Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Schloss Bellevue

Berlin, Schloss Bellevue Das Schloss Bellevue am Ufer der Spree im Großen Tiergarten in Berlin-Mitte - zwischen Siegessäule und Reichstag gelegen - ist der erste Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten.
Einer der Vorbesitzer des Grundstücks war der Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, der sich dort ein Landhaus errichtet hatte, die Knobeldorff'sche Meierei.
1784 erwarb Prinz Ferdinand von Preußen, der jüngste Bruder von Friedrich dem Großen, das Grundstück für 20000 Taler und ließ nach Plänen des Architekten Michael Philipp Boumann ein Lustschloss errichten, das 1787 fertiggestellt wurde.
Bouman integrierte die alte Meierei in den Neubau und verlieh diesem sowohl barocke als auch klassizistische Züge.
Der Architekt Carl Gotthard Langhans schuf den bis heute erhaltenen ovalen Tanzsaal.
Bis zu seinem Tod im Jahr 1813 bewohnte Prinz Ferdinand das Schloss, das auch weiterhin im Besitz der Hohenzollern verblieb und als Wohnsitz und Gästehaus für die königliche Familie, die Verwandtschaft oder enge Freunde diente. Auch Friedrich Schiller soll dort Gast gewesen sein, genau wie Napoleon Bonaparte nach seinem Einmarsch 1806 in Berlin.

Von 1844 bis 1865 wurde das Schloss als öffentliche Bildergalerie genutzt. Die "Vaterländische Galerie" war das erste Museum für zeitgenössische Kunst in Preußen. Eintritt wurde von den Besuchern nicht verlangt.
Nach dem ersten Weltkrieg fiel das Gebäude an Preußen. Seitdem wurden die Seitenflügel als Wohnungen und Büroräume vermietet. Für kurze Zeit war dort auch eine Volksküche untergebracht. Ab 1929 diente das Schloss als Veranstaltungsort für Kunstausstellungen.

Am 6. Oktober 1935 wurde im Mitteltrakt von Schloss Bellevue das "Museum für Deutsche Volkskunde" eröffnet. Aber die Nationalsozialisten nutzten das Schloss auch zu Repräsentationszwecken.
Im ehemaligen Gartenhaus des Schlosses wohnte bis zu seiner Flucht aus Deutschland auch Max Reinhardt. Nach ihm bezog der jüdische Bankier Paul Mendelssohn-Bartholdy das Gartenhaus. Er starb im Jahr 1935.
Die Nationalsozialisten errichteten neben dem Schloss einen Neubau mit großem Festsaal und es wurde ein zweiter Neubau errichtet, das Dienstwohnhaus des Schauspielers und Intendanten des Preußischen Staatstheaters, Gustaf Gründgens, der dort mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Marianne Hoppe, lebte. Das Haus wurde im Krieg zerstört.

Mit dem Staatsbesuch von Prinzregent Paul von Jugoslawien und seiner Frau Olga übernahm das Schloss Bellevue eine weitere Funktion - es wurde zum "Gästehaus der Reichsregierung".
Als die ersten Luftangriffe auf Berlin geflogen wurden und die Sicherheit der Gäste nicht mehr gewährleistet werden konnte, reiften die Pläne für den Bau eines 350 Quadratmeter großen Schlossbunkers, mit dessen Bau man im Dezember 1940 begann.
Im April 1941 wurde Schloss Bellevue von Bomben getroffen und teilweise zerstört.
In den Nachkriegsjahren wurde der gesamte Park parzelliert und als Nutzgarten verwendet. Statt der vornehmen Gesellschaft beherbergte das Schloss, das im britischen Sektor Westberlins lag, Flüchtlinge und Ausgebombte. Die Frage, ob das Gebäude abgerissen oder wiederaufgebaut werden sollte, blieb jahrelang unbeantwortet.
Schließlich entschloss man sich für den Wiederaufbau des Schlosses. Der von den Nationalsozialisten errichtete Anbau wurde abgerissen. 1959 erfolgte die Einweihung.

Fortan diente das Schloss Bellevue den Bundespräsidenten als zweiter Amtssitz. 1994 verlegte Friedrich von Weizsäcker den Amtssitz von der Villa Hammerschmidt in Bonn nach Berlin ins Schloss Bellevue.
Obwohl Bundespräsident Roman Herzog (1994-1999) das Schloss Bellevue als "Bruchbude" beschimpfte, war er der einzige der Bundespräsidenten, der dort auch wohnte.
2004/2005 erfuhr das Gebäude eine weitere Renovierung.

In den Jahren 1996 bis 1998 entstand das Bundespräsidialamt, das wegen seiner elliptischen Form im Berliner Volksmund auch "Präsidial-Ei" genannt wird. Die rund 180 Mitarbeiter nennen es wegen seiner strengen Innenarchitektur zuweilen auch scherzhaft "Alcatraz".

Hält sich der Bundespräsident in Deutschland auf, wird eine 2x2 Meter große Standarte mit dem Bundesadler auf dem Dach des Schlosses gehisst. Weilt das Staatsoberhaupt aber in seinem zweiten Amtssitz in Bonn, dann wird in Bonn die obligatorische Standarte gehisst.

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