Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Hackesche Höfe

Berlin, Hackesche Höfe Die Hackeschen Höfe am Hackeschen Markt in Berlin-Mitte wurden im Jahr 1906 eröffnet und beherbergen neben Wohnungen auch Gewerbeunternehmen und Kultureinrichtungen.
Die insgesamt acht Höfe zwischen Rosenthaler- und Sophienstraße entstanden nach Plänen des Architekten Kurt Berndt. Auch der Berliner Architekt August Endell war mit der Gestaltung der Höfe betraut.

Während der erste Hof für Festsäle vorgesehen war, waren die Höfe zwei und drei den Fabriken und Gewerbetreibenden vorbehalten.
Im Inneren des Gebäudekomplexes, angrenzend an den Alten Jüdischen Friedhof und den Friedhof der Sophiengemeinde lag der Wohnbereich.

Zum ersten Mal wurden damit Unterkunft, Versorgung mit Lebensmitteln und Gütern, Broterwerb und Amusement in einem Gebäudekomplex zusammengefasst, was dieses multifunktionale Konzept für die damalige Zeit neu und einzigartig machte.
Einzigartig war auch die Gestaltung der Wohnungen, denn diese verfügten - ganz im Gegensatz zu den sonst so armseligen und menschenunwürdigen Berliner Mietskasernen - über eigene Toiletten, Bäder, Zentralheizungen und Balkons.
Zudem waren sie durch ihre Lage vom Straßenlärm abgeschottet und der Außenbereich mit Pflanzen, Grünflächen und Brunnen versehen.
Berlin, Hackesche Höfe
Der Bankencrash von 1929 und die anschließende weltweite Depression brachten auch den wirtschaftlichen Niedergang der Hackeschen Höfe.
Nach dem zweiten Weltkrieg verfielen die Höfe, da der Magistrat kein Interesse an einer Sanierung zeigte und so wurde der Gebäudekomplex erst in den Siebziger Jahren unter Denkmalschutz gestellt.
Nach der Wende wurde das Areal an die Erbengemeinschaft des ehemaligen Besitzers rückübereignet und schließlich 1994 an westdeutsche Investoren verkauft.
Bis 1997 wurden die Hackeschen Höfe umfangreich saniert und gehören heute zu den teuersten Adressen Berlins.

In den Hackeschen Höfen befindet sich auch das Museum "Blindenwerkstatt Otto Weidt". Hier wird über Otto Weidt, dem Hersteller von Besen und Bürsten berichtet, der versuchte, die bei ihm angestellten, meist blinden oder gehörlosen Juden vor der Deportation in die Vernichtungslager zu retten.
Aber auch die Gedenkstätte "Stille Helden" befindet sich in den Hackeschen Höfen. Hier wird die Geschichte von mutigen Menschen erzählt, die während des Naziterrors, oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens, verfolgten Juden Schutz und Unterkunft gewährten.

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