Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Matthäus Hagen

Matthäus Hagen wurde in Selchow, Neumark geboren und starb am 27. April 1458 in Berlin auf dem Scheiterhaufen.
Er war ein waldensischer Prediger, der der Inquisition zum Opfer fiel.

Matthäus Hagen, der den Beruf des Schneiders erlernt hatte, war so tief von dem hussitischen Gedankengut beeindruckt, dass er sich von dem waldensischen Bischof und bekennenden Hussiten Friedrich Reiser in Saaz (Nordböhmen) zum Priester weihen ließ.
Der Ursprung der Waldenser, eine Gemeinschaft religiöser Laien, die sich Ende des 12. Jahrhunderts in Südfrankreich gebildet hatte, geht auf den reichen Lyoner Kaufmann Petrus Valdes zurück. Dieser hatte auf all seine weltlichen Güter verzichtet und eine Gruppe von Wanderpredigern um sich geschart, die in der jeweiligen Landessprache predigten. Die katholische Kirche, die die religiösen Ansichten der Waldenser als Ketzerei ansah, begann, die Gruppierung durch die Inquisition zu verfolgen.

Auch Matthäus Hagen, der als Wanderprediger in der Neumark und der Uckermark unterwegs war, las die Messe in seiner Muttersprache, nahm die Beichte ab und feierte das Abendmahl mit den Gläubigen in beiderlei Gestalt, was bedeutet, dass Brot und Wein von allen empfangen wird.
Immer mehr Anhänger scharten sich um ihn und ganze Dörfer schlossen sich den Waldensern an.
Im April 1458 wurde Matthäus Hagen mit drei anderen Glaubensbrüdern gefangen genommen, nach Berlin gebracht und dem Franziskaner, Inquisitor und Professor der Theologie, Johann Cannemann, überstellt.
Cannemann verhörte die vier Angeklagten im Beisein des Kurfürsten Friedrich II von Brandenburg.
Während die drei Mitangeklagten widerriefen und ihrem Glauben abschworen, blieb Matthäus Hagen standhaft und war bereit, für seine Überzeugung zu sterben.

Am 27. April 1458 starb Matthäus Hagen auf dem Scheiterhaufen den Märtyrertod. Bis Anfang des 18. Jahrhunderts befand sich das Berliner Hochgericht auf dem "Neuen Markt" vor der Marienkirche.
Hier starben u.a. auch 38 des Hostienfrevels angeklagte Juden (Berliner Hostienschändungsprozess) (1510) und Lippold Ben Chluchim (1573).

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