Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Friedrich Wilhelm III von Preußen

Friedrich Wilhelm III aus dem Hause der Hohenzollern wurde am 3. August 1770 in Potsdam geboren und starb am 7. Juni 1840 in Berlin. Er war der Sohn von Friedrich Wilhelm II (1744-1797) und dessen zweiten Ehefrau Friederike von Hessen-Darmstadt 1751-1805).
Vom 16.11.1797 bis zu seinem Tod war Friedrich Wilhelm III König von Preußen.

Der junge Prinz war schüchtern, zurückhaltend und äußerst wortkarg. Seine nur auf ein Minimum reduzierte Sprache war für ihn typisch.
Zu seinem Vater, dem "dicken Lüderjahn", wie dieser im Volk abfällig genannt wurde, hatte der Kronprinz ein distanziertes Verhältnis, denn er war angewidert von dessen unzähligen Affären. Er machte seinen Vater verantwortlich für die unglückliche Ehe seiner Eltern und er hasste die Intrigen und die Günstlingswirtschaft am Hofe.

Am 24. Dezember 1793 heiratete Friedrich Wilhelm Luise von Mecklenburg-Strelitz (1776-1810). Es wurde eine glückliche Ehe, aus der zehn Kinder hervorgingen, von denen aber nur sieben das Erwachsenenalter erreichten.
Das Paar bezog das Kronprinzenpalais in der Straße Unter den Linden, wo es auch nach der Krönung wohnen blieb.
Die Ferien verbrachte die Familie in Paretz, das Friedrich Wilhelm von David Gilly zu einem Musterdorf ausbauen ließ.

Nach seiner Krönung am 16. November 1797 verbannte Friedrich Wilhelm III alle Günstlinge und Maitressen seines Vaters vom Hof. Die langjährige Maitresse Wilhelmine Encke, die von seinem Vater in den Adelsstand erhoben worden war, ließ er verhaften und sie u.a. der Bereicherung, des Betrugs und des Landesverrats anklagen und ihr Vermögen einziehen.
Auf Druck Napoleons musste Friedrich Wilhelm die Maitresse später allerdings rehabilitieren.

Der angespannten Finanzlage begegnete der König mit einer rigorosen Sparpolitik. Dass er angekündigte und längst überfällige Reformen gar nicht oder nur sehr zögerlich in Angriff nahm, brachten dem Regenten den Ruf eines Zauderers ein. Die Hoffnungen des liberalen Bürgertums auf eine vom König versprochene Verfassung wurden ebenfalls enttäuscht.

Zwei bittere Schicksalsschläge musste der König in den Folgejahren hinnehmen - zum einen die Niederlage gegen Napoleon bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 und den damit verbundenen Frieden von Tilsit vom 9. Juli 1807, durch den Preußen eines Großteil seines Territoriums verlor und gewaltige Kontributionszahlungen an die Franzosen zu leisten hatte.
Zum anderen musste er den frühen Tod seiner Ehefrau Luise verkraften, die am 19. Juli 1810 im Alter von nur 34 Jahren verstarb.

Nach den gewonnenen Befreiungskriegen (1813-1815) erlangte Preußen verlorengegangenes Territorium zurück.
1824, vierzehn Jahre nach Luises Tod, heiratete Friedrich Wilhelm III Gräfin Auguste von Harrach (1800-1873). Es war eine morganatische Ehe. Durch die Heirat mit dem Monarchen wurde der zweiten Ehefrau der Titel "Fürstin Liegnitz" verliehen.
Die Ehe blieb kinderlos.

Friedrich Wilhelm III starb am 7. Juni 1840. Über 42 Jahre regierte er die Geschicke des Landes und ist somit der nach Friedrich dem Großen am längsten regierende Monarch Preußens.
Seine letzte Ruhe fand er an der Seite seiner ersten Ehefrau Luise im Park von Schloss Charlottenburg.

Die Beurteilung seiner Regentschaft geht vom ewigen Zauderer über den treusorgenden und geachteten Landesvater bis hin zu einem der "größten Holzköpfe" (Friedrich Engels).
Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen....
Immerhin fallen in die Regentschaft von Friedrich Wilhelm III Reformen in der Verwaltung, im Bildungswesen und beim preußischen Militär.
1807 erließ er ein Edikt, das die Leibeigenschaft und die Erbuntertänigkeit der preußischen Bauern aufhob und diese nicht länger der Gerichtsbarkeit ihrer adligen Grundherren unterstellte. Durch das Judenedikt vom 11. März 1812 wurden den Juden im Reich weitgehende Rechte eingeräumt.
1817 etablierte er eine staatliche Kirchenverwaltung. Unter dem Dach der "Evangelischen Kirche in Preußen" wurden lutherische und reformierte Gemeinden zusammengeschlossen.
Widerstand duldete Friedrich Wilhelm III allerdings nicht und so wurden freiheitliche Bestrebungen schon im Keim erstickt, wozu auch eine Buch- und Pressezensur gehörte. Universitäten wurden gegründet, aber gleichzeitig auch überwacht, unbequeme Wissenschaftler, Schriftsteller und Politiker wurden bespitzelt, unter Druck gesetzt und inhaftiert.

zurück zur Liste

Seitenanfang


[Home][Geschichte][Über mich][Fotos][Hohenzollern][Sightseeing][Links][Impressum][Sitemap]
Copyright (c) 2009 Brigitte Ferlet. Alle Rechte vorbehalten.