Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Friedrich Wilhelm I von Preußen
(der Soldatenkönig)

Friedrich Wilhelm I aus dem Hause Hohenzollern wurde am 14. August 1688 in Berlin geboren und starb am 31. Mai 1740 in Potsdam.
Der einzige Sohn von Friedrich I (1657-1713) und Sophie Charlotte von Hannover (1668-1705) erfuhr eine strenge calvinistische Erziehung, welche die Grundlage für seine spätere Regentschaft darstellte: strenge Disziplin, unbedingte Pflichterfüllung, Bescheidenheit und ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn.
Während andere europäische Herrscherhäuser großen Punk entfalteten, lebte Friedrich Wilhelm I in eher spartanischen Verhältnissen.

Schon sehr früh sammelte Friedrich Wilhelm, der mit der Krönung seines Vaters Prinz von Oranien wurde, militärische Erfahrungen. Im Nordischen Krieg gewann er Vorpommern und Stettin.
Dieser kurze Feldzug im Jahre 1715 blieb die einzige kriegerische Auseinandersetzung, an der Friedrich Wilhelm beteiligt war.
1704 wurde der sechzehnjährige Kronprinz für volljährig erklärt. Das Gut Wusterhausen, das dem damals Zehnjährigen geschenkt worden war, hatte sich zu einem Musterbetrieb gemausert.
Von 1717 bis 1720 war Friedrich Wilhelm - wie schon zuvor sein Vater - Bürgermeister von Charlottenburg.

1706 heiratete der Kronprinz seine Cousine Sophie Dorothea (1687-1757). Das Paar bekam 14 Kinder.
Als der Kronprinz die skandalösen Machenschaften des Drei-Grafen-Kabinetts aufdeckte, bewegte er seinen Vater dazu, eine Untersuchungskommission ins Leben zu rufen und die drei Missetäter aus dem Staatsdienst zu entfernen.

Friedrich Wilhelm I hat sehr viel größere Verdienste, als es sein Beiname "Soldatenkönig" vermuten lässt. Sicherlich, rund 80 Prozent der Staatsausgaben gingen in die Armee und der König wurde bekannt für seine "langen Kerls", die er in ganz Europa rekrutieren ließ und die überdurchschnittlich gut bezahlt wurden. "Das schönste Mädchen, das man mir verschaffte, wäre mir gleichgültig, aber Soldaten, das ist meine Schwäche", bekannte er freimütig.
Aber der König baute die Armee nicht auf, um Eroberungskriege zu führen sondern um seinem Land ein militärisches Gewicht zu  verleihen und es weniger erpressbar zu machen. Und in der Tat, nach seinem Tod war das zuvor unbedeutende und hoch verschuldete Preußen die viertgrößte Militärmacht Europas. Die Staatsschulden von 30 Millionen Reichstalern waren getilgt und im Keller des Berliner Schlosses lagerte gar ein Staatsschatz von 8 Millionen Talern.

Mit dem Abbau des Schuldenberges gingen zunächst Massenentlassungen und Gehaltskürzungen einher, aber auch der König unterwarf sich wie selbstverständlich diesen Sparmaßnahmen. So bewohnte er nur wenige Zimmer seines Schlosses, verzichtete 1713 auf eine Krönungsfeier, entließ die Hälfte seiner Bediensteten, verkaufte oder vermietete eine Reihe von Schlössern und veräußerte Mobiliar, Kutschen, Schmuck und all das, worauf sein Vater einst so großen Wert gelegt hatte.
Künstler wurden entlassen und auch die Baumeister Andreas Schlüter und Eosander von Göthe kehrten dem Hof den Rücken. Theater und Orchester wurden aufgelöst und Deutsch wurde als neue Amtssprache eingeführt.
Nur das Militär war den Sparmaßnahmen nicht unterworfen. Alles was militärisch war oder dem Militär nutzte, wurde finanziell gefördert. Für seine "Langen Kerls" gab Friedrich Wilhelm ein Vermögen aus.
Ganz im Gegensatz zu den Gepflogenheiten seiner Zeit verzichtete er auf Mätressen.

Friedrich Wilhelm I reformierte das Justiz- und Verwaltungswesen, die von ihm geschaffene Generalrechenkammer überwachte zivile und militärische Ausgaben. Hunderte von Vorschriften regelten das Leben seiner Untertanen. Wohlhabende Bürger wurden zum Bau von Wohnhäusern verpflichtet.
Auf Friedrich Wilhelm I geht die allgemeine Schul- und Wehrpflicht zurück und er legte den Grundstein für das Beamtenwesen.
Im Jahre 1722 stiftete er in Potsdam ein Militärwaisenhaus, zu dem ein großes Lagerhaus und verschiedene Manufakturen gehörten. Über 2000 Waisen erhielten hier eine Schul- und Berufsausbildung und nach ihrer Ausbildung einen Arbeitsplatz in den Manufakturen. Durch die Erlöse konnte sich das Waisenhaus selbst finanzieren.
1727 gründete Friedrich Wilhelm I die Charité.
Auch die Gründung des Gestüts Trakehnen geht auf Friedrich Wilhelm I zurück.
Außerdem gründete Friedrich Wilhelm I das Generaldirektorium, das alle Einnahmen des Staates verwaltete.

Überall im deutschsprachigen Raum waren preußische Werber unterwegs, um den Personalbestand des Militärs zu sichern. Allerdings taten sie dies oft mit recht fragwürdigen Methoden. Erst als Friedrich Wilhelm I eine allgemeine Militärpflicht einführte, wurde diesem Missstand Einhalt geboten.
Bedingungsloser Gehorsam wurde von den Soldaten erwartet. Wer diesem ständigen Drill nicht länger gewachsen war und Fahnenflucht beging, wurde mit dem Tode bestraft, kleinere Vergehen wurden mit Prügel oder Spießrutenlaufen geahndet. Als trotzdem Tausende von Soldaten desertierten, gewährte der König Straffreiheit.

Abends zerstreute sich der Monarch in seinem legendären Tabakskollegium, an dem auch stets sein Sohn Friedrich, den er mit unnachgiebiger Strenge erzog, teilnehmen musste, ob dieser nun wollte oder nicht. Bedingungslosen Gehorsam erwartete der Monarch nicht nur von seinen Soldaten sondern auch von seinem Sohn und wann immer dieser dagegen aufbegehrte, verprügelte und demütigte ihn sein Vater in aller Öffentlichkeit.
1730 kam es schließlich zur Tragödie. Auf einer Reise mit seinem Vater wollte Friedrich in der Nacht vom 4. auf den 5. August mit Hilfe des befreundeten Leutnants Hans Hermann von Katte aus Preußen und vor seinem despotischen Vater zu fliehen.
Der Fluchtversuch scheiterte, Friedrich Wilhelm I kannte keine Gnade. Hans Hermann von Katte wurde zum Tode verurteilt und dasselbe Urteil verlangte der aufgebrachte Vater auch für seinen Sohn. Doch die Richter des Köpenicker Kriegsgerichts widersetzten sich hartnäckig dem ausdrücklichen Wunsch des Königs. Als sich auch noch einflussreiche Fürsprecher auf die Seite des Kronprinzen schlugen, gab Friedrich Wilhelm I schließlich nach.
Der Kronprinz wurde auf der Festung Küstrin inhaftiert, doch blieb es ihm nicht erspart, der Hinrichtung seines Freundes beizuwohnen.

Ein ganz anderes Bild des Preußenkönigs erhielt Europa 1732, als dieser nach dem Vorbild seines Großvaters Friedrich Wilhelm 20.000 Glaubensflüchtlinge aus Salzburg in seinem Reich aufnahm und auch für die Reisespesen von einigen Millionen Reichstalern aufkam.
Die Glaubensflüchtlinge wurden in den durch die Pest entvölkerten Landstrichen Ostpreußens angesiedelt, Neben Steuerprivilegien erhielten sie Land, Vieh, Ackergeräte und Bauholz. In nur wenigen Jahren entwickelte sich das Land in eine blühende Provinz.
Weniger glorreich war hingegen seine restriktive Religionspolitik, besonders gegenüber den Juden.

Jahrelang wurde Friedrich Wilhelm I von einer schweren Gicht gequält, bevor er schließlich am 31. Mai 1740 an Wassersucht verstarb.
Beigesetzt wurde er in der Garnisonkirche in Potsdam. Heute ruht er im Kaiser-Friedrich-Mausoleum, ebenfalls in Potsdam.

zurück zur Liste

Seitenanfang


[Home][Geschichte][Über mich][Fotos][Hohenzollern][Sightseeing][Links][Impressum][Sitemap]
Copyright (c) 2009 Brigitte Ferlet. Alle Rechte vorbehalten.