Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Friedrich Wilhelm IV von Preußen

Friedrich Wilhelm IV wurde am 15. Oktober 1795 als ältester Sohn von Friedrich Wilhelm III (1770-1840) und seiner Frau Luise von Mecklenburg-Strelitz (1776-1810) in Berlin geboren und starb am 2. Januar 1861 in Potsdam.

Friedrich Wilhelm wuchs in einem gut behüteten und liebevollen Elternhaus auf. Seine Erzieher waren der Theologe und Pädagoge Friedrich Delbrück (1768-1830) und der Staatsmann und Philosoph Friedrich Ancillon (1767-1837).
Ein traumatisches Erlebnis für den jungen Prinzen war die Niederlage Preußens gegen die Franzosen in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 und die damit verbundene Flucht der königlichen Familie nach Ostpreußen.

Am 29. November 1823 heiratete Friedrich Wilhelm Prinzessin Elisabeth Ludovika, eine Tochter von König Max Joseph I von Bayern. Beinahe wäre die Ehe nicht zustande gekommen, denn die katholische Prinzessin weigerte sich zunächst hartnäckig, zum protestantischen Glaubensbekenntnis der Hohenzollern zu konvertieren. Erst als man der Prinzessin eine Übergangszeit einräumte, willigte diese in eine Heirat ein. Nach sieben Jahren nahm Elisabeth schließlich die Konfession ihres Mannes an.
Die Ehe galt als glücklich, blieb aber kinderlos, was angeblich auf die Impotenz des Thronfolgers zurückzuführen war.
Zu einem tragischen Unfall kam es während der Hochzeitsfeier des Kronprinzenpaares auf der damals noch im Bau befindlichen und nur für diesen Tag freigegebenen Schlossbrücke. Teile des Provisoriums krachten in sich zusammen und rissen 22 Menschen in den Tod.

Die Thronbesteigung des Kronprinzen am 7. Juni 1840 weckte zunächst große Hoffnungen im liberalen Bürgertum, denn Friedrich Wilhelm IV beendete die absolutistische Politik seines Vaters. Er machte sowohl den Katholiken Zugeständnisse als auch den Altlutheranern und politisch motivierte Todesurteile wurden aufgehoben. Die Demagogenverfolgung wurde abgeschafft und politisch Inhaftierte wurden auf freien Fuß gesetzt. Zivil- und Militärgerichte durften keine Prügelstrafen mehr aussprechen.
Zur Abschaffung der Pressezensur konnte sich der König allerdings zunächst nicht durchringen.

Am 26. Juli 1844 verübte der ehemalige Storkower Bürgermeister Heinrich Ludwig Tschesch aus gekränktem Ehrgefühl im Hof des Berliner Schlosses ein Pistolenattentat auf Friedrich Wilhelm IV. Die Kugel verfehlte ihr Ziel und Tschesch musste seine schändliche Tat mit dem Leben bezahlen. Am 14. Dezember 1844 wurde er in Spandau durch das Henkersbeil hingerichtet.
Dabei hätte der König ihn wohl begnadigt, doch der verhinderte Attentäter, der kurz zuvor noch eine Fotografie von sich hatte anfertigen lassen um zu beweisen, dass er nicht aussah wie ein gewöhnlicher Verbrecher, blieb stur und reichte kein Gnadengesuch ein, was nur folgerichtig war, denn Tschesch sah sich bis zuletzt voll und ganz im Recht.

Die liberale Bürgerbewegung sah sich schon bald in ihren Hoffnungen enttäuscht, denn alle Forderungen nach einem Mitspracherecht des Volkes lehnte Friedrich Wilhelm IV ab, sah er in der Monarchie doch eine von Gott gegebene und von Gott gewollte Institution.
Am 18. März 1848 entlud sich der aufgestaute Volkszorn in den Straßen Berlins. Erst die blutigen und verlustreichen Barrikadenkämpfe bewegten den König zum Einlenken. Die verhasste Pressezensur wurde aufgehoben und eine Verfassung erarbeitet, die im Dezember 1849 verabschiedet wurde und bis zur Gründung der Weimarer Republik Bestand haben sollte. In ihr wurde dem Volk u.a. die Presse- und Versammlungsfreiheit gewährt sowie eine unabhängige Justiz und freie Wahlen - damals noch nach dem Dreiklassenwahlrecht. Dennoch blieb die eigentliche Macht bei der Krone.

Als ihm im April 1849 von der Frankfurter Nationalversammlung die deutsche Kaiserkrone angeboten wurde, lehnte Friedrich Wilhelm IV diese mit Hohn und Verachtung ab. Angewidert war er von der Revolution und von der Institution, die ihm diese Krone anbot. Er, der Monarch von Gottes Gnaden, sprach dem Volk jegliche Berechtigung ab, die Kaiserkrone zu vergeben.

Schon als Kronprinz hatte sich Friedrich Wilhelm intensiv mit Architektur beschäftigt. Besonders gefiel ihm die Architektur Italiens. Karl Friedrich Schinkel und Ludwig Persius gehörten zu seinen Ratgebern und Bildhauer wie Christian Daniel Rauch und Johann Gottfried Schadow schufen die zahlreichen Skulpturen, die Friedrich Wilhelm IV in Auftrag gab.
1842 ernannte er Friedrich August Stüler zum Hofarchitekten.

Von mehreren Schlaganfällen gezeichnet musste Friedrich Wilhelm IV die Regentschaft am 7. Oktober 1858 an seinen Bruder Wilhelm I übergeben.
Am 2. Januar 1861 wurde Friedrich Wilhelm IV durch einen weiteren Schlaganfall von seinem Leiden erlöst.
Wunschgemäß wurde der Verstorbene in der Gruft der Friedenskirche in Potsdam beigesetzt. Sein Herz wurde im Mausoleum des Schlosses Charlottenburg an der Seite seiner Eltern begraben.

Vor der Alten Nationalgalerie in Berlin-Mitte erinnert ein von Alexander Calandrelli geschaffenes Reiterstandbild an Friedrich Wilhelm IV.

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