Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Rudolf Breitscheid

Rudolf Breitscheid wurde am 2. November 1874 in Köln geboren und starb am 24. August 1944 im KZ Buchenwald.
Er war SPD-Politiker, Reichstagsabgeordneter und von 1918 bis 1919 preußischer Innenminister.

Die frühen Jahre
Der Politiker
Verhaftung und Tod

Die frühen Jahre
Rudolf Breitscheid war der Sohn des Buchhandlungsgehilfen Wilhelm Breitscheid und dessen Ehefrau Wilhelmine Thorwesten.
Nach dem Besuch des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Köln absolvierte er ein Studium der Nationalökonomie an der Universität München und der Universität Marburg. Er promovierte zum Thema: "Die Landpolitik in den australischen Kolonien" und arbeitete danach als Redakteur und Korrespondent mehrerer liberaler Zeitungen.
1903 trat Breitscheid der linksliberalen Freisinnigen Vereinigung bei.
Von 1904 bis 1908 war er Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung und von 1904 bis 1920 Abgeordneter des brandenburgischen Provinziallandtags.

1908 heiratete Breitscheid die Frauenrechtlerin Tony Drevermann.

Der Politiker
Da er mit der Politik seiner Partei nicht mehr einverstanden war, verließ er diese, wurde Mitbegründer der Demokratischen Vereinigung und übernahm deren Vorsitz.
Aber auch hier wurde Breitscheid enttäuscht und so trat er in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ein.
Von 1912 bis 1920 war er Herausgeber der Zeitschrift "Das freie Volk".

Breitscheid gehörte zu den wenigen in seiner Partei, die sich gegen die "Burgfriedenspolitik" stellte.
1916 wurde er Chefredakteur der pazifistischen Zeitschrift "Sozialistische Auslandspolitik".
1917 wechselte er in die neu gebildete Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD). Von 1918 bis 1919 war er Preußischer Innenminister.
Für die USPD saß er ab 1920 auch im Reichstag.
Nach der Vereinigung von SPD und USPD im Jahr 1922 wurde Breitscheid Vorsitzender und außenpolitischer Sprecher der SPD.
Breitscheid, der ausdrücklich hinter der Versöhnungspolitik von Gustav Stresemann stand und diese unterstützte, wurde 1926 in die Kommission des Völkerbundes berufen.
1931 wurde Breitscheid in den SPD-Vorstand gewählt.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh Breitscheid mit seiner Frau im März 1933 über die Schweiz nach Frankreich. Im August desselben Jahres wurde Breitscheid aus Deutschland ausgebürgert. Fünf Jahre später erkannte ihm die Universität Marburg den Doktortitel ab.
Politisch blieb Breitscheid weiterhin aktiv. Er hielt Kontakt zu Exilorganisationen, beteiligte sich an den Beratungen des von Heinrich Mann geleiteten Volksfront-Ausschusses und er leitete 1936 die Internationale Konferenz deutscher Emigranten in Paris. Zwei Jahre später erreichte er, dass der Völkerbund die "Zentralvereinigung deutscher Emigranten" als offizielle Vertretung der deutschen Flüchtlinge anerkannte.
Zudem arbeitete Breitscheid für verschiedene liberale Zeitungen.

Verhaftung und Tod
Auf der Flucht vor der nach Frankreich eindringenden Wehrmacht floh er nach Marseille, wo er 1941 von der Vichy-Regierung festgenommen und an die Nationalsozialisten ausgeliefert wurde. Er landete in dem berüchtigten Gestapo-Gefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin, wo heute die Gedenkstätte Topographie des Terrors steht.
Im Januar 1942 wurde das Ehepaar Breitscheid zunächst in das KZ Sachsenhausen und von dort in das KZ Buchenwald verbracht. Während Rudolf Breitscheid am 24. August 1944 nach offiziellen Angaben bei einem Luftangriff auf die Hallen des Gustloff-Rüstungswerkes verschüttet wurde und dabei ums Leben kam, konnte seine Ehefrau, die ebenfalls verschüttet wurde, schwerverletzt gerettet werden.

Rudolf Breitscheid wurde 69 Jahre alt. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf, südwestlich von Berlin. Um die Grabpflege kümmerten sich die langjährige Hausgehilfin Emmy Förster und der SPD-Politiker und ehemalige Reichstagspräsident Paul Löbe.
Tony Breitscheid lebte bis zu ihrem Tod bei ihrem Sohn in Dänemark.

Im April 1948 wurde der Auguste-Viktoria-Platz zu Füßen der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zwischen Kurfürstendamm und Tauentzien im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf in Breitscheidplatz umbenannt.
Eine Berliner Gedenktafel in der Fasanenstraße 58 im selben Bezirk erinnert an den aufrechten und mutigen Politiker.
Sein Name wird auch auf einer Gedenkplatte der Berliner Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg erwähnt.

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