Berlin - Impressionen einer Metropole

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Johann Georg von Brandenburg

Johann Georg von Brandenburg wurde am 11. September 1525 in Cölln geboren und starb am 8. Januar 1598, ebenfalls in Cölln.
Er war der Sohn von Joachim II (1505-1571) und Magdalene von Sachsen (1507-1534).
Vom 3. Januar 1571 bis zu seinem Tod war Johann Georg Kurfürst von Brandenburg.

Als Joachim II 1571 überraschend im Schloss Köpenick starb, hinterließ er seinem Sohn und Nachfolger den immensen Schuldenberg von 2,5 Millionen Gulden.
Verantwortlich für diese Misswirtschaft machte Johann Georg die Günstlinge seines Vaters, deren Häuser er durchsuchen und versiegeln ließ. Vermögen wurden konfisziert und es kam zu Exekutionen. Der Berliner Bürgermeister Thomas Matthias wurde seines Amtes enthoben, obwohl er im Prozess von dem Vorwurf, Gelder veruntreut zu haben, freigesprochen wurde.

Besonders brutal ging Johann Georg aber gegen die Juden vor, bei denen nicht nur sein Hof sondern auch ein großer Teil des Adels und der Kaufleute hoch verschuldet waren. Es kam zu Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung, zu Plünderungen und zur Verwüstung der Berliner Synagoge. Schuldscheine wurden öffentlich verbrannt.
Johann Georg beschuldigte Lippold Ben Chluchim, den Münzmeister und Hofjuwelier seines Vaters, der Unterschlagung und der ungerechtfertigten Bereicherung.
Zwar wurde Lippold vom Gericht freigesprochen, aber nun kam es zur Anklage gegen ihn wegen Zauberei- und Mordverdachts. Unter der Folter gestand Lippold schließlich, Joachim II vergiftet zu haben. Daraufhin wurde Lippold nicht nur zum Tode verurteilt sondern auch auf besonders grausame Weise hingerichtet, Am 28. Januar 1573 wurde Lippold gerädert und gevierteilt.
Alle Juden wurden vertrieben und es sollte rund 100 Jahre dauern, bis der Große Kurfürst die Verbannung der Juden aufhob.
Das Vermögen der Juden ließ Johann Georg konfiszieren.
Auch mit der jahrelangen Geliebten seines Vaters, Anna Sydow, der "schönen Gießerin", ging Johann Georg nicht zimperlich um. Er ließ sie verhaften und in der Festung Spandau einkerkern, wo die Beklagenswerte vier Jahre später starb.

Nach dem Tod seines kinderlos gebliebenen Onkels, der nur wenige Tage nach Joachim II verstarb, erbte Johann Georg die Neumark und konnte somit Brandenburg, das sein Großvater Joachim I einst unter seinen Söhnen aufgeteilt hatte, wieder vereinen.
Durch eine konsequente Schuldentilgung, eine effizientere Verwaltung und eine bescheidene Hofhaltung gelang es dem Kurfürsten, den riesigen Schuldenberg abzubauen. Dies war nicht zuletzt auch deswegen möglich, weil er die Stände dazu verpflichten konnte, einen Großteil dieser Schulden zu übernehmen. Im Gegenzug gewährte er ihnen großzügige Privilegien.
1574 gründete Johann Georg das Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster. In seine Regierungszeit fällt auch der Bau der Zitadelle Spandau.

Johann Georg war dreimal verheiratet.
Die erste Ehe ging er im Jahr 1545 mit Sophia von Liegnitz (1525-1546) ein, die bei der Geburt ihres ersten Kindes und Thronfolgers, Joachim Friedrich, starb.
Aus der zweiten Ehe mit Sabina von Ansbach (1529-1575) gingen elf Kinder hervor, von denen aber acht das Erwachsenenalter nicht erreichten.
Der dritten Ehe mit Elisabeth von Anhalt (1563-1607) entstammten elf Kinder.
Insgesamt zeugte Johann Georg mit seinen drei Ehefrauen 23 Kinder, von denen ihn 15 überlebten. Das Verhältnis zwischen ihm und seinem ältesten Sohn und Nachfolger, Joachim Friedrich, galt als sehr angespannt und es kam bis zu seinem Tod zu keiner Aussöhnung.

Am 8. Januar 1598 starb Johann Georg im Alter von 72 Jahren. Beigesetzt wurde er in der Gruft der Hohenzollern im Berliner Dom.
Nach ihm wurde eine Straße in Berlin-Wilmersdorf benannt.

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