Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Marienkirche

Berlin, St. Marienkirche Die evangelische Marienkirche in Berlin-Mitte ist einer der wenigen noch verbliebenen Zeugen des mittelalterlichen Stadtkerns. Erbaut wurde sie in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Sie bildete den Mittelpunkt im einst dicht besiedelten historischen Marienviertel.
Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Kirche einige grundlegende bauliche Veränderungen. Der Turm des Gotteshauses stammt aus dem 15 Jahrhundert. 1661 setzte ein Blitzschlag den hölzernen Helm des Turmes in Brand. Um die eng aneinander gedrängten Häuser des Marienviertels vor einem Großbrand zu bewahren, befahl Generalfeldzeugmeister Otto Christoph von Sparr seinen Kanonieren, die Spitze herunterzuschießen. Der Schuss ließ die Spitze in der Mitte auseinanderbrechen und zu Boden fallen. Dort konnte der Brand rasch gelöscht werden.
Dank oder gar eine Auszeichnung erhielt der Wagemutige allerdings nicht, denn der Kurfürst ließ seinen eigenmächtig handelnden Offizier für die Kosten einer neuen Turmspitze aufkommen. Mut zur Eigenverantwortung war eben früher noch unpopulärer als heute.....
In den Jahren 1663 bis 1666 erhielt der Turm eine neue, diesmal barocke, Spitze durch den Baumeister Michael Mathias Smids. 1790 wurde der kupferne Aufsatz von Carl Gotthard Langhans im neogotischen Stil umgestaltet.

Die Marienkirche beherbergt rund 90 Kunstwerke. Darunter befinden sich die Schutzmantelmadonna und eines der bedeutendsten mittelalterlichen Schätze Berlins, das Totentanzfresko, das vermutlich um das Pestjahr 1484 entstanden sein dürfte.
Neben dem Bronzeguss-Taufbecken aus dem Jahre 1437 erhielt die Kirche 1703 eine von Andreas Schlüter entworfene Marmorkanzel.
Die Orgel stammte ursprünglich von Joachim Wagner. Sie wurde zwischen 1720 und 1722 gebaut, aber im Laufe der Jahre immer wieder verändert. 1996 erhielt die Kirche eine Rekonstruktion der alten Orgel Wagners.
Berlin, St. Marienkirche
Neben dem Hauptportal steht ein steinernes Sühnekreuz aus dem Jahr 1325, das an die Ermordung des Propstes Nikolaus von Bernau durch aufgebrachte Berliner Bürger erinnert.
Dieser Mord hatte dramatische Folgen, denn Berlin war fortan mit einem Kirchenbann belegt, der über 20 Jahre andauern sollte. Dies war im Mittelalter eine schwere Strafe, bedeutete sie doch den Ausschluss von den Heiligen Sakramenten wie Predigt, Beichte, Abendmahl, Taufe, Firmung und Eheschließung. Allein die Franziskaner-Klosterkirche blieb den Berlinern als geistlicher Zufluchtsort offen.
Offiziell wurde der Bann am 18. August 1347 aufgehoben, als die Ratsherren und Bürgermeister von Berlin und Colin sich im Namen ihrer beiden Städte bereiterklärten, dem Probst Gerwin und seinen Nachfolgern jährlich einen Obolus von rund neun Talern zu zahlen und sich verpflichteten, an der Stelle des Tatortes ein Sühnekreuz mit einer ewigen Lampe zu errichten.

Wegen des Baus des Fernsehturmes wurden die Häuser der historischen Mitte abgerissen, die Straßenzüge eingeebnet und durch eine Parkanlage ersetzt.
Die Marienkirche, in der einst der Bürgerrechtler Martin Luther King und Probst Grüber predigten, ist nach der Nikolaikirche die zweitälteste Kirche Berlins.
Seit dem Mittelalter war der Probst von Berlin als Pfarrer in St. Nikolai zugleich auch erster Pfarrer in St. Marien. Seit 1938 ist die St. Marienkirche auch sein Amtssitz.
Der Hauptprediger der Marienkirche, die heute zur Evangelischen Kirchengemeinde St.Petri-St.Marien gehört, ist der jeweilige Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

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