Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Friedrich Wilhelm
("Der Große Kurfürst")

Friedrich Wilhelm wurde am 16. Februar 1620 als ältester Sohn von Georg Wilhelm (1595-1640) aus dem Hause Hohenzollern und Elisabeth Charlotte von der Pfalz (1597-1660) in Cölln geboren und starb am 9. Mai 1688 in Potsdam.
Friedrich Wilhelm war ab 1640 Markgraf von Brandenburg und sowohl Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches als auch Herzog von Preußen.
Er, der als der "Große Kurfürst" in die Geschichte des Landes einging, ebnete durch seine weitsichtige und reformorientierte Politik den späteren Aufstieg der Hohenzollern und Preußens zur europäischen Großmacht.

Kindheit und Jugend des Kurprinzen waren überschattet von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, der furchtbare Verwüstungen, Hungersnöte und Seuchen mit sich brachte und ganze Landstriche entvölkerte.
Friedrich Wilhelm verbrachte jene Zeit hinter sicheren Mauern, abgeschirmt von der Außenwelt in der preußischen Hohenzollernresidenz in Königsberg.
Von 1634 bis 1638 verbrachte er in den Niederlanden am Hof seines Großonkels mütterlicherseits, Friedrich Heinrich von Oranien.
Diese Jahre in den Niederlanden waren prägend für den Kurprinzen, denn im Gegensatz zu dem bettelarmen und dem sowohl kulturell als auch militärisch bedeutungslosen Brandenburg erlebten die Niederlande eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte und verfügten zudem über ein hoch entwickeltes Staatswesen.
Friedrich Wilhelm, der an der Universität im holländischen Leiden studierte, erlernte mehrere Sprachen und beschäftigte sich mit Ökonomie und Geschichte und wurde am Hofe seines Onkels im Kriegshandwerk unterrichtet.

Als Kurfürst Georg Wilhelm 1640 starb, sah sich sein Sohn und Nachfolger schier unlösbaren Problemen gegenüber: die Staatsfinanzen waren ruiniert und sein geschundenes, vom Krieg zerstörtes Reich lag darnieder. Sein Reich, das war ein Flickenteppich, der sich zwischen Oder und Rhein erstreckte und aus der brandenburgischen Kurmark, dem Herzogtum Preußen, Kleve und kleineren weitverstreuten Besitzungen bestand. Zudem lag das Territorium zwischen den verfeindeten Fronten, was es zum Aufmarschgebiet der katholischen Habsburger und der protestantischen Schweden machte.
Der karge, wenig ertragreiche Sandboden erlaubte nur unzureichende Ernten und es fehlte an Siedlern, die diesen Boden beackern konnten.

Friedrich Wilhelm, der sein Heil in einer taktisch klugen Heirat suchte, warb zunächst um die Hand seiner Cousine Christine, die Tochter des schwedischen Königs Gustav Adolf.
Da Christine aber seinen Antrag ausschlug, bemühte sich der Brandenburger um die Hand von Louise Henriette von Oranien, die aus einem der reichsten Häuser der Niederlande stammte. Auch diese Brautwahl war taktisch klug, denn der Kurfürst brauchte politische Unterstützung und er wollte den Abzug der niederländischen Truppen von seinen am Rhein gelegenen Besitzungen.
Dieses Mal ging sein Kalkül auf und so heiratete er am 7. Dezember 1646 in Den Haag Louise Henriette von Oranien.
Diese Heirat brachte nicht nur politischen und finanziellen Nutzen sondern auch einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung, denn die Kurfürstin holte aus ihrer holländischen Heimat hochqualifizierte Baumeister, Handwerker und Landwirte nach Brandenburg, die die Sümpfe trockenlegten und Gartenbau und Landwirtschaft modernisierten.
Aber auch Künstler und Kaufleute siedelten sich in dem vom Krieg so arg gebeutelten und geschundenen Land an.

Friedrich Wilhelm, der nach der Übernahme der Regentschaft seine erste große Aufgabe in einer Militärreform nach holländischem Vorbild gesehen hatte, wurde bald ein gefragter Bündnispartner. Allerdings war auf sein Wort wenig Verlass, denn er drehte sein Fähnchen stets nach dem Winde und wechselte seine Bündnispartner, wann immer es ihm zum Vorteil gereichte.
Durch gewieftes Taktieren und Paktieren während des Zweiten Nordischen Krieges (1656-1660), in dem Friedrich Wilhelm seine Besitzansprüche auf Preußen gegenüber der polnischen Krone geltend machte, gelang ihm ein Erfolg von historischem Ausmaß: der Bündnispartner Schweden trat im Frieden von Oliva am 3. Mai 1660 das Herzogtum Preußen an Brandenburg ab. Dies war die Grundvoraussetzung für die spätere Gründung des Königreichs Preußen.
Auch diesen Erfolg konnte Friedrich Wilhelm nur dadurch erringen, weil er einmal mehr rechtzeitig die Fronten wechselte.

Als sich 1662 die Königsberger gegen die steigenden Steuern, die sie an Friedrich Wilhelm entrichten sollten, auflehnten, landete dieser mit 2000 Dragonern in Pillau und ließ die Kanonen auf die Stadt richten. Die Bürger von Königsberg lenkten ein, denn dieser militärischen Bedrohung hatten sie nichts entgegensetzen.
Auch die Untertanen mussten Abgaben in Form einer Verbrauchssteuer auf alle Waren, die in der Stadt verkauft wurden, leisten. Diese Akzise wurde an den Stadttoren von kurfürstlichen Beamten eingezogen.

1675 gelang es Friedrich Wilhelm, mit seinem Heer in der Schlacht von Fehrbellin, die Schweden zu besiegen, die noch immer Teile Brandenburgs besetzt hielten. Es war ein grandioser Sieg, der ausgiebig mit den Untertanen gefeiert wurde und Friedrich Wilhelm dem Beinamen "Der Große Kurfürst" einbrachte.
Die endgültige Niederlage wurde den Schweden im Winter 1678/79 beigebracht, als Friedrich Wilhelm und seine Armee auf Schlitten das zugefrorene Kurische Haff überquerten und die Gegner in die Flucht schlagen konnten.

Um entvölkerte Landstriche wieder zu besiedeln, erließ der Kurfürst 1685 das Edikt von Potsdam, das den Zuzug von Hugenotten aus Frankreich nach Berlin und Brandenburg ermöglichte und durch finanziellen Anreiz massiv förderte. Diese rund 20.000 Neubürger, von denen sich etwa 5000 in Berlin ansiedelten, brachten oft noch unbekannte Techniken und Verfahrensweisen mit sich und sorgten so für Fortschritt und Wohlstand in ihrer neuen Heimat.

Nachdem Louise Henriette im Jahre 1667 an Schwindsucht gestorben war, heiratete Friedrich Wilhelm ein Jahr später die verwitwete Herzogin Dorothea von Braunschweig und Lüneburg, geborene Prinzessin von Holstein-Glücksburg. Das Paar hatte sieben Kinder.
In den Folgejahren ließ der Kurfürst mit Hilfe des Niederländers Benjamin Raule die Kurbrandenburgische Marine gründen und in Guinea Kolonien errichten. Sein großer Traum aber, aus Brandenburg eine See- und Kolonialmacht zu machen, blieb unerfüllt.

Am 9. Mai 1688 starb Kurfürst Friedrich Wilhelm in Potsdam. Seine letzte Ruhe fand er in der Hohenzollerngruft des Berliner Doms.
Im Ehrenhof von Schloss Charlottenburg steht zum Andenken an den Großen Kurfürsten ein von Andreas Schlüter geschaffenes Reiterstandbild.
Eine Kopie dieser Bronze steht im Kuppelsaal des Bodemuseums.

zurück zur Liste

Seitenanfang


[Home][Geschichte][Über mich][Fotos][Hohenzollern][Sightseeing][Links][Impressum][Sitemap]
Copyright (c) 2009 Brigitte Ferlet. Alle Rechte vorbehalten.