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Gedenkstätte Berliner Mauer

Gedenkstätte Berliner Mauer Die Gedenkstätte "Berliner Mauer" in der Bernauer Straße in Berlin-Mitte erinnert an die Teilung der Stadt (1961-1989) und an die Berliner Maueropfer.
Das von den Stuttgarter Architekten Sven und Claudia Kohlhoff errichtete Denkmal wurde am 13. August 1998 eingeweiht. Es umfasst die Kapelle der Versöhnung, die Grenzanlage, das Dokumentationszentrum Berliner Mauer und das Fenster des Gedenkens.
Die Kosten von 2,2 Millionen Deutsche Mark wurden vom Bund übernommen, das Land Berlin verpflichtete sich zur Übernahme der jährlich anfallenden Unterhaltungskosten.

Die Bernauer Straße bildete die Grenze zwischen dem Bezirk Wedding in Westberlin und dem Bezirk Mitte in Ostberlin. Nirgendwo sonst in der Stadt ereigneten sich so viele dramatische Flüchtlingsschicksale wie hier. Da die Mauer direkt an der östlichen Häuserfront der Straße verlief, gehörten die Häuser zum Ostteil und der Bürgersteig zum Westteil der Stadt.
Bilder von Menschen, die kurz nach dem Mauerbau versuchen, aus den Fenstern in die Freiheit zu springen oder von dem DDR-Soldaten, der sich in dieser Straße durch einen Sprung über den Stacheldraht in den Westen rettet, gingen um die Welt und machten die Bernauer Straße zu einem Symbol für die Teilung der Stadt.
Der ehemalige Verlauf der Mauer wird heute durch rostige Stahlstäbe rekonstruiert.
Außerdem gibt es zwei sechs Meter hohe Stahlwände mit Sehschlitzen, durch die der Besucher einen Blick auf den ehemaligen Todesstreifen werfen kann.
Nirgendwo sonst in Berlin ist die einst 155 Kilometer lange Grenzanlage mit Mauer und Hinterlandmauer, mit Todesstreifen, Postenweg und Peitschenlampen so komplett erhalten wie an der Bernauer Straße.
Das Gelände, das einst zum Friedhof der Sophienkirchengemeinde gehörte, wurde bei der Errichtung der Berliner Mauer im August 1961 in die Grenzanlage mit einbezogen. Die Grabstätten wurden eingeebnet und die Toten umgebettet.

Grenzanlage
Gedenkstätte Berliner Mauer Die Gedenkstätte enthält ein 60 Meter langes Stück der Grenzanlage, das Besuchern nicht zugänglich ist. Sie besteht aus einer Betonwand, einer dahinter liegenden Sandfläche und einem mit Laternen ausgeleuchteten Kolonnenweg. Ein Signalzaun und die Hinterlandmauer schließen sich an. Auf den üblichen Stacheldraht wurde verzichtet. Innerhalb der Anlage befindet sich ein Wachturm.
An beiden Enden ist das Teilstück mit Stahlwänden abgeschlossen. Die nördliche Wand trägt die Inschrift: "In Erinnerung an die Teilung der Stadt vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 und zum Gedenken an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft".

Die Kapelle der Versöhnung
Der von den Architekten Peter Sassenroth und Rudolf Reitermann entworfene Kirchenbau hat eine ovale Form mit einer Fassade aus Holzlamellen. Im Inneren errichtete der Lehmbaukünstler Martin Rauch in Stampflehmbauweise einen Andachtsraum.
Die Kapelle entstand auf den Fundamenten des Chorraumes der 1985 gesprengten Versöhnungskirche. Beim Bau wurden auch Materialien der alten Kirche verwendet, die Glocken der gesprengten Kirche befinden sich heute in einem Glockengerüst neben der Kapelle.
In der Außenanlage ist der Umriss der ehemaligen Versöhnungskirche markiert.
Am 9. November 2000 wurde das Gotteshaus eingeweiht.
In der Kapelle finden regelmäßig Andachten statt, in denen jeweils eines der Maueropfer gedacht wird.

Das Gotteshaus umgibt ein Roggenfeld, das von dem Berliner Künstler Michael Spengler geschaffen wurde und dessen Pflege die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin übernommen hat. Das Getreide wird in der zweiten Septemberhälfte gesät und nach der Ernte zu Broten und Oblaten verbacken. Das dabei anfallende Stroh wird gemeinnützigen Projekten gespendet.

Dokumentationszentrum Berliner Mauer
Das Dokumentationszentrum wurde am 9. November 2009 eröffnet. Es befindet sich gegenüber der Open-Air-Gedenkstätte. Das Gebäude beherbergt Seminarräume und themenrelevante Ausstellungen.
Hier kann sich der Besucher anhand von Fachliteratur, eines digitalen Archivs, Rundfunkaufnahmen und regelmäßigen Veranstaltungen über die geschichtlichen und politischen Hintergründe des Mauerbaus informieren.
Ein fünfstöckiger Aussichtsturm ermöglicht den Blick über die Gedenkstätte.

Fenster des Gedenkens
Gedenkstätte Berliner Mauer Dieser Teil der Gedenkstätte wurde am 21. Mai 2010 eröffnet und dient dem Gedenken an die Opfer der Berliner Mauer. Es handelt sich um eine 12 Meter lange und 2,70 Meter hohe Wand aus tonnenschwerem rostigem Stahl, in der sich 162 Fenster mit den Fotos und Lebensdaten von 136 Menschen befinden, die bei ihrer Flucht über die Grenzanlagen ums Leben kamen. 23 Öffnungen sind mit grauen Glastafeln versehen, da es keine Fotos dieser Opfer gibt. Einige Blindfenster stehen für womöglich unbekannte Todesopfer.

Einen maßgeblichen Anteil an der Errichtung und Gestaltung dieser Gedenkstätte hat der aus Frankfurt/Main stammende Manfred Fischer (1948-2013), der im Dezember 1977 Pfarrer in der Versöhnungsgemeinde in Berlin-Mitte wurde. Da die Kirche der Gemeinde auf dem Grenzstreifen der Berliner Mauer stand, wurde sie im Januar 1985 auf Befehl der DDR-Regierung gesprengt.
Nach dem Fall der Mauer setzte sich Pfarrer Fischer für den Erhalt der Mauerreste an der Bernauer Straße ein und war zunächst stellvertretender und später Vorsitzender des Vereins Berliner Mauer.
Am 28. April 2013 ging Pfarrer Fischer in den Ruhestand. Am 17. Januar fand in der Kapelle der Versöhnung ein Gedenkgottesdienst für den am 6. Dezember 2013 verstorbenen Pfarrer statt.

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