Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Die evangelische Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg wurde in den Jahren 1891 bis 1895 von dem Architekten Franz Schwechten im neoromanischen Stil errichtet.
Die Kirche trägt den Namen des ersten deutschen Kaisers Wilhelm I aus dem Hause der Hohenzollern.
Initiator für die sakrale Gedenkstätte war der Enkel des Kaisers, Wilhelm II.
Errichtet wurde das Gotteshaus auf dem ehemaligen Auguste-Viktoria-Platz, der seit 1947 den Namen des im KZ Buchenwald ums Leben gekommenen SPD-Politikers Rudolf Breitscheid trägt.
Am 1. September 1895 wurde die Kirche in Anwesenheit der kaiserlichen Familie feierlich eingeweiht.

Trotzig, wenn auch stark beschädigt, hielt der Turm (im Volksmund als "hohler Zahn" bezeichnet) den Kriegswirren stand, während der Rest der Kirche fast vollständig den Luftangriffen zum Opfer fiel.
Trotzig verhielten sich auch die Berliner, denn als der mit 113 Metern einst höchste Kirchturm der Stadt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges abgerissen werden sollte, begehrten sie auf und kämpften für den Erhalt der "schönsten Ruine Berlins".
Der Berliner Senat lenkte schließlich ein und so überlebte die Turmruine und wurde ein Mahnmal gegen den Krieg und zu einem Wahrzeichen von Westberlin.

Der Architekt Egon Eiermann gruppierte um die Turmruine herum vier Neubauten: den Kirchenbau (auch " Puderdose" genannt), den Glockenturm (als " Lippenstift" bekannt), das Foyer und die Gemeindekapelle.
Der weltweit tätige französische Glaskünstler Gabriel Loire schuf für die neue Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mehr als 20.000 Glasfenster.
Am 9. Mai 1959 wurde der Grundstein für den Neubau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gelegt. Am 17. Dezember 1961 weihte der damalige Landesbischof Otto Dibelius das Gotteshaus ein.
Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Die Eingangshalle der ehemaligen Kirche ist heutzutage ein Gedenkraum. Hier befinden sich u.a. ein Ikonenkreuz der Russisch-Orthodoxen Kirche, eine Christusfigur aus der alten Kirche und das Nagelkreuz der Kathedrale von Coventry, das ein Zeichen gegen den Krieg und für die Versöhnung der Völker setzen soll. Die Nägel, aus denen dieses Kreuz besteht, stammen von verbrannten Dachbalken der Kathedrale in Coventry, die, wie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, im Zweiten Weltkrieg ebenfalls zerstört wurde und heutzutage als Ruine zur Völkerverständigung mahnt.
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche steht unter Denkmalschutz und gilt als einer der wichtigsten Bauten der Nachkriegsmoderne.

Am Abend des 19. Dezember 2016 verübte der 24-jährige Tunesier Anis Amri auf den Weihnachtsmarkt zu Füßen der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ein Attentat, bei dem 11 Menschen ihr Leben verloren und 56 zum Teil schwerste Verletzungen erlitten.

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