Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

David Gilly

David Gilly wurde am 7. Januar 1748 in Schwedt/Uckermark geboren und starb am 5. Mai 1808 in Berlin.
Er war Architekt, Stadt- und Regionalplaner, Landbaumeister, Wasserbautechniker, Baureformer, Ingenieur, Lehrer und Publizist.
David Gilly ist neben Carl Gottfried Langhans, dem Erbauer des Brandenburger Tores, der bedeutendste Vertreter des preußischen Frühklassizismus und Wegbereiter für die nachfolgende Architekten-Generation um Karl Friedrich Schinkel.

Die frühen Jahre
Die Karriere
Die letzten Jahre

Die frühen Jahre
David Gilly war der Sohn des Händlers Jacques Gilly und dessen Ehefrau Marie Villemarin. Die Familie entstammte hugenottischen Einwanderern, die Ende des 17. Jahrhunderts aus dem Raum Nîmes, im südfranzösischen Languedoc, nach Preußen eingewandert waren.

Im Alter von 14 Jahren trat Gilly eine Baulehre in der Neumark im heutigen Polen an. Neben der Kolonisation des Warthebruchs war er auch am Wiederaufbau des im Siebenjährigen Krieg völlig zerstörten Küstrin beteiligt.
1770 avancierte Gilly zum geprüften Baumeister und wurde im gleichen Jahr Landbaumeister in Preußen.

1771 heiratete Gilly Friederike Ziegenspeck, die Tochter eines Stallmeisters. Das Paar bekam zwei Kinder. Minna, die Tochter, heiratete 1793 Friedrich von Gentz, einen deutsch-österreichischen Schriftsteller und Politiker, der durch seinen ausschweifenden Lebenswandel bekannt war und in den angesagten Salons (wie beispielsweise dem von Rahel Varnhagen) verkehrte.
Der Sohn Friedrich trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde ebenfalls ein angesehener und vielbeachteter Architekt, der allerdings viel zu früh verstarb.

Die Karriere
1776 ernannte Friedrich II David Gilly zum Baudirektor von Pommern und 1788 berief ihn Friedrich Wilhelm II zum Oberbaudirektor.
1790 wurde Gilly Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Künste, aus der 1799 die von Friedrich Wilhelm III ins Leben gerufene Berliner Bauakademie hervorging.
David Gilly, ein Mitbegründer dieser Akademie, gehörte dem Direktorium an und unterrichtete im Fach Wasser- und Deichbaukunst sowie Landbauwesen.
Des Weiteren war Gilly der Hauptautor des Handbuches für Landbaukunst und Herausgeber der ersten deutschsprachigen Architekturzeitschrift.
Aber David Gilly entwarf auch Landkarten von Pommern und Südpreußen.

Zu Gillys Tätigkeiten gehörten der Landbau, die Melioration (Bodenverbesserung), der Ausbau von Kanälen, Hafen- und Mühlenanlagen und der Um- und Ausbau der Städte in den Provinzen Pommern, West-, Ost- und Südpreußens. Darüber hinaus baute oder entwarf Gilly Wohn- und Bauernhäuser, öffentliche Gebäude, Kirchen, Ställe, Scheunen, Magazine, Salzspeicher, Manufakturen, Straßen und Brücken.
Dabei lag sein Augenmerk stets darauf, so kostengünstig wie möglich zu arbeiten, denn es waren harte Zeiten, die geprägt waren von hoher Staatsverschuldung und entsprechend leeren Kassen.
Die Schriften, die Gilly über ökonomisches Bauen verfasste, waren bis tief in das 19. Jahrhundert richtungsweisend. Außerdem gründete er eine private Bauschule, die "Lehranstalt zum Unterricht junger Leute in der Baukunst".

1790 wurde Gilly mit dem Ausbau des Schlosses Steinhöfel betraut, 1798 erbaute er das Schloss Freienwalde, den Witwensitz für Friederike Luise sowie 1804 das Schloss Güterfelde.
Gillys bekanntestes Bauwerk ist das Schloss Paretz, ein ehemaliges Gutshaus, das er von 1796 bis 1803 mitsamt der Dorfanlage in einen Sommersitz für Friedrich Wilhelm III und seine Ehefrau Luise umgestaltete.

Die letzten Jahre
Am 3. August 1800 starb Gillys Sohn Friedrich im Alter von nur 28 Jahren an Tuberkulose. Im selben Jahr verlor er auch seinen Enkelsohn. Vier Jahre später verstarb seine Ehefrau Friederike. 1805 heiratete er deren Schwester Juliane.

Der verlorene Krieg gegen Napoleon riss Preußen in eine tiefe wirtschaftliche Krise. Die Staatsschulden waren schließlich so erdrückend, dass die Bezahlung der Beamten 1807 eingestellt werden musste. Auch Gilly war davon betroffen.
Im Alter von 60 Jahren starb der schwerkranke und inzwischen völlig verarmte David Gilly am 5. Mai 1808 in Berlin. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Friedhof II der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde in Berlin-Kreuzberg

Keines seiner Bauwerke in Berlin ist erhalten geblieben. Entweder wurden sie zerstört, abgerissen oder stark verändert.
Dasselbe gilt für den Lustgarten, den Gilly 1798 neu gestaltet hatte und der schon 30 Jahre später von Peter Joseph Lenné umgestaltet wurde. Dieser drückte dem Tiergarten seinen ihm eigenen Stempel auf und verwischte somit die Spuren von David Gilly.
In Cottbus gibt es heute ein David-Gilly-Institut für das Bauingenieurwesen.

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