Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff

Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff wurde am 17. Februar 1699 auf Gut Kuckädel bei Crossen/Polen geboren und starb am 16. September 1753 in Berlin.
Er war der Architekt von Friedrich dem Großen, für den er Schlösser und Häuser entwarf, Parks gestaltete und Berlin und Potsdam seinen ihm eigenen Stempel aufdrückte. Aber der mit vielen Talenten gesegnete Knobelsdorff war auch Maler, Kunstsammler, Landschaftsgestalter, Theaterintendant und Dekorateur, der neben Möbel auch Bilderrahmen, Vasen und Kutschen entwarf.
Knobelsdorff war ein Vertreter des Palladionismus, einem klassischen Stil der einfachen und klaren Formen und war damit ein Wegbereiter des Klassizismmus in Preußen, der hier aber erst Ende des 18. Jahrhunderts durch Karl Friedrich Schinkel seinen Zenit erlangte.
Als Innendekorateur war Knobelsdorff ein Vertreter des Rokoko.

Knobelsdorffs Kindheit wurde überschattet von dem frühen Tod seiner Eltern. Sein Onkel, ein Oberforstmeister, nahm sich seines Neffen an.
Zunächst schlug Knobelsdorff eine Militärlaufbahn ein und nahm als Sechzehnjähriger am Pommernfeldzug 1715/16 unter Friedrich Wilhelm I teil. Im Alter von 29 Jahren musste er allerdings aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere in der preußischen Armee beenden.

1732 machte Knobelsdorff Bekanntschaft mit Kronprinz Friedrich und war fortan ein gern gesehener Gast auf Schloss Rheinsberg. Hier lernte er auch einen seiner Lehrer, den Architekten Johann Gottfried Kemmeter kennen.
Architektur und Stadtplanung waren nicht das einzige gemeinsame Interesse, das Knobelsdorff und den Kronprinzen verband, auch die Malerei sorgte für reichlichen Gesprächsstoff. Knobelsdorff war von der Malerei fasziniert und ließ sich sowohl vom Hofmaler Antoine Pesne als auch von C. Dubois in den verschiedenen Maltechniken unterrichten.
Reisen nach Italien, Paris und Flandern dienten dazu, das Erlernte auf dem Gebiet der Architektur und der Malerei zu vertiefen und sich neue Inspirationen zu holen.

1736 erhielt Knobelsdorff den Auftrag, das Renaissanceschloss Rheinsberg für das Kronprinzenpaar Friedrich und Elisabeth Christine in ein Barockschloss umzuwandeln. Die im französischen Stil dekorierten Innenräume gestaltete Knobelsdorff zusammen mit seinem Freund Antoine Pesne.
Gleich nach seiner Thronbesteigung ließ Friedrich das an der Spree gelegene Schloss Monbijou für seine Mutter Sophie Dorothea von Knobelsdorff modernisieren und durch mehrere Anbauten und Nebengebäude erheblich erweitern.
Schloss Monbijou wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und 1959 schließlich abgerissen.

Da Friedrich II nach seiner Thronbesteigung beabsichtigte, das Schloss Charlottenburg, das einst seine Großmutter Sophie Charlotte erbauen ließ, zu seinem Regierungssitz zu machen, ließ er es von Knobelsdorff durch einen zusätzlichen Flügel im Rokoko-Stil erweitern und ihm ein repräsentatives Interieur verleihen.
Allerdings änderte Friedrich II bald darauf seine Meinung und bezog stattdessen das neu errichtete Schloss Sanssouci in Potsdam, an dessen Planung Knobelsdorff ebenfalls beteiligt war. Die prachtvolle Innenausstattung, die er mitgestaltete, gehört zu den Meisterwerken des Rokoko.

Eigentlich hätte Knobelsdorff zur gleichen Zeit auch das Konzept für das Forum Fridericianum in Berlin realisieren sollen, doch der Erste Schlesische Krieg (1740-1742), der Vorbote des Siebenjährigen Krieges, verzögerte die Ausführung der Bauarbeiten. Nur mit dem Bau der Lindenoper, der heutigen Staatsoper Unter den Linden wurde schon während des Krieges begonnen. Das 1743 fertiggestellte Gebäude gilt als Hauptwerk Knobelsdorffs. Nicht nur die Ausmaße waren für die damalige Zeit beeindruckend sondern auch die technischen Raffinessen. Knobelsdorff selbst sagte voller Stolz: "Dieses Theater ist eins von den längsten und breitesten in der Welt".
Das 1843 abgebrannte und im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Gebäude wurde zwar immer wieder nach dem Vorbild Knobelsdorffs aufgebaut, erfuhr aber dennoch im Laufe der Zeit Veränderungen.

1742 ernannte Friedrich II Knobelsdorff zum Oberintendanten aller königlichen Schlösser, Häuser und Gärten sowie zum Intendanten der Schauspiele und der Musik.
Zwischen 1747 und 1773 entstand die von Knobelsdorff entworfene und von Jan Bouman erbaute St. Hedwigs-Kathedrale, ein Geschenk Friedrich des Großen an die wachsende Zahl der aus Schlesien nach Berlin eingewanderten Katholiken. Diese Kirche sollte ein Zeichen für die neue Religiionsfreiheit sein und war somit das erste katholische Gotteshaus in Preußen seit der Einführung der Reformation im Jahr 1539.
Auch dieses Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und in abgewandelter Form wiederaufgebaut.
Auch das Palais des Prinzen Heinrich, in dem sich heute die Humboldt-Universität) befindet, wurde nach Entwürfen von Knobelsdorff erbaut.

Der Auftrag von Friedrich II, den heute in Berlin-Mitte gelegenen und früher als Jagdgebiet der Hohenzollern genutzte Tiergarten in einen öffentlich zugänglichen Park umzugestalten, stellte Knobelsdorff zunächst vor das Problem der Trockenlegung des gesamten Areals. Er gestaltete dies durch Entwässerungsgräben, denen er das Aussehen natürlicher Wasserläufe verlieh.
Der Park wurde nach französischem Vorbild angelegt mit Irrgärten und kleinen Nischen, die durch Sträucher oder Bäume abgetrennt waren. Zwischen künstlich angelegten Teichen, Blumenbeeten, Brunnen und Wasserbecken ließ es sich vortrefflich lustwandeln. Sitzgelegenheiten luden die müden Spaziergänger zum Ausruhen ein.
Heutzutage ist von Knobelsdorffs ehemaligen Parkgestaltung fast nichts mehr zu erkennen.

1746 erwarb Knobelsdorff auf einer Versteigerung ein zum Tiergarten gehörendes und am Ufer der Spree gelegenes Anwesen. Auf dem Areal des heutigen Schloss Bellevue errichtete er eine Meierei. Zum Besitz gehörten eine Maulbeerplantage sowie Wiesen- und Ackerland.

Der Preußenkönig überhäufte seinen Lieblingsarchitekten nicht nur mit Ehrungen sondern auch mit Unmengen an Aufträgen, die dieser kaum mehr bewältigen konnte. Hierfür fehlte dem oft ungeduldigen und mürrischen Monarchen allerdings die nötige Einsicht und so quittierte er dessen Arbeit oft mit Kritik und nannte ihn ein faules Artilleriepferd. Da aber auch Knobelsdorff ein eher schwieriger Charakter war, kühlte das ehemals freundschatliche Verhältnis mit den Jahren mehr und mehr ab.

Bereits vom Tode gezeichnet entwarf Knobelsdorff die Pläne zum Bau der Französischen Kirche in Potsdam, die schließlich von Jan Boumann in den Jahren 1752/53 errichtet wurde. Das Gotteshaus war ein Geschenk von Friedrich dem Großen an die ständig wachsende Gemeinde der Hugenotten, die im Zuge des Edikts von Potsdam (1685) unter Friedrich Wilhelm (1640-1688) nach Preußen eingewandert waren.
Heute ist das Gebäude die älteste noch vorhandene Kirche der Stadt.

Knobelsdorff starb am 16. September 1753 in Berlin im Alter von 54 Jahren. Wenige Tage vor seinem Tod bedankte er sich schriftlich bei seinem langjährigen Gönner für dessen Güte und Mildtätigkeit.
Beigesetzt wurde Knobelsdorff in der Gruft des Deutschen Doms auf dem Gendarmenmarkt. Später wurde er umgebettet. Heute erinnert an ihn ein Gedenkstein auf dem Friedhof I der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde auf einem Ehrengrab des Landes Berlin.

Obwohl das Verhältnis zwischen Friedrich II und seinem Architekten oftmals spannungs- und konfliktbeladen war, würdigte der Monarch in einem Nachruf Knobelsdorffs Verdienste, besonders aber dessen charakterliche Eigenschaften.
Außerdem erfüllte er dem Verstorbenen den Wunsch, seine beiden Töchter, die aus einer nicht standesgemäßen Verbindung stammten, als dessen Erbinnen einzusetzen. Den Adelstitel erbten sie allerdings nicht.

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