Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Marie-Elisabeth Lüders

Marie-Elisabeth Lüders wurde am 25. Juni 1878 als Tochter eines hohen preußischen Regierungsbeamten (Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat) in Berlin geboren und starb am 23. März 1966, ebenfalls in Berlin.
Sie war eine deutsche Politikerin und Frauenrechtlerin.

Von 1902 bis 1906 sammelte Marie-Elisabeth Lüders erste berufliche Erfahrungen im sozialen Bereich. Sie übernahm verschiedene Aufgaben und engagierte sich auch ehrenamtlich. Ganz besonders setzte sie sich für die sozialen Belange berufstätiger Frauen ein.
So gründete sie 1909 den "Verband für handwerksmäßige und fachgewerbliche Ausbildung der Frau".
An der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin studierte sie Nationalökonomie und promovierte 1912 als erste Frau in Deutschland zum Dr. rer. pol.

Danach arbeitete sie als Leiterin mehrerer sozialer Einrichtungen, u.a. für die Kriegsfürsorge und die Frauenarbeitszentrale im Kriegsministerium in Berlin.
1918 schloss sich Marie-Elisabeth Lüders der DDP, einer linksliberalen Partei, aus der später die FDP und die LDP hervorgingen, an. 1919 wurde sie zunächst Mitglied der Weimarer Nationalversammlung und gehörte danach bis 1930 dem Deutschen Reichstag an.
In ihrer politischen Funktion setzte sie sich sowohl für die Gleichberechtigung der Frauen als auch für die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein und machte sich für eine Reform des Familien- und Strafrechts stark.
Außerdem war sie Mitbegründerin und Vorsitzende des Deutschen Akademikerinnenbundes.

Unter den Nationalsozialisten wurde Marie-Elisabeth Lüders mit einem Berufsverbot belegt und 1937 sogar für einige Monate inhaftiert, wurde aber auf Grund zahlreicher internationaler Proteste wieder auf freien Fuß gesetzt.
Mit Hilfsarbeiten im Sozialbereich und Privatunterricht hielt sich Lüders während des Zweiten Weltkrieges finanziell über Wasser.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zog Marie-Elisabeth Lüders als FDP-Mitglied in das Berliner Abgeordnetenhaus und bekleidete ab 1949 zwei Jahre lang das Amt einer Stadträtin für Sozialwesen.
Von 1953 bis 1961 gehörte sie dem Deutschen Bundestag an. Sie engagierte sich auch weiterhin für die sozialen Belange der weiblichen Arbeitnehmer und erreichte in dem "Lex Lüders" die Regelung des rechtlichen Status der mit Ausländern verheirateten deutschen Frauen.
1958 ehrte sie die Stadt Berlin mit der Ernennung zur Ehrenbürgerin.

1961 schied Marie-Elisabeth Lüders aus dem Parlament aus und starb nach schwerer Krankheit am 23. März 1966 in Berlin im Alter von 87 Jahren. Ihre letzte Ruhe fand sie auf dem Waldfriedhof im Ortsteil Dahlem im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf in einem Ehrengrab des Berliner Senats.
Eine Straße in Berlin-Charlottenburg wurde nach Marie Elisabeth Lüders benannt.
Das im Dezember 2003 von Stephan Braunfels errichtete Marie-Elisabeth-Lüdershaus erinnert noch heute an die engagierte und bedeutende deutsche Politikerin.

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