Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Wilhelm von Bode
(der "Bismarck der Museen")

Arnold Wilhelm Bode wurde am 10. Dezember 1845 als Sohn des Richters und Reichstagsabgeordneten Wilhelm Bode und seiner Ehefrau Emilie Rimpau in Calvörde/Sachsen-Anhalt geboren und starb am 1. März 1929 in Berlin.
Er war Jurist, Kunsthistoriker, Publizist, Museumsfachmann und Generaldirektor der Königlichen Museen zu Berlin.

Nach dem erfolgreich abgelegten Abitur in Braunschweig studierte Bode von 1863 bis 1867 in Göttingen und Berlin Jura. Mehr als für die Rechtswissenschaft interessierte sich Bode aber für Kunstgeschichte und so besuchte er während seiner Referendarzeit in Braunschweig auch holländische und belgische Museen und Privatsammlungen und er reiste nach Italien.
Nebenbei studierte Bode in Berlin und Wien Kunstgeschichte und Archäologie.
1870 promovierte er in Leipzig zum Thema Frans Hals und seine Schule.
Ab 1872 arbeitete Bode in Berlin als Assistent in der Skulpturenabteilung der Königlichen Museen, 11 Jahre später leitete er diese Abteilung als Direktor.

Von der heutigen Museenlandschaft und der kulturellen Vielfalt Berlins war damals noch nichts zu erkennen, denn der preußische Staat musste sparen und das tat er besonders gern auf dem Gebiet der Kultur.
Doch es gab ja ihn, Wilhelm Bode, der beste Beziehungen zum Kaiserhaus pflegte, was von großer Wichtigkeit war, denn die Leitung der Museumsinsel hatte Kronprinz Friedrich inne und später fand Bode in Kaiser Wilhelm II einen tatkräftigen Unterstützer.
Der international anerkannte Kunstexperte scharte ein Netzwerk von Künstlern, Kunsthändlern, Kunstsammlern, Stiftern und Mäzenen um sich. Auf sein Fachwissen und sein kunsthistorisches Urteil verließen sich nicht nur regionale und überregionale Museen sondern auch die reichen Kunstliebhaber, denen er immer gerne beratend zur Seite stand, stets in der Hoffnung, dass dabei der eine oder andere Schatz eines Tages ihren Weg in eines der Berliner Museen finden würde.

Zu seinen Kontakten zählten Persönlichkeiten wie James Simon und sein Cousin Eduard Georg Simon, aber auch Oscar Huldschinsky. Meist waren es Bankiers, Börsenmakler und Industrielle, die große Reichtümer anhäuften, aber gerne auch ein wenig davon abgaben.
Der großzügigste aller Spender aber war James Simon, zu dem Bode einen engen Kontakt hatte und mit dem er auch in der Deutschen Orient-Gesellschaft (DOG) zusammenarbeitete. Bode äußerte seine Wünsche und Simon erfüllte sie. Beide Männer verfolgten dasselbe Ziel - sie wollten Berlin zu einem kulturellen Zentrum machen, das den Vergleich mit Paris, London oder New York nicht zu scheuen brauchte.

1890 übernahm Bode, der nebenbei auch Gutachten und Galeriekataloge verfasste, die Leitung der Gemäldegalerie und gründete ein Jahr später das Kaiser-Friedrich-Museum, das heute nach ihm benannte Bode-Museum.
1905 wurde Bode Generaldirektor der Königlichen Museen zu Berlin.
Darüber hinaus veröffentlichte er Werke zur Geschichte der europäischen Malerei und Plastik.
Von 1889 bis 1914 leitete Bode die Neugründung der im Deutsch-Französischen Krieg vernichteten Straßburger Kunstsammlungen.
Außerdem beteiligte sich Bode sowohl an der Planung des Pergamonmuseums als auch an der Planung des Museumszentrums Berlin-Dahlem und er gründete die Abteilungen für islamische, ostasiatische und die frühchristlich-byzantinische Kunst.

Wegen seiner großen Verdienste um die Berliner Museen wurde Wilhelm Bode 1914 in den Adelsstand erhoben.
Natürlich hatte der "Bismarck der Museen", wie Bode wegen seiner eindrucksvollen Erfolge für die Königlichen Sammlungen und seines beharrlichen, resoluten und manchmal auch rücksichtslosen Auftretens ehrfurchtsvoll genannt wurde - nicht nur Bewunderer sondern auch Neider und Feinde, aber Intrigen gegen ihn liefen wegen seiner fast freundschaftlichen Beziehung zum Kaiser ins Leere.

1925 trat Bode vom Amt des Generaldirektors zurück, blieb aber weiterhin für die Gemälde- und Skulpturengalerie verantwortlich.
Die Eröffnung des Pergamonmuseums im Jahr 1930 erlebte Wilhelm von Bode nicht mehr, denn ein Jahr zuvor, am 1. März 1929, starb er im Alter von 84 Jahren in seinem Haus in der Uhlandstraße in Berlin-Charlottenburg.
Seine letzte Ruhe fand er auf dem Luisenfriedhof II in Berlin-Westend.
Auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte wurde eine Straße nach Bode benannt.

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