Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Alexander Beer

Alexander Beer wurde am 10. September 1873 in Hammerstein, Westpreußen, geboren und starb am 8. Mai 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt.
Er war ein Berliner Architekt.

Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte Beer zunächst an der Technischen Hochschule in Charlottenburg, später in Darmstadt.
Seine berufliche Karriere startete er in Mainz und Alzey.
1910 trat Beer die Stelle als Leiter des Bauamts der Jüdischen Gemeinde zu Berlin an.
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1913 wurde das von Beer entworfene jüdische Waisenhaus in Berlin-Pankow fertiggestellt.
1942 wurde das Gebäude geschlossen und als zentrale Sichtvermerkstelle des Reichssicherheitshauptamtes zweckentfremdet.
Seit 2007 ist im ehemaligen jüdischen Waisenhaus eine Gemeinschaftsschule untergebracht.

Ebenfalls von Alexander Beer entworfen wurde die 1916 fertiggestellte orthodoxe Synagoge am Fraenkelufer (Landwehrkanal) in Berlin-Kreuzberg.
Während der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge schwer beschädigt und nach weiteren Beschädigungen während des Zweiten Weltkrieges Ende der 1950er Jahre abgerissen. Lediglich ein Nebengebäude wurde erhalten. Es wurde zu einer Synagoge ausgebaut und am 22. April 1959 geweiht.

Am 8 August 1924 heiratete Beer Alice Fanny Davidsohn. Aus der Ehe ging Tochter Beate hervor, die 1929 geboren wurde.

1927 errichtete Beer die erste jüdische Mädchenschule in Berlin. Das im Stil der neuen Sachlichkeit entstandene Gebäude zählte seinerzeit zu den modernsten der Stadt.
Am 30. Juni 1942 wurde die Schule von den Nationalsozialisten geschlossen und als Militärkrankenhaus genutzt.
Heute sind in dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude eine Kunstgalerie, das Museum "The Kennedys" und ein Restaurant mit koscherer Küche untergebracht.
Ebenfalls 1927 schuf Alexander Beer das Ehrenmal der im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Kriegsteilnehmer auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee.
Einige der sich auf diesem Friedhof befindenden Grabsteine gehen auf Alexander Beer zurück.

Eine zweite von Alexander Beer entworfene Synagoge entstand 1930 in Berlin-Wilmersdorf. Sie wurde am 16. September 1930 geweiht und während der Reichspogromnacht in Schutt und Asche gelegt.
Ebenfalls 1930 fertiggestellt wurde das von Beer entworfene Altersheim der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in Berlin-Schmargendorf. Auch dieses Gebäude wurde unter den Nationalsozialisten geschlossen und als Büro des Reichssicherheitshauptamtes zweckentfremdet.
Heute gehört es zum Vivantes-Konzern.
Eine Gedenktafel am Haus Prinzregentenstr. 69-70 erinnert an das zerstörte Altenheim, an das Schicksal seiner Bewohner, des Pflegepersonals und an das Schicksal seines Architekten.

Am 5. November 1941 starb die Ehefrau von Alexander Beer an den Folgen eines Krebsleidens. Am 17. März 1943 wurde Beer verhaftet und in das Konzentrationslager Theresienstadt verbracht, wo er am 8. Mai 1944 ermordet wurde. Er wurde 70 Jahre alt.
Seine Tochter Beate überlebte den Holocaust, da sie als Zehnjährige mit einem Kindertransport nach Großbritannien gekommen war. Später siedelte sie nach Australien über, wo sie eine neue Heimat fand.
Eine Gedenktafel am Haus in der Auguststraße 11-13 in Berlin-Mitte erinnert heute an Alexander Beer.

Bauwerke in Berlin:
Jüdisches Waisenhaus Berlin in Berlin-Pankow
Orthodoxe Synagoge Fraenkelufer in Berlin-Kreuzberg
Kriegerdenkmal auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee
Jüdische Mädchenschule in Berlin-Mitte
Synagoge in Berlin-Wilmersdorf, nicht mehr vorhanden
Jüdisches Altenheim in Schmargendorf, Berlin-Wilmersdorf

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