Berlin - Impressionen einer Metropole Berlin, Oberbaumbrücke und Fernsehturm

Anhalter Bahnhof

Berlin, Anhalter Bahnhof Der Anhalter Bahnhof in Berlin-Kreuzberg wurde von 1839 bis 1841 als Kopfbahnhof erbaut und am 1. Juli 1841 eingeweiht. Hier endete die Bahnstrecke zwischen Berlin und Halle in Sachsen-Anhalt.
In den Jahren 1876-80 wurde das Gebäude nach mehreren Erweiterungen abgerissen und durch einen Neubau nach Plänen von Franz Schwechten ersetzt.
Der Neubau war unerlässlich geworden, da der alte Bahnhof auf Grund des rasant ansteigenden Schienenverkehrs den Anforderungen nicht mehr genügte.
Der "Berlin-Anhaltischer Eisenbahnhof", wie er zunächst hieß, wurde am 15. Juni 1880 im Beisein von Kaiser Wilhelm I und Reichskanzler Otto von Bismarck seiner Bestimmung übergeben.
Der Bahnhof entwickelte sich in den Folgejahren zu einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte, denn von hier aus fuhren die Züge nicht nur deutsche Großstädte an sondern sie verbanden Deutschland mit Österreich, Ungarn, Italien und Frankreich.
Auch Staatsgäste wurden hier vom Kaiser in Empfang genommen.
Seit 1928 war der Bahnhof durch einen Tunnel unterirdisch mit dem Hotel Excelsior verbunden. 1939 kam ein unterirdischer S-Bahn-Anschluss hinzu.

Neben den Bahnhöfen Grunewald und Moabit wurde auch der Anhalter Bahnhof ab 1942 zum Schauplatz für Judendeportationen. Knapp 10.000 der insgesamt 50.000 von der Verfolgung betroffenen Berliner Juden wurden von hier aus in das Vernichtungslager Theresienstadt verbracht.
Eine Stele erinnert heute an dieses traurige und überaus düstere Kapitel des Anhalter Bahnhofs.

1946 wurde der Bahnhof trotz seiner Beschädigungen zunächst wieder in Betrieb genommen, da aber durch die Teilung der Stadt und den daraus resultierenden Veränderungen im Nah- und Fernverkehr der Bahnhof seine Bedeutung einbüßte, wurde er im Jahre 1952 endgültig stillgelegt.
Ende 1950 erfolgte ungeachtet aller öffentlichen Proteste der Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes. Nur ein Fragment des Eingangsportals blieb erhalten.

Von 2003 bis 2005 wurde die Ruine saniert.
Die beiden von dem Bildhauer Ludwig Brunow geschaffenen Figuren "Tag und Nacht" auf dem Portikus des Anhalter Bahnhofs, von denen die, die in die Ferne schaut, den Tag symbolisiert und die andere - mit den geschlossenen Augen - die Nacht, wurden durch Kopien ersetzt. Die Originale sind im Deutschen Technikmuseum in Berlin-Kreuzberg zu bewundern. Auch die Terrakotta-Formteile des Kaiserportals befinden sich heute im Deutschen Technikmuseum, das 1983 auf dem Gelände des ehemaligen Anhalter Bahnhofs eröffnet wurde.

Hinter der Ruine wurde nach Plänen des Architektenbüros Gerkan, Marg und Partner, das auch für den Bau des Hauptbahnhofs verantwortlich zeichnete, das Tempodrom errichtet.
Die vier Bahnbrücken wurden in den Folgejahren abgerissen.

zurück zur Liste

Seitenanfang


[Home][Geschichte][Über mich][Fotos][Hohenzollern][Sightseeing][Links][Impressum][Sitemap]
Copyright (c) 2009 Brigitte Ferlet. Alle Rechte vorbehalten.