Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Gustav Hartmann
(der "eiserne Gustav")

Gustav Hartmann wurde am 4. Juni 1859 als Sohn eines Kutschers in Magdeburg geboren und starb am 23. Dezember 1938 in Berlin.
Er war Berlins bekanntester Droschkenkutscher und wurde als "Eiserner Gustav" weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt.

Zunächst absolvierte Hartmann in Magdeburg eine Bäckerlehre, zog dann aber nach Berlin, wo er ein Lebensmittelgeschäft eröffnete. Als der erhoffte geschäftliche Erfolg ausblieb, ermöglichte ihm seine Familie durch finanzielle Unterstützung die Gründung eines Fuhrunternehmens, das er "Wannseedroschken" nannte.
Diesmal ließ der geschäftliche Erfolg nicht auf sich warten und so konnte sich der fast 69-jährige einen Traum erfüllen - eine Kutschfahrt von Berlin nach Paris und zurück.
Am 2. April 1928 brach Hartmann zu seiner Reise auf mit seiner Pferdedroschke und dem Wallach Grasmus.

Der Ullstein-Verlag, der das Ganze sponserte, stellte den Journalisten Hans Hermann Theobald von der Berliner Morgenpost als Begleiter an Gustavs Seite und so war die Fahrt von Anfang an ein Medienereignis. Durch die tägliche Berichterstattung stieg die Zahl der Begeisterten stetig an sowohl entlang der Wegstecke als auch in Paris, das er am 4. Juni, pünktlich zu seinem Geburtstag, erreichte. Hier wurde er ebenso gefeiert wie bei seiner Rückkehr in Berlin, wo ihn am 12. September 300.000 Anhänger bei seinem Einzug durch das Brandenburger Tor bejubelten.

Als unbekannter Droschkenkutscher war Gustav Hartmann in Berlin-Wannsee aufgebrochen und als Volksheld war er zurückgekehrt.
Seine spektakuläre Aktion brachte dem Eisernen Gustav nicht nur Ruhm ein sondern auch Geld, mit dem er u.a. die Gustav-Hartmann-Stiftung gründete, die Hinterbliebene von im Dienst ums Leben gekommenen Droschkenfahrern finanziell unterstützte.

Berühmtheit erlangte Gustav Hartmann auch durch den Roman "Der Eiserne Gustav" von Hans Fallada, der später mit Heinz Rühmann verfilmt wurde. Gustav Knuth verkörperte den Eisernen Gustav in einer Fernsehserie.
Selbst Erich Kästner setzte ihm in einem Gedicht ein literarisches Denkmal.

Am 23. Dezember 1938 starb Gustav Hartmann in Berlin im Alter von 79 Jahren.
Seine letzte Ruhe fand er auf dem Alten Friedhof Wannsee in Zehlendorf, wo er ein Ehrengrab der Stadt belegt.
Eine Gedenktafel an seinem Haus in der Alsenstraße 11 in Berlin-Zehlendorf erinnert heute an Gustav Hartmann und im Zehlendorfer Heimatmuseum liegt sein Kutscherrock.
Wie der Hauptmann von Köpenick, das andere berühmte Berliner Original, hat auch der Eiserne Gustav ein Denkmal bekommen - es steht in der Potsdamer Straße in Berlin-Mitte.

zurück zur Liste

Seitenanfang


[Home][Geschichte][Über mich][Fotos][Hohenzollern][Sightseeing][Links][Impressum][Sitemap]
Copyright (c) 2009 Brigitte Ferlet. Alle Rechte vorbehalten.