Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Köpenick

Berlin-Köpenick, Altstadt Ortsteile: Köpenick, Friedrichshagen, Rahnsdorf, Müggelheim, Grünau, Schmöckwitz mit Karolinenhof und Rauchfangswerder, Oberschöneweide

Köpenick grenzt im Süden und Osten an das Bundesland Brandenburg, im Norden an Hellersdorf, Marzahn und Lichtenberg und im Osten an Treptow, mit dem es seit 2001 einen Berliner Doppelbezirk bildet.

Köpenick, dessen Geschichte bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht, ist älter als Berlin oder Cölln. Es entstand am Zusammenfluss von Spree und Dahme und verdankt sein Entstehen slawischen Einwanderern, die auf der Schlossinsel eine Burganlage mit Siedlung errichteten. Die Askanier unter Führung von Albrecht dem Bären beendeten schließlich die Vormachtstellung der Slawen.
Die erste urkundliche Erwähnung von "Copnic" (Ort auf einer Insel) stammt aus dem Jahre 1209 und so feierte Köpenick 2009 sein 800-jähriges Bestehen.

1325 erhielt Köpenick das Stadtrecht und 1424 das Marktrecht. 1451 wurde der Stadt auch die Fischereigerechtigkeit verliehen.
1478 wütete ein verheerender Stadtbrand, dem viele Häuser zum Opfer fielen.
1558 ließ Kurfürst Joachim II ein Renaissance-Jagdschloss auf der Köpenicker Schlossinsel errichten, das Ende des 17. Jahrhunderts auf Geheiß des Großen Kurfürsten von dem Niederländer Rutger van Langervelt modernisiert und im Barockstil umgebaut wurde.
Hier wohnte Kronprinz Friedrich mit seiner ersten Ehefrau Elisabeth Henriette, bis diese im Alter von nur 22 Jahren verstarb. Mit seiner zweiten Ehefrau Sophie Charlotte verbrachte er hier nur kurze Zeit.
1730 fand auf Veranlassung des Soldatenkönigs im Köpenicker Schloss der Prozess wegen Hochverrats gegen seinen Sohn und späteren König Friedrich dem Großen statt.
Seit 2004 dient das Gebäude als Dependance des Kunstgewerbemuseums am Potsdamer Platz in Berlin-Mitte.

Im Zuge des Ediktes von Potsdam aus dem Jahr 1685 zogen viele hochspezialisierte Hugenotten vor die Tore Berlins und sorgten dadurch auch in Köpenick für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Aber auch der Bau des Friedrich-Wilhelm-Kanals (der heutige Oder-Spree-Kanal) wirkte sich positiv auf die wirtschaftliche Lage der Stadt aus.
Die Gründung von Friedrichshagen im Jahr 1753 geht auf vornehmlich aus Böhmen stammende Siedler zurück, die sich meist als Seidenspinner im Zuge der Einwanderungspolitik Friedrich des Großen hier niederließen.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Köpenick zur "Waschküche" Berlins.
Henriette Lustig ("Mutter Lustig") betrieb hier die erste Lohnwäscherei und wurde damit zur Begründerin der Wäscherei als Gewerbe und Dienstleistung.
Auch Wilhelm Spindler, der im heutigen Berliner Bezirk Mitte eine Wäscherei und Färberei betrieb, die sich schon bald zum größten deutschen Wäschereibetrieb mauserte und als Vorgängerin der chemischen Reinigung in Deutschland gilt, zog es nach Köpenick, wo er mit seinen beiden Söhnen 1873 die "Anstalt zur chemischen Reinigung, Wäscherei und Färberei" eröffnete.
In der Folgezeit siedelten sich immer mehr Wäschereien in Köpenick an, so dass es um 1900 87 Wäschereien gab, in denen rund 4000 Wäscherinnen arbeiteten.

1841 wurde die Kirche St.Laurentius eingeweiht und 1842 erhielt Köpenick einen Bahnhof.
Das 1904 von Hugo Kinzer erbaute Köpenicker Rathaus wurde zwei Jahre später zum Schauplatz der "Cöpenickiade", über die nicht nur in Berlin sondern in der ganzen Welt gelacht wurde. Der Schuster Wilhelm Voigt betrat in der Uniform eines Hauptmanns mit zehn Grenadieren des 1. Garderegiments das Rathaus, befahl die Herausgabe der Stadtkasse und ließ den Bürgermeister und einen Beamten verhaften und zur Neuen Wache bringen.
Zu vier Jahren Haft wurde der Schuster daraufhin verurteilt, von denen er aber nur die Hälfte absitzen musste, da er von Kaiser Wilhelm II begnadigt wurde.
Wilhelm Voigt verstand es, aus seiner Berühmtheit Kapital zu schlagen, wobei ihm das weltweite Interesse zugutekam. Mit dem diesmal rechtmäßig erworbenen Geld kaufte er sich ein Haus in Luxemburg, wo er seinen Lebensabend verbrachte.
Vor dem Rathaus steht heute der Hauptmann von Köpenick als Bronzestatue verewigt und ist wohl eines der beliebtesten Fotomotive der Köpenick-Touristen. Das hätte dem alten Spitzbuben sicherlich gefallen!
Im Rathaus ist Wilhelm Voigt eine kleine Ausstellung gewidmet und jeden Samstag erfolgt der Aufzug der Hauptmannsgarde.

1920 wurde Köpenick nach Berlin eingemeindet und 1931 erfolgte die Umstellung der Schreibweise von "Cöpenick" auf "Köpenick".
Vom 21. bis zum 26. Juni 1933 fand eine Säuberungsaktion der SA statt. Über 500 NS-Gegner wurden verhaftet und grausam gefoltert. Einige von ihnen verloren dabei ihr Leben. In die Geschichte eingegangen ist diese grauenvolle Episode als "Köpenicker Blutwoche".

In der Wuhlheide befindet sich das Freizeit- und Erholungszentrum FEZ, das größte seiner Art in Europa.
Alljährlich im Sommer findet in Köpenick ein mehrwöchiges Blues- und Jazzfestival statt mit in- und ausländischen Stars.

Sehenswertes:

Altes Wasserwerk
FEZ (Freizeit- und Erholungspark)
Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche
Heimatmuseum Köpenick
Kunstgewerbemuseum
Müggelberge
Müggelsee
Müggelturm
Neu-Venedig
Rathaus Köpenick
Regattastrecke
Schloss Köpenick
Teufelssee

Impressionen aus Köpenick bei YouTube

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