte zum Stottern. Aber er war hoch gebildet, voller Esprit, sanftmütig und besaß ein lebhaftes und freundliches Wesen.
Seine inneren Werte waren es wohl auch, in die sich die aus Hamburg stammende Fromet Gugenheim (1737-1812) verliebte. Die als Schönheit geltende Fromet war die älteste Tochter des Kaufmanns Abraham Gugenheim. Einer ihrer Vorfahren war der Wiener Hofbankier Samuel Oppenheimer, ein anderer war Lehmann Gomperz, der Bankier des Großen Kurfürsten.
Nach einer einjährigen Verlobungszeit heirateten die beiden am 22. Juni 1762. Das Paar, das eine glückliche Ehe führte, bekam zehn Kinder, von denen sechs das Erwachsenenalter erreichten.
Damit gründeten Fromet und Moses eine Familiendynastie, die über fünf Generationen deutsch-jüdische Geschichte schreiben und die einmal Bankiers, Künstler und Gelehrte hervorbringen sollte.

Mendelssohn hatte gute und einflussreiche Freunde wie den Schriftsteller und Philosophen Thomas Abbt, den Philosophen Immanuel Kant, den Schriftsteller, Verleger und Vorsitzender des Berliner Montagsclubs, Friedrich Nicolai und den Dichter Gotthold Ephraim Lessing, der Mendelssohn in seinem Drama "Nathan der Weise" ein literarisches Denkmal setzte.
Mendelssohns Veröffentlichung "Abhandlung über die Evidenz in den metaphysischen Wissenschaften" im Jahre 1764 wurde mit dem Preis der Preußischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet.
1767 gelang Mendelssohn der Durchbruch mit seinem Buch "Phädon - Beweis von der Unsterblichkeit der Seele". Es machte ihn über Nacht berühmt.

Der Schriftsteller und Philosoph Marquis d'Argens verhalf Mendelssohn zum Privileg eines außerordentlichen Schutzjuden und sicherte ihm somit den Aufenthalt in Preußen.
Trotz des königlichen Schutzbriefes, den Friedrich der Große Moses Mendelssohn nach langem Zögern verlieh, gehörte der Preußenkönig nicht zu den Förderern des jüdischen Philosophen. Als die Berliner Akademie Mendelssohn als ordentliches Mitglied vorschlug, verweigerte der König seine Zustimmung.

Der Aufsatz "An die Freunde Lessings", mit dem Mendelssohn auf die rufschädigenden Angriffe des Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi auf seinen 1781 verstorbenen engsten Freund reagierte, war Mendelssohns letztes Werk.
Die Emanzipation der Juden, für die Mendelssohn sich sein Leben lang eingesetzt hatte, erfolgte erst am 11. März 1812 durch das von König Friedrich Wilhelm III erlassene Preußische Toleranzedikt, das die in Preußen lebenden Juden mit den anderen preußische Staatsbürgern gleichstellte.

Mendelssohn erlebte dies allerdings nicht mehr, denn er starb am 4. Januar 1786 in Berlin im Alter von 56 Jahren. Einen Tag später wurde er auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Berlin-Mitte bestattet.
Seine Witwe kehrte im Jahr 1800 nach Hamburg zurück und lebte dort im Kreis ihrer Familie. Am 16. März 1812 starb auch Fromet Mendelssohn. Sie fand ihre letzte Ruhe auf dem Jüdischen Friedhof in Hamburg-Altona.

Nach Mendelssohns Tod übernahm sein Freund, der Fabrikant, Schriftsteller und Gründer der jüdischen Freischule, David Friedländer dessen Rolle und wurde zum Wortführer und Organisator der Emanzipation des Judentums.
1992 wurde in Potsdam das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien gegründet.
Seit 1994 wird die Moses-Mendelssohn-Medaille an Personen verliehen, die sich für Toleranz und Völkerverständigung und für die deutsch-jüdischen Beziehungen einsetzen.

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