Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Friedrich II von Preußen
(Der Große)

Friedrich II aus dem Hause Hohenzollern, in die Geschichte eingegangen als Friedrich der Große, wurde am 24. Januar 1712 im Berliner Stadtschloss geboren und verstarb am 17. August 1786 auf Schloss Sanssouci in Potsdam.
Er war der älteste Sohn des "Soldatenkönigs" Friedrich Wilhelm I (1688-1740) und dessen Ehefrau Sophie Dorothea von Hannover (1687-1757).

Kindheit und Jugend
Friedrich und die Frauen
Kriege
Preußen
Der Privatmann
Reformen
Alter und Tod
Nachtrag

Kindheit und Jugend
Ganz im Gegensatz zu der prunkvollen Hofhaltung anderer europäischer Herrscherhäuser war das Leben am preußischen Hof spartanisch. Den größten Teil des Jahres verbrachte die Familie im Jagdschloss Wusterhausen, Regierungssitz und Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens.
Die Kindheit des Kronprinzen war freudlos und einer strengen Disziplin unterworfen. Der despotische und jähzornige Vater wollte den "weibischen Charakter", den er in seinem Sohn zu erkennen glaubte, mit Gewalt herausprügeln und so erzog er ihn mit großer Härte, die kein Pardon und keinen Widerspruch duldete. Er ließ die Bücher seines Sohnes verbrennen und zerstörte die Querflöte, wann immer er diesen beim Musizieren ertappte. Er scheute auch nicht davor zurück, Friedrich in aller Öffentlichkeit zu demütigen. Dennoch gelang es dem Vater nicht, das Wesen seines Sohnes nach seinem Idealbild zu formen.
Allerdings litt Friedrich sein Leben lang unter den Qualen der väterlichen Erziehung.

Rückhalt fand der schöngeistig veranlagte Kronprinz, der alles Militärische zunächst ablehnte und die grausamen Parforcejagden seines Vaters verabscheute, bei seiner Mutter. Mit ihr teilte er sein Interesse für Kunst, Philosophie, Literatur und die Liebe zu Hunden. Sie war seine Verbündete und Vertraute und sie unterstützte ihn auch, als Friedrich ohne Wissen seines Vaters Flötenunterricht nahm.

Friedrichs gescheiterter Versuch im Jahr 1730, vor der Willkür seines tyrannischen Vaters nach England zu fliehen, endete in einer Tragödie. Friedrich Wilhelm I, der einen Brief zwischen seinem Sohn und dessen Freund und Mitwisser Leutnant Hans Hermann von Katte abfing, ließ beide verhaften und als Deserteure und Hochverräter anklagen.
Das Kriegsgericht im Schloss Köpenick erklärte sich für Friedrich, der in der Festung Küstrin gefangen war, nicht zuständig. Von Katte wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, was auf Betreiben von Friedrich Wilhelm I in ein Todesurteil umgewandelt wurde.
Es blieb dem Kronprinzen nicht erspart, der Hinrichtung seines Jugendfreundes beizuwohnen, was bei Friedrich tiefe seelische Narben hinterließ.
Ursprünglich wollte Friedrich Wilhelm I auch seinen Sohn wegen Fahnenflucht hinrichten lassen, doch der Habsburger Kaiser Karl VI, Friedrichs Patenonkel und Vater von Kronprinzessin Maria Theresia, bat den Preußenkönig inständig, von seinem Vorhaben Abstand zu nehmen.
Friedrich blieb zunächst in Haft und wurde erst entlassen, als er dem Drängen seines Vaters nachgab und in die Heirat mit der von ihm ungeliebten Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern (1715-1797) einwilligte.

Friedrich und die Frauen
Wider die Natur und wider die Leidenschaft sei diese Ehe, klagte Friedrich und dass man ihn mit Stockschlägen verliebt machen wolle. An seine Schwester Wilhelmine schrieb er:
"Der König setzt mir wegen meiner Heirat zu. Ich liebe die Prinzessin nicht, im Gegenteil, ich hege Abneigung gegen sie. Unsere Ehe wird nicht viel taugen, denn zwischen uns wird es weder Freundschaft noch Übereinstimmung geben.

Am 12. Juni 1733 fand die Hochzeit schließlich statt. Die Ehe, die von Anfang an unter keinem guten Stern stand, blieb kinderlos.
Das junge Paar lebte zunächst im Kronprinzenpalais in Berlin und später im Schloss Rheinsberg, 100 km nordwestlich von Berlin entfernt.

Friedrich genoss es, endlich sein Leben so zu gestalten, wie er es wollte ohne die ständige Einmischung seines Vaters. Er gab rauschende Feste, Künstler, Literaten und Philosophen waren gern gesehene Gäste auf Schloss Rheinsberg. Hier komponierte er auch seine erste Sinfonie.
Friedrich widmete sich ausgiebig den Büchern. Besonders die Werke der Aufklärung hatten es ihm angetan und er verfasste 1739 seine eigene Streitschrift - den Antimachiavel. Sein literarisches Denkmal war ein Pladoyer gegen die Skrupellosigkeit der Fürsten und deren Willkürherrschaft.
"Keine Empfindung ist so unzertrennlich von unserem Wesen wie die der Freiheit, denn wie wir ohne Ketten geboren sind, so wollen wir auch ohne Knechtschaft leben."

Friedrich setzte der Rücksichtslosigkeit Machiavellis eine Staatsform entgegen, die einzig und allein das Wohl des Volkes, die Sicherung des Friedens und die Gerechtigkeit gegenüber jedermann im Auge hat - Werte, an die Friedrich sich selbst allerdings nicht hielt.....
Voltaire, zu dem der Kronprinz seit 1736 freundschaftliche Kontakte unterhielt, machte Friedrichs Streitschrift in Europa bekannt.

Nach dem Tod von Friedrich Wilhelm I und der Krönung von Friedrich II am 31. Mai 1740 gingen die Eheleute getrennte Wege. Während der König sich vornehmlich im Schloss Sanssouci in Potsdam aufhielt, lebte die Königin im Schloss Schönhausen (dem heutigen Hohenschönhausen im Berliner Bezirk Pankow).
Aber auch von anderen Frauen hielt sich Friedrich fern. Zu den wenigen, denen Friedrich II zugetan war und die er respektierte, zählten seine Mutter, seine älteste Schwester Wilhelmine und Zarin Katharina die Große, mit der er einen innigen Briefwechsel unterhielt.
Politik, die von Frauen ausging, verspottete er als "Weiberwirtschaft" und "Herrschaft der Unterröcke". Seine Rivalinnen Kaiserin Maria Theresia, Zarin Elisabeth I und Madame Pompadour, die Mätresse des französischen Königs Ludwig XV, bezeichnete er gar als die "drei 'Erzhuren Europas".
Maria Theresia wurde zu seiner größten Widersacherin. Gegen sie führte er drei Kriege.

Kriege
Den Ersten Schlesischen Krieg (1740-1742) entfesselte Friedrich II, als er am 16. Dezember ohne Kriegserklärung Schlesien überfiel.
Der Zweite Schlesische Krieg (1744-1745) wurde ausgetragen zwischen Preußen und Frankreich auf der einen Seite und Österreich, Sachsen, Großbritannien und den Niederlanden auf der anderen Seite. Am 25. Dezember kam es zum Friedensschluss in Dresden. Darin wurde Schlesien den Preußen zugeteilt, während Franz I Stephan, der Ehemann von Maria Theresia, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wurde.

Im August 1756 überfiel Friedrich II das Kurfürstentum Sachsen und löste damit den Siebenjährigen Krieg aus.
Zunächst war es Graf Kaunitz, dem engsten Berater von Kaiserin Maria Theresia, durch eine kluge Bündnispolitik gelungen, Preußen politisch zu isolieren. Um zu verhindern, dass sich auch noch England auf die Seite der Widersacher schlug, schloss Friedrich II im Januar 1756 ein Verteidigungsbündnis mit England. Dies rief nun aber Frankreich, das einen erbitterten Seekrieg mit England um die Vorherrschaft in Nordamerika und Indien führte, auf den Plan. Frankreich verbündete sich mit den Österreichern. Sachsen und Russland traten diesem Bündnis bei.

In der Schlacht bei Leuthen im Dezember 1757 führte der Preußenkönig einen zunächst aussichtslos scheinenden Kampf gegen einen übermächtigen Feind. Dank einer genialen Kriegstaktik ging er dennoch als Sieger vom Schlachtfeld und galt seitdem als größter Feldherr seiner Zeit.
Doch im dritten Kriegsjahr wendete sich das Blatt allmählich, die Preußen waren mit ihren Kräften am Ende und der Verlust des Krieges greifbar nahe.
"Das Glück hat sich von mir abgewendet. Ich hätte darauf gefasst sein sollen, denn Fortuna ist ein Weib und ich bin kein Liebhaber".

Die Schlacht bei Kunersdorf im August 1759 endete in einem Debakel. Die Preußen standen einer dreifachen Übermacht von Österreichern und Russen gegenüber, von 48000 preußischen Soldaten überlebten nur 3000 das Inferno. Friedrich wurde von einer Kugel in die Brust getroffen, blieb aber Dank seiner goldenen Schnupftabakdose, die die Munition auffing, unverletzt. Völlig verzweifelt, das Ende seines Reiches vor Augen, dachte er daran, sich mit den Opiumpillen, die er stets in einem Amulett bei sich trug, umzubringen. "Mein Unglück war, dass ich noch lebte", stellte Friedrich verbittert fest und orakelte: "Ich glaube, alles ist nun verloren. Ich werde den Untergang meines Vaterlandes nicht überleben."

Preußen war geschlagen und stand am Abgrund. Da starb die russische Zarin und ihr Sohn Peter, ein glühender Verehrer von Friedrich dem Großen, schloss Frieden mit Preußen. Die gegnerische Koalition zerbrach daraufhin. Diese glückliche Fügung ging als "Mirakel des Hauses Brandenburg" in die Geschichte ein.

Der am 15. Februar 1763 geschlossene Frieden von Hubertusburg beendete den Siebenjährigen Krieg. Schlesien verblieb bei Preußen. Ansonsten gingen weder die Preußen, noch die Österreicher als Sieger aus diesem Konflikt hervor.
"Besser ein mittelmäßger Frieden als ein glorreicher Krieg", kommentierte Maria Theresia diesen Friedensschluss.
Im Jahre 1772 teilten Preußen, Österreich und Russland den Doppelstaat Polen-Litauen unter sich auf, wobei Preußen sich Westpreußen einverleibte.
Als Maria Theresia, die ihren preußischen Widersacher niemals persönlich kennengelernt hatte, am 29. November 1780 starb, sagte Friedrich: "Ich habe gegen sie Kriege geführt, aber ich war nie ihr Feind".

Die Bevölkerung bereitete dem erfolgreichen Feldherrn bei seinem Einzug nach Berlin einen triumphalen Empfang - der Mythos von Friedrich dem Großen war geboren.


Preußen
Die Pläne Friedrichs, Preußen zu Ruhm und Ansehen zu verhelfen, trugen Früchte. Überall im Lande entstanden Manufakturen, darunter befand sich auch die Königliche Porzellanmanufaktur. Das weiße Gold aus der KPM war heiß begehrt und brachte beachtliche Profite.

Preußen war in die Liga der europäischen Großmächte aufgestiegen und seine Residenzstadt Berlin wurde repräsentativ ausgebaut. Die Akademie der Wissenschaften war die erste auf deutschem Boden. Unter Friedrichs Herrschaft erfuhr die Stadt eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte, was auch auf die vielen Zuwanderer und Glaubensflüchtlinge aus Frankreich, Flandern, Österreich, Littauen, Lettland, Polen, Sachsen, Württemberg und Böhmen zurückzuführen war.
Hier in Preußen konnte ein jeder von ihnen nach seiner Façon selig werden - dies hatte ihnen der König versprochen. Auch Atheisten und Moslems waren willkonmmen und so wurde Preußen zu einer Oase der Religionsfreiheit inmitten eines von Glaubenskonflikten gebeutelten Europas.
Friedrichs Urgroßvater, der Große Kurfürst hatte 1685 mit dem Edikt von Potsdam diese liberale Einwanderungspolitik ins Leben gerufen.

"Preußen ist kein Staat mit einer Armee sondern eine Armee mit einen Staat" stellte der französische Politiker Marquis de Mirabeau fest und der scharfzüngige Voltaire kritisierte: "Der Fürst wirft seinen Philosophenmantel ab und ergreift den Degen, sobald er eine Provinz erblickt, die ihm gefällt".
"Ich bin eher Künstler. Die Gebietserweiterungen Preußens betrieb ich aus ästhetischen Gründen, nicht aus strategischen. Mir ging es um ein geschlossenes Kartenbild",
so kommentierte Friedrich selbst seine Eroberungszüge.

Die Kriege des Preußenkönigs kosteten allerdings einen hohen Blutzoll. Die steuerlichen Belastungen wuchsen immens. Zudem verlor die Wirtschaft durch die jahrelangen Kriege entscheidend an Kraft, was wiederum zu Unzufriedenheit in der Bevölkerung führte.
Über 18000 Gesetze, Erlasse und Verordnungen regelten den Alltag der Untertanen.

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