Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Deutsche Einigungskriege (1864-1871)

Die Kriege gegen die Dänen (1864), gegen die Österreicher (1866) und gegen die Franzosen (1870/71), die zur Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 und somit zur Einheit Deutschlands führten, werden als "Deutsche Einigungskriege " bezeichnet.

Otto von Bismarck, der während der preußischen Verfassungskrise im Jahr 1862 von König Wilhelm I zum Ministerpräsidenten berufen wurde, hatte ein großes Ziel vor Augen, nämlich die über 30 verschiedenen deutschen Einzelstaaten unter der preußischen Krone zu vereinigen. Da aber seiner Überzeugung nach die großen Fragen der Zeit nicht mit Worten sondern mit Bajonetten entschieden wurden, nutzte Bismarck neben geschicktem Taktieren auch die Waffen, um die Machtverhältnisse in Europa so zu verändern, dass der deutschen Einheit nichts mehr im Wege stand.
Zunächst brachte er mit Kriegsminister Albrecht von Roon eine grundlegende Heeresreform auf den Weg.

Deutsch-Dänischer Krieg (1864)
Der Anlass für den Krieg gegen Dänemark, war die Einverleibung Schleswigs, die der dänische König Christian IX durch eine Verfassungsänderung legitimiert hatte.
Den Oberbefehl hatte der preußische Generalfeldmarschall Friedrich von Wrangel, der jedoch schnell von Generalstabschef Helmuth von Moltke abgelöst wurde.

Entschieden wurde der Deutsch-Dänische Krieg am 18. April 1864 an den Düppeler Schanzen. Die Verbündeten Preußen und Österreich eroberten Jütland und besiegten damit Dänemark.  Der Verlierer verzichtete im Wiener Friedensvertrag vom 30. Oktober 1864 auf die Herzogtümer Schleswig und Holstein.
In der Gasteiner Konvention kam es am 14. August 1865 zur Teilung der beiden Herzogtümer. Holstein wurde österreichisch und Schleswig preußisch verwaltet. Das Herzogtum Lauenburg fiel an Preußen.
Der Versuch Preußens, die Herzogtümer Schleswig und Holstein in das Reich einzugliedern, führte zum Ausbruch des Deutschen Krieges.

Deutscher Krieg (1866)
Der im Jahre 1815 gegründete Deutsche Bund war ein Zusammenschluss von über 30 deutschen Kleinstaaten sowie den Großmächten Preußen und Österreich.
Österreich, das den Vorsitz in diesem Bündnis hatte, stellte am 14. Juni 1866 in der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main den Antrag auf Mobilmachung gegen Preußen, weil es die Herzogtümer Schleswig und Holstein besetzt hielt.
Bismarck hatte diesen Konflikt provoziert, um durch Waffengewalt die Vormachtstellung Preußens im deutschsprachigen Raum herzustellen. Als sich die Mitglieder mit 9:6 Stimmen gegen Preußen aussprachen, war der Krieg unausweichlich.

1866 wurden die Österreicher und ihre Verbündeten in der Schlacht bei Königgrätz (Böhmen) vernichtend geschlagen. Der Generalstabschef Helmuth Graf von Moltke hatte sich entschieden, das preußische Heer in drei getrennten Armeen marschieren zu lassen, "getrennt marschieren, zusammen schlagen", wie er es ausdrückte. Aber nicht nur die Taktik war von entscheidendem Vorteil sondern vor allem auch die Waffen, denn die Hinterlader der Preußen erwiesen sich als effizienter als die umständlich zu handhabenden Vorderlader der Kriegsgegner.

Beendet wurde der Krieg zunächst durch den Vorfrieden von Nikolsburg, der dann schließlich am 23. August 1866 zum Frieden von Prag führte.

Nach dem Sieg über Österreich annektierte Preußen Schleswig, Holstein, Nassau, Sachsen, Hannover und Kurhessen. Der Deutsche Bund wurde aufgelöst und durch den Norddeutschen Bund ersetzt.
Bismarck erarbeitete nicht nur maßgeblich die Verfassung des Norddeutschen Bundes sondern wurde am 14. Juli 1867 auch dessen Kanzler.
Zusammengeschlossen waren in diesem von Preußen beherrschten Bündnis 17 norddeutsche Länder sowie Sachsen und Teile von Hessen, Württemberg und Baden.
Des Weiteren wurden Verteidigungsbündnisse zwischen Preußen und den süddeutschen Staaten geschlossen.

Deutsch-Französischer Krieg (1870/71)

Als die Spanier 1870 dem Erbprinzen Leopold aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen, die Krone anboten, sah Bismarck seine Chance gekommen, den Süden mit dem Norden Deutschlands unter preußischer Herrschaft zu vereinigen.
Im Grunde wollte Leopold die spanische Krone nicht, aber Bismarck drängte ihn zur Annahme, denn für ihn war dieses Ereignis ein willkommener Anlass, den Rivalen Frankreich zu einer Kriegserklärung zu provozieren.

Wie erwartet protestierte Frankreich - vertreten durch seinen Außenminister Gramont - vehement gegen einen Hohenzollern auf dem spanischen Thron, da es nichts mehr fürchtete als eine deutsche Vormachtstellung in Europa.
Durch geschicktes Taktieren gelang es Bismarck, dass Napoleon III dem Norddeutschen Bund den Krieg erklärte.
Während sich die Großmächte England und Russland aus diesem Konflikt heraushielten, kämpfte nun auch der Süden Deutschlands (Bayern, Württemberg, Baden und Hessen) an der Seite Preußens und seiner Verbündeten gegen Napoleon III.

Wieder hatte Helmuth Graf von Moltke die Kriegsleitung inne. Bei der Schlacht von Sedan setzte er diesmal nicht auf Gewehre sondern auf die Artillerie. Geschütze aus der Waffenschmiede Krupp sollten eine schnelle Entscheidung bringen. Die französischen Truppen, deren Moral sich durch lange Märsche und zu wenig Proviant ohnehin schon auf dem Nullpunkt befand, wurden von den Deutschen umzingelt und vernichtend geschlagen. Napoleon III kam in deutsche Gefangenschaft und starb drei Jahre später in Chislehurst, seinem englischen Exil.

In Paris kam es zum Aufstand, das Kaiserreich zerbrach, es war die Geburtsstunde der Dritten Republik. Doch der Krieg ging weiter. Die Deutschen belagerten die Stadt und beschossen sie mit schwerem Geschütz.
Hunger, Kälte und Krankheiten zwangen Paris im Januar 1871 schließlich zur Kapitulation.

Der Deutsch-Französische Krieg endete offiziell am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt, in dem Elsaß-Lothringen an Deutschland abgetreten und eine Kriegsreparation in Höhe von 5 Mrd. Goldfranc vereinbart wurde.
Der Einzug der siegreichen Truppen durch das Brandenburger Tor wurde von den Berlinern mit grenzenlosem Jubel begrüßt.

Berlin, die Hauptstadt des neu gegründeten Reiches, erlebte einen ungeheuren wirtschaftlichen und politischen Aufstieg. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich binnen weniger Jahre von einer auf zwei Millionen. Somit war Berlin zu jener Zeit nach London, New York und Paris die viertgrößte Stadt der Welt.

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