Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Friedrich I
König in Preußen

Friedrich I wurde am 11. Juli 1657 in Königsberg geboren und starb am 25. Februar 1713 in Berlin. Er entstammte dem Hause Hohenzollern und war zunächst als Friedrich III Kurfürst von Brandenburg und wurde 1701 der erste König in Preußen.
Er war der drittgeborene Sohn von Friedrich Wilhelm (der "Große Kurfürst") (1620-1688) und seiner ersten Ehefrau Louise Henriette von Oranien (1627-1667).

Friedrich war ein schwächliches und stets kränkelndes Kind. Zudem hatte er eine verkrüppelte Schulter, die er sich bei einem Unfall als Kleinkind zugezogen hatte und die ihm später in der Bevölkerung den Beinamen "schiefer Fritz" einbrachte.
Während seine Mutter ihn umsorgte, schenkte sein Vater dem älteren, starken und gesunden Sohn Karl Emil seine ganze Aufmerksamkeit. Der erstgeborene Sohn des Kurfürstenpaares Wilhelm Heinrich verstarb bereits im Kleinkindalter.

Als er seine Mutter verlor, war Friedrich erst zehn Jahre alt.
1668 heiratete sein Vater die Witwe Dorothea von Holstein Sonderburg-Glücksburg, die sieben Kinder zur Welt brachte - darunter auch vier Söhne.
Friedrichs Verhältnis zur Stiefmutter war schwierig und konfliktbeladen. Er hasste sie ebenso sehr wie er sie fürchtete und sah in ihr gar eine Giftmischerin, die ihm nach dem Leben trachtete.

Als sein Bruder Karl Emil im Dezember 1674 während eines Feldzugs in Straßburg an der Ruhr verstarb, wurde Friedrich Kurprinz. Trotz seiner körperlichen Behinderung nahm er an der Seite seines Vaters am Nordischen Krieg gegen Schweden teil.
Friedrich erkrankte auf diesem Feldzug schwer und entging nur knapp dem Tode.

Am 13. August 1679 heiratete Friedrich seine große Liebe und langjährige Verlobte Elisabeth Henriette von Hessen-Kassel.
Das Paar bezog das Schloss Köpenick. Elisabeth Henriette brachte eine Tochter, Luise Dorothea Sophie, zur Welt und starb nach vierjähriger glücklicher Ehe an den Pocken.
Ihre letzte Ruhe fand sie in der Hohenzollerngruft im Berliner Dom.
Am 8. Oktober 1684 heiratete Friedrich Sophie Charlotte von Braunschweig-Hannover. Dieser Ehe entstammten zwei Söhne, von dem nur Friedrich Wilhelm, der Thronfolger, überlebte.

Friedrichs jahrelang angespannte Verhältnis zu seinem Vater endete in einem Zerwürfnis, als dieser dem Drängen seiner zweiten Ehefrau nachgab und testamentarisch die Teilung von Brandenburg-Preußen besiegelte, indem er Preußen an den ältesten Sohn Philipp Wilhelm aus zweiter Ehe vererbte.
Somit drohte mit dem Tod des Kurfürsten 1688 auch der Zerfall von Brandenburg-Preußen, doch Friedrich gelang es, mit der Unterstützung von Kaiser Leopold I das väterliche Testament erfolgreich anzufechten und die Unteilbarkeit des Landbesitzes festzuschreiben.

Der neue Regent setzte als Kurfürst Friedrich III die kluge Einwanderungspolitik seines Vaters fort. Tausende von Einwanderern kamen nach Berlin und Brandenburg, wo sie Manufakturen errichteten, das Land besiedelten, Sümpfe trockenlegten und Ödland kultivierten und somit für die Prosperität des Reiches sorgten.

Doch Friedrich III wollte mehr, er strebte nach der Königskrone über das Herzogtum Preußen. Wiederum war es der Deutsche Kaiser, der ihn - als Gegenleistung für dessen politischen und militärischen Beistand - bei seinen Bemühungen unterstützte. Da Friedrich aber nur die Regentschaft über einen Teil Preußens innehatte, durfte er sich nicht als König von Preußen bezeichnen sondern musste sich mit dem Titel eines Königs in Preußen begnügen.
Seine Krönung und die Krönung seiner Ehefrau Sophie Charlotte vollzog er am 18. Januar 1701 in Königsberg von eigener Hand.

Sein Traum von der Königswürde hatte sich für Friedrich I - wie er sich fortan nannte - erfüllt und er ließ dieses Ereignis in Berlin und Königsberg ausgiebig feiern. Wein, Ochsen, Festumzüge und Feuerwerke gab es für die Untertanen.
Die Kosten für die erlangte Königswürde belasteten das Staatsbudget indes schwer: über 2,6 Millionen Reichstaler gingen an Kaiser Leopold I und an den Klerus Außerdem hatte sich Friedrich verpflichtet, 8000 Soldaten in den Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) zur Unterstützung der Habsburger zu entsenden.
Aber es blieb nicht bei diesen Kosten. Während viele der Untertanen in bitterer Armut lebten, schwelgten der König und seine Ehefrau im Luxus. Die Hofhaltung und der Ausbau von Schloss Lietzenburg, das nach dem Tod der Königin den Namen Schloss Charlottenburg erhielt und der von Andreas Schlüter vorgenommene Umbau des Berliner Stadtschlosses verschlangen Unsummen.
Die großzügige Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaften, die Gründung von Universitäten und Akademien und der prachtvolle Ausbau der Residenzstadt Berlin ließen die Staatschulden ins Gigantische wachsen.

Immer höhere Steuern auf immer mehr Dinge wurden erhoben, was die Verelendung ganzer Gesellschaftsschichten zur Folge hatte.
Traurige Berühmtheit erlangte hierbei das sogenannte "Dreifache Weh" des Landes in der Gestalt der Grafen Wittgenstein, Wartensleben und allen voran Wartenberg (mit bürgerlichem Namen: Johann Kasimir Kolbe), der sich die Freundschaft und das Vertrauen des Königs erschlich, ihm seine eigene Frau als Maitresse zuführte und immer wieder neue Steuern für das Volk erfand: so wurden u.a. Steuern erhoben auf Salz, Perücken, Hüte, Strümpfe und Kutschen und unverheiratete Frauen zwischen 20 und 40 mussten eine Jungfernsteuer entrichten.
Das Drei-Grafen-Kabinett bereicherte sich schamlos und machte Vetternwirtschaft und Korruption hoffähig. Erst als Kronprinz Friedrich Wilhelm diesem Trio auf die Schliche kam, fand das kriminelle Treiben ein Ende.

1705 wurde Friedrich I abermals Witwer. Am 28.November 1708 heiratete er in Berlin die erst 23-jährige Herzogin Sophie Luise von Mecklenburg-Schwerin.
Die Ehe blieb kinderlos.
Am 25. Februar 1713 erlag Friedrich I einem Lungenversagen.
Seine letzte Ruhe fand er in der Hohenzollerngruft im Berliner Dom.

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