Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Reinhold Begas

Reinhold Begas wurde am 15. Juli 1831 als Sohn des Malers Carl Joseph Begas in Schöneberg geboren und starb am 3. August 1911 ebenfalls in Schöneberg.
Der Bildhauer und Maler war einer der wichtigsten Vertreter des Neobarock.

Reinhold Begas war Schüler von Ludwig Wilhelm Wichmann und kam an die von Johann Gottfried Schadow geleitete Akademie in Berlin, wo er zunächst bei Christian Daniel Rauch lernte und später dessen Mitarbeiter wurde.
Seine erste Auszeichnung erhielt er 1852 auf der Akademie-Ausstellung mit seinem Werk "Hagar und Ismael".
Von 1871 bis zu seinem Tod im Jahr 1911 war Begas Mitglied des Vereins Berliner Künstler und Mitglied der Berliner Akademie der Künste.

Aus seiner Ehe mit Margarethe Philipp, die bei der Hochzeit erst 15 Jahre alt war, gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor.

Begas schuf Porträtbüsten, Denkmäler und Plastiken und traf mit seinen Werken den Geschmack von Wilhelm II. Der Kaiser liebte Pathos und Monumentalität und kein anderer konnte dies besser in seinen Denkmälern zum Ausdruck bringen als Begas, der vom kaiserlichen Hof zahlreiche repräsentative Aufträge erhielt.
Bald prägten die Denkmäler von Begas das Stadtbild Berlins.
Leider fiel eine Reihe seiner Werke der Kriegs- und der Nachkriegszeit zum Opfer. Erhalten sind der Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus in Berlin-Mitte, das Bismarckdenkmal gegenüber der Siegessäule am Großen Stern, das Schillerdenkmal vor dem Konzerthaus auf dem Gendarmenmarkt, das Alexander-von-Humboldt-Denkmal vor der Humboldt-Universität zu Berlin.

Zu den bedeutendsten Werken, die nicht mehr existieren, gehört das einst gigantische Nationaldenkmal, das gegenüber dem Berliner Stadtschloss stand und zu Ehren von Wilhelm I errichtet worden war. Auf Beschluss des Ostberliner Magistrats wurde es 1950 demontiert. Überlebt haben nur die riesigen Löwenfigren, die heute im Tierpark Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg das Raubtierhaus bewachen.
Außerdem hatte Wilhelm II Begas die künstlerische Leitung bei der Gestaltung der Siegesallee im Berliner Tiergarten übertragen. Hierfür schuf Begas mehrere Büsten und Statuen.
Die Siegesallee, im Volksmund wegen der vielen Skulpturen auch als "Puppenallee" bezeichnet, geschaffen zur Glorifzierung der Hohenzollern, wurde im Mai 1945 von russischen Soldaten zerstört.
1954 entledigte man sich der zum Teil stark beschädigten und lästig gewordenen Standbilder, indem man sie ganz einfach vergrub.

Obwohl dennoch mehr als 30 Werke von Begas die Zeiten überdauerten, ist der Ruhm des Künstlers im Gegensatz zu Johann Gottfried Schadow, dem Schöpfer der Quadriga auf dem Brandenburger Tor und Christian Daniel Rauch, der das Reiterdenkmal von Friedrich II in der Straße Unter den Linden schuf, verblasst.
Die Tragik seines schöpferischen Lebens liegt wohl darin, dass kein anderer Künstler so sehr die wilhelminische Zeit repräsentiert wie gerade Begas.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Abdankung des Kaisers, brach eine völlig neue Ära an. Man wollte nach vorne schauen und nicht zurück, so wie es Philipp Scheidemann ausdrückte: "Das Alte und Morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue, es lebe die deutsche Republik!"
Noch radikaler war die Abkehr von alten, überkommenen Zeiten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Sowohl West- als auch Ostdeutschland wollten einen Neubeginn und so distanzierte man sich von diesem Teil der Geschichte.

Begas wurde auf dem Alten Friedhof der Zwölf-Apostel-Gemeinde beigesetzt.

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