Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Französischer Dom

Berlin, Französischer Dom Die Französische Friedrichstadtkirche auf dem Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte wurde von 1701 bis 1705 nach Plänen von Jean Cayart errichtet. Als der französische Festungsbaumeister 1702 starb, übernahm Abraham Quesnays die weitere Bauausführung.

Nach der Gründung des Französischen Gymnasiums war die Errichtung der Friedrichstadtkirche der zweite bedeutende Schritt der Berliner Hugenotten in Richtung auf dauerhaften Verbleib in ihrer neuen Heimat. Im Zuge des Edikts von Potsdam, das der Große Kurfürst 1685 erlassen hatte, kamen 20000 Glaubensflüchtlinge nach Brandenburg und 6000 nach Berlin. Anfang des 18. Jahrhunderts bestand rund ein Viertel der Berliner Bevölkerung aus Bürgern französischer Herkunft.

Als Vorbild für den Kirchenbau diente dem Baumeister der "Temple de Charenton" bei Paris. Dieser war nach dem Widerruf des Edikts von Nantes (Revokationsedikt) durch Ludwig XIV, dem "Sonnenkönig", vollständig zerstört und abgerissen worden.
Welchen hohen Symbolwert diese Kirche für die französischen Protestanten besaß, zeigt sich darin, dass in der Folgezeit zahlreiche französisch-reformierte Kirchen nach ihrem Vorbild errichtet wurden, so z.B. der "Temple de la Fusterie" in Genf.

Zwischen 1780 und 1785 erhielt die Friedrichstadtkirche ihren Kuppelturm durch Carl von Gontard. Die Bauplastik wurde nach Entwürfen von Daniel Chodowiecki gefertigt.
Der Turm beherbergte neben den Wohnungen der Bediensteten auch die Klassenzimmer der Domschule.

Der Gendarmenmarkt, einer der schönsten Plätze Berlins, wurde Ende des 17. Jahrhunderts nach Plänen von Johann Arnold Nering geschaffen.
Die Umgestaltung der Friedrichstadt, die unter König Friedrich I entstand und auch nach ihm benannt wurde, erfolgte durch dessen Enkel, Friedrich dem Großen. Dieser ließ die Kasernen und Stallungen des Kürassierregiments "Gens d'armes" seines Vaters Friedrich Wilhelm I, abreißen und in die Dorotheenstadt verlagern.
Als Vorbild bei der Neugestaltung des Platzes diente die Piazza del Popolo in Rom mit ihren berühmten Zwillingskirchen Santa Maria in Monte Santo und Santa Maria dei Miracoli. Auch der Gendarmenmarkt erhielt zwei fast identische Kirchen, den Französischen und den Deutschen Dom.
Die Bezeichnung "Dom" wurde aus dem Französischen für Kuppel "dôme" abgeleitet und sagt nichts über die sakrale Bedeutung der Kirche aus.

Anlässlich des 250. Jahrestages des Edikts von Potsdam im Jahre 1935 erhielt der Französische Dom das Hugenottenmuseum, das die Geschichte der französischen Glaubensflüchtlinge erzählt und den Einfluss, den sie auf Kultur und Wirtschaft ihrer neuen Heimat ausübten.

Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde der Französische Dom in den 1980-er Jahren wieder aufgebaut und anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins mit einem Glockenspiel versehen, das aus 60 Glocken besteht.
Eine weitere gründliche Sanierung erfuhr die Kirche zwischen 2004 und 2006.

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