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Holocaust-Denkmal

Berlin, Holocaust-Mahnmal Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz wurde nach dem Entwurf des US-amerikanischen Architekten Peter Eisenman errichtet.
Die Kosten für das in den Jahren 2003 bis 2005 errichtete Stelenfeld sowie das darunter liegende Informations- und Dokumentationszentrum betrugen 27,6 Millionen Euro.
Das Informationszentrum besteht aus mehreren Ausstellungs- und Vortragsräumen sowie einem Buchladen. Außerdem sind die Namen und Daten von rund vier Millionen jüdischer Holocaustopfer einsehbar.

Auf einer gewellten Fläche von der Größe zweier Fußballfelder wurden 2711 innen hohle und unterschiedlich hohe Betonquader parallel zueinander aufgestellt. Die kleinsten Stelen verlaufen ebenerdig, die größten Stelen sind fast fünf Meter hoch. Unabhängig von ihrer Höhe, verfügen alle Stelen über denselben Grundriss. Die letzte Betonstele wurde am 15. Dezember 2004 gesetzt.
Die Gänge zwischen den Stelen sind knapp einen Meter breit.

Um eine einfachere Entfernung von Schmierereien zu gewährleisten, wurden die Stelen mit einem speziellen Graffitischutz der Firma Degussa überzogen.
Als jedoch aufgedeckt wurde, dass ein Tochterunternehmen der Firma Degussa während der NS-Zeit das Giftgas Zyklon B hergestellt hatte, mit dem Millionen Juden in den Konzentrationslagern ermordet wurden, sorgte dies bei vielen für Irritationen, Empörung und Verärgerung und spaltete das Kuratorium der Stiftung ebenso wie die jüdische Gemeinde.
Für zusätzliche Aufregung sorgte Eisenman, als dieser sich wiederholt kritisch über die Haltung des Fördervereins äußerte. Diejenigen, die dies als unerträgliche Provokation empfanden, verlangten nun die Ablösung des Architekten.
Wegen der tiefen Zerstrittenheit der Beteiligten plädierte der in Tel Aviv geborene und in Berlin wohnende Schriftsteller und Politologe, Rafael Seligmann, im Magazin "Stern" gar für das endgültige Aus dieses Mahnmals, da es drohe, "die deutsch-jüdischen Versöhnungsbemühungen eines halben Jahrhunderts zunichtezumachen".
Zu den prominenten Kritikern dieses Mahnmals gehörten der Publizist Henryk M. Broder und der ehemalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis. Auch in der Öffentlichkeit wurde das Denkmal kontrovers diskutiert.

Nach einem dreiwöchigen Baustopp gingen die Arbeiten an den Stelen unter Beteiligung der Firma Degussa weiter.
Nach zweijähriger Bauzeit wurde das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas am 10. Mai 2005 eingeweiht. 1.200 Gäste aus dem In- und Ausland nahmen an der Feier teil.
Initiator des Denkmals war der Förderkreis "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" unter Führung der Publizistin Lea Rosh und dem Historiker Eberhard Jäckel. Während der Förderkreis im Mai 2010 sein 20-jähriges Jubiläum beging, ist das Mahnmal sehr viel jünger, was daran liegt, dass zwischen der Idee zur Errichtung eines solchen Mahnmals und seiner Verwirklichung eine lange Wegstrecke zu gehen war und es viele Widerstände zu überwinden galt.

Bereits sieben Monate nach der Eröffnung des Mahnmals offenbarten sich die ersten Bauschäden, denn auf Grund undichter Stellen eines Schachtes drang Regenwasser in den unterirdischen Ausstellungsbereich ein. 2007 traten in vielen der Betonstelen die ersten Risse auf und auch 2010 mussten Risse mit Kunstharz-Injektionen beseitigt werden.
Immer wieder entstanden auch Schäden durch Vandalismus.

Während es bezüglich des Mahnmals mehrere Deutungsversuche gibt, sieht der Architekt Eisenman in seinem Bauwerk "a place of no meaning"....
Im Mai 2007 erhielt das Berliner Holocaust-Mahnmal den renommierten US-Architekturpreis "AIA Institute Honor Awards".

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